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"International Humanitarian City": weltweit größte Drehscheibe für humanitäre Hilfe

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"International Humanitarian City": weltweit größte Drehscheibe für humanitäre Hilfe
Copyright  euronews   -   Credit: Dubai Tourism
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Dubais "International Humanitarian City" (IHC) ist die größte Drehscheibe der Welt für humanitäre Hilfe. Bei globalen Krisen wie der aktuellen Pandemie wird wichtige Unterstützung geleistet. In dem Logistikzentrum wir ganzjährig gearbeitet: Von dort wird Hilfe in Kriegsgebiete geschickt und an Orte, die von Naturkatastrophen betroffen sind.

In Dubais "International Humanitarian City" haben humanitäre Organisationen Stützpunkte sowie Unternehmen, die sie beliefern und unterstützen - darunter die Weltgesundheitsorganisation, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, das Internationale Rote Kreuz, das Welternährungsprogramm und UNICEF.

Gegründet wurde der Komplex 2003, mit einem klaren Ziel: "Die 'International Humanitarian City' wurde von Seiner Hoheit Scheich Mohammed Bin Rashid gegründet. Er hatte eine Vision für die Zukunft, nicht nur für die Gegenwart", sagt Khalid Alawadhi, stellvertretender Geschäftsführer der "International Humanitarian City". "Wir sprechen von einer Stadt, deren Aktivitäten sich von einem Lagerhaus in der Innenstadt ausgeweitet haben. Wir sprechen von einem Komplex, dessen Größe sich vervierfacht hat, mehr als 130.000 Quadratmeter Lagerfläche, Büros und Außenbereiche. Eine Drehscheibe, um auf Notfälle jeglicher Art auf internationaler Ebene zu reagieren."

"International Humanitarian City' ist die weltweit größte Drehscheibe für humanitäre Hilfe. Und das ist nicht nur in Zeiten einer globalen Krise wie der Covid-19-Pandemie hilfreich: In Coronazeiten wurden von hier 500 Tonnen Hilfsgüter in die ganze Welt verschickt. Mehr als eine halbe Million Menschen an vorderster Front wurden mit Ausrüstung versorgt.

Gearbeitet wird ganzjährig

Vor dort wird Hilfe in Kriegsgebiete geschickt und an Orte, die von Naturkatastrophen betroffen sind - auch Fahrzeuge, um Lebensmittel zu verteilen und medizinische Hilfe, wenn nötig:

Yako Mohammed, Leiter des UNHCR-Versorgungsbüros in Dubai: "Die Nachrichten werden zurzeit von Covid-19 bestimmt. Aber Somalia befindet sich aufgrund der aktuellen Überschwemmungen in einer sehr großen Notsituation. Rund 200.000 Menschen sind betroffen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk unterstützt sie dabei, ihr Leben wieder aufzubauen und hilft ihnen mit dem unmittelbaren Bedarf an Unterkunftsmaterial. Der aktuelle Flug umfasst etwa 30 Tonnen Hilfsgüter, die etwa 6000 Menschen zugutekommen werden, 1200 Familien. Wir brauchen sehr viel mehr. Deshalb gehen wir von weiteren Hilfsflügen aus. Zusätzlich versuchen wir auch, Hilfsgüter über den Seeweg zu schicken. Mit dem Flugzeug kommt die Hilfe am gleichen Tag an, per Schiff dauert es 30 bis 40 Tage. Die betroffenen Menschen haben momentan keine Unterkunft. Sie schlafen im Freien, sie haben ihre Häuser verloren. Sie haben ihr Hab und Gut verloren. Das ist also eine Soforthilfe für Menschen, die in größter Not sind."

Strategisch günstige Lage

Die Coronakrise ist aktuell das dringendste Problem. Die "International Humanitarian City" hat 85 Prozent der weltweiten Lieferungen abgewickelt, die von der Weltgesundheitsorganisation im Rahmen ihrer medizinischen Hilfe verteilt wurden. Entscheidende Vorteile sind die geografische Lage und die Logistik des Zentrums:

"Dubai liegt strategisch günstig, um innerhalb von weniger als acht Flugstunden zwei Drittel der Weltbevölkerung zu versorgen. Den Reaktions-Zeitrahmen auf einen Notfall zu minimieren, ist wichtig", sagt Khalid Alawadhi, stellvertretender Geschäftsführer der "International Humanitarian City.

In den vergangenen Wochen hat Dubais Herrscher, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, von seinem persönlichen Vermögen gespendet, um den Bedürftigsten während der Pandemie zu helfen: 60 Tonnen mit 450.000 Stück persönlicher Schutzausrüstung, darunter N95-Masken und Schutzanzüge, wurden an britische Krankenhäuser geschickt. 70 Tonnen Grund-Nahrungsmittel wurden an über zweieinhalbtausend Familien in die spanische Region Extremadura gesandt, und über 20 Tonnen persönliche Schutzausrüstung und medizinische Notfallausrüstung, u. a. Beatmungsgeräte und Testkits, wurden nach Bosnien und Herzegowina geschickt.

Erweiterung und mehr Technologie

Im Mai kündigte die "International Humanitarian City" die Erweiterung des Komplexes an, um Hilfsorganisationen zu ermöglichen, zusätzliche Nothilfegüter zu schicken. Ein Schritt, der nur durch internationale und lokale Unterstützung möglich wurde.

Khalid Alawadhi, stellvertretender Geschäftsführer der "International Humanitarian City", meint: "Das liegt in der Natur der Sache und in der Art und Weise, wie die Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) aufgewachsen sind. Ich spreche nicht von den Staatsangehörigen der VAE, ich spreche von jeder Person, die heute in den VAE ansässig ist. Das sind humanitäre Aspekte, die man unterstützen muss. In den VAE haben wir heute das Glück, dass wir einen guten Lebensstandard und eine gute Lebensqualität haben. Aber Geben ist ein sehr wichtiges Element, wenn es einem gutgeht. Deshalb haben die Regierung von Dubai und die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate, immer allen erforderlichen Dienstleistungen und jeglicher Unterstützung zugestimmt. Wir sprechen von über 20 Flügen, die allein 2019 als Spende vom Herrscher von Dubai kamen."

Die humanitäre Drehscheibe für Medizin, Logistik und Versorgung ist um das Vierfache ihrer ursprünglichen Größe gewachsen. In Zukunft will man mehr Technologie einsetzen, um noch mehr Menschen helfen zu können.