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Die nachhaltige Wiederbelebung der spektakulären AlUla-Region in Saudi-Arabien

Panoramablick über das Altstadtviertel in AlUla
Panoramablick über das Altstadtviertel in AlUla   -   Copyright  Royal Commission for AlUla (RCU)
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Ein ehrgeiziger Regenerationsplan verwandelte diese ehemals wichtige, aber lange in Vergessenheit geratene Region Saudi-Arabiens in ein weltweites Ziel für Kultur-, Kunst- und Naturtourismus.

AlUla ist ein historischer Handelsposten im Nordwesten des Landes an der Kreuzung der traditionellen Seiden- und Weihrauchroute. Der Reichtum und die Bedeutung der Region in der Antike sind noch heute augenscheinlich, und riesige Monumente ragen aus dem orangefarbenen Sandstein.

Umweltfreundliche Verkehrsmittel durchziehen die Region und verbinden die fünf Stadtteile mit Wander-, Rad- und Reitwegen.

Der beeindruckendste dieser Bezirke ist Hegra, eine historische und einst wohlhabende Stadt mit mehr als 110 Gräbern, die in die Sandsteinfelsen gehauen wurden. Sie zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und war einst die zweite Stadt des nabatäischen Königreichs nach Petra, mit der sie in Bezug auf die Fülle an archäologischen Schätzen konkurriert. Und dennoch ist Hegra in der Außenwelt relativ unbekannt.

Zu den atemberaubendsten Gräbern zählt sicherlich das von Lihyan, Sohn von Kuza, einem riesigen Monolith, der aufgrund seines zinnenbewehrten Giebels und der einsamen Lage auch als „Einsame Burg“ bezeichnet wird. Ganz in der Nähe befinden sich die Überreste der osmanischen Festung aus dem 18. Jahrhundert sowie der restaurierte Hijaz-Bahnhof, ein Überbleibsel der Eisenbahn, die einst von Damaskus nach Jerusalem führte.


© Royal Commission for AlUla (RCU)
Die Aussichtsplattform im Bezirk Jabal Ikmah© Royal Commission for AlUla (RCU)

Ein weiteres Highlight dieser atemberaubenden Wüstenregion ist die „Freiluftbibliothek“ im Stadtteil Jabal Ikmah. Die Einheimischen scherzen, dass es das „frühe Twitter“ repräsentiert - Wand um Wand ist mit Petroglyphen in Aramäisch, Nabatäisch und anderen alten Sprachen versehen.

Das Herzstück des AlUla-Komplexes ist die Altstadt, ein Labyrinth aus dicht aneinander gedrängten, aus Lehm und Stein errichteten Gebäuden aus dem 12. Jahrhundert. Dabei handelt es sich um ehemalige Wohnhäuser, Geschäfte und Unterkünfte für Pilger und Händler.

Nicht alles in AlUla stammt aus vergangenen Jahrhunderten. Einige der größten Attraktionen wurden in den letzten Jahren im Rahmen des „Vision 2030“-Plans Saudi-Arabiens errichtet, um die Abhängigkeit des Landes vom Öl zu verringern und neben anderen Projekten auch ausländische Besucher anzulocken.

Die Maraya-Konzerthalle zum Beispiel zeichnet sich durch ihr schillernd futuristisches Design aus. Der glitzernde Kubus ist das größte verspiegelte Gebäude der Welt, in dem sich die um ihn herum liegende Wüstenlandschaft spiegelt. Zu den zukünftigen architektonischen Projekten zählt ein von Jean Nouvel entworfenes Resort, das vollständig in eine Felsformation gehauen wurde.

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Der Maraya-Konzertsaal© Royal Commission for AlUla (RCU)

Fortbewegung

AlUla plant, bis 2035 netto kohlenstoffneutral zu sein, und das Regenerationsprojekt stellt ein Pilotprojekt für eine Reihe von nachhaltigen Lösungen dar. Was die Fortbewegung angeht, so reduziert die Gestaltung des Verkehrsnetzes sowohl Staus auf den Straßen als auch das Verkehrsaufkommen insgesamt.

Alle fünf Bezirke werden durch das „Wadi der Gastfreundschaft“ verbunden. Das Wort „Wadi“ steht im Arabischen für ein überwiegend trockenes Flussbett, das in diesem Fall in einen 25 km langen ökologischen Korridor umgewandelt wurde.

Besucher können entlang dieses „grünen Gürtels“ spazieren gehen, Rad fahren oder reiten und dabei den Übergang von der Oase zur Wüste genießen. Darüber hinaus wurde eine Reihe von Wiederbepflanzungs- und Erhaltungsprogrammen durchgeführt, um die Menschen mit der vergangenen und gegenwärtigen Artenvielfalt dieses Pfads in Verbindung zu bringen.

Viele der Wander- und Radwege in AlUla, wie z.B. der Hijaz-Eisenbahnweg, folgen den Pfaden, die von den Pilgern über die Jahrhunderte benutzt wurden.

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The five districts© Royal Commission for AlUla (RCU)

Die Hauptverkehrsverbindung des Gebiets ist eine 46 km lange Straßenbahnlinie mit geringer CO2-Bilanz. Sie wird die Besucher zwischen dem AlUla International Airport und den fünf Bezirken befördern und endet in Hegra. Das Design der „AlUla Experiential Tram“ wird eine Hommage an die Straßenbahnen des frühen 20. Jahrhunderts sein, wobei die Waggons so gestaltet sind, dass die Fahrgäste die atemberaubende Landschaft genießen können.

Der nördliche Abschnitt der Straßenbahn, der von der Altstadt nach Hegra führt, soll bis 2023 fertiggestellt werden, während der südliche Abschnitt - vom Flughafen bis zur Altstadt - bis Ende 2030 fertiggestellt sein soll.

Jede der 17 Stationen entlang der Straßenbahnlinie wird ein einzigartiges Design haben, jede inspiriert von den historischen Zivilisationen und Sehenswürdigkeiten von AlUla. Die Stationen werden in mehrfacher Hinsicht als Mobilitätsknotenpunkte fungieren, mit Ständern für Shared Bikes und E-Bikes, Elektrobuggys auf Abruf und Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Die Stationen werden sich auch mit Elektrobuslinien kreuzen und den Ausgangspunkt für viele touristische Aktivitäten bilden, wie z.B. Pferde- und Kamelreiten.

Die Straßenbahn ist nicht nur für Besucher gedacht, sondern soll auch für die Bewohner eine bequeme Alternative zum Auto darstellen. Geräuschlos und energiesparend ist das System ein enormer Gewinn für die Umwelt. Die Sorge um die lokale Bevölkerung und die natürliche Umgebung wird immer im Mittelpunkt des AlUla-Projekts stehen.