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Vor G20: "Brexit"-Unsicherheit vermasselt Wachstums-Optimismus des IWF

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Vor G20: "Brexit"-Unsicherheit vermasselt Wachstums-Optimismus des IWF

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Was ist der Neue für ein Typ? Was hat er vor? Beim Runden Tisch in Peking im Vorfeld zweitägiger Gespräche der Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) am Wochenende in Chengdu in Südwestchina stand der britische Finanzminister Philip Hammond im Zentrum der Aufmerksamkeit. Zuvor hatte es Andeutungen über ein neues britisches Steuersystem gegeben.

Philip Hammond, britischer Finanzminister zum stellvertretenden Ministerpräsidenten Chinas Ma Kai:

“Exzellenz, ich weiß, dass Sie eine sehr gute Zusammenarbeit mit meinem Vorgänger hatten. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.”

Doch IWF-Chefin Christine Lagarde ist eher beunruhigt. Wie stark bremst der “Brexit” die Weltwirtschaft? Nach einem Treffen mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang, an dem auch die Spitzen von Weltbank, Welthandelsorganisation (WTO) und der Industrieländerorganisation OECD teilnahmen, sagte sie:

“Unsere erste und unmittelbare Empfehlung ist, dass diese Unsicherheit rund um den “Brexit” beendet wird.”

Wegen der besseren Entwicklung in der Euro-Zone, China und Japan habe der IWF eigentlich erstmals in sechs Jahren seine Vorhersage für das globale Wachstum anheben wollen, doch wegen des Brexit vielmehr nach unten korrigieren müssen, sagte Lagarde. Noch enttäuschender sei, dass nach ihrem schlechtesten Szenario das Wachstum im nächsten Jahr sogar um einen halben Prozentpunkt schlechter ausfallen würde, sagte Lagarde nach Medienberichten (Chinas Staatsagentur “Xinhua”).

BRITISCHE WIRTSCHAFT RUTSCHT UNTER WACHSTUMSSCHWELLE

Die britische Wirtschaft ist im vergangenen Monat rund um das “Brexit”- Votum offenbar mit der schnellsten Rate seit der Finanzkrise geschrumpft – so der Markit Einkaufsmanagerindex für den in Großbritannien bedeutenden Dienstleistungssektor. Er sei von 52.3 Punkten im Juni auf 47.4 im Juli gefallen – der stärkste Rückgang in seiner 20-jährigen Geschichte. Ökonomen hatten zwar auch unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten getippt, aber weit glimpflicher (49,2 Punkte). Der gemeinsame Einkaufsmanager-Index für Industrie und Dienstleister zeigt ein ähnliches Bild – 47,7 nach 52,4 Zählern. Die Abkühlung zeige sich in Auftragsstornierungen, weniger Neugeschäft sowie verschobenen oder beendeten Projekten, erklärte Markit-Chefvolkswirt Williamson. “Meist wurde dies auf die eine oder andere Art mit dem Brexit begründet.”

Experten rechnen fest damit, dass die Bank of England (BoE) Anfang August ihren Leitzins von derzeit 0,5 Prozent – bereits jetzt ein Rekordtief – senkt und auch ihr Anleihen-Kaufprogramm ausweitet.

Die Zahlen setzten das britische Pfund unter Druck. Es verlor binnen Minuten rund einen US-Cent auf 1,3166 Dollar. Bereits nach dem Referendum war das Pfund auf das Niveau von Mitte der 1980er-Jahre abgestürzt.

su mit dpa, Reuters

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