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Einsamkeit und soziale Isolation kosten bis zu sechs gesunde Lebensjahre

Einsamkeit und soziale Isolation können bis zu sechs Jahre eines gesunden Lebens kosten.
Einsamkeit und soziale Isolation können bis zu sechs Jahre gesunde Lebenszeit kosten. Copyright  Cleared/Canva
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Einsamkeit und soziale Isolation verkürzen offenbar die gesunden Lebensjahre eines Menschen – und treffen Männer und Frauen unterschiedlich hart.

Soziale Isolation bedeutet, dass Menschen nur wenig Kontakt zu anderen haben und kaum am sozialen Leben teilnehmen. Einsamkeit beschreibt dagegen das subjektive Gefühl, von der Welt um sie herum abgekoppelt zu sein. Beides ist nicht identisch, dennoch zeigt eine neue Studie im Fachjournal Nature Communications (Quelle auf Englisch), dass sowohl Isolation als auch Einsamkeit mit weniger gesunden Lebensjahren verbunden sind.

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Im Durchschnitt verlieren Betroffene durch Einsamkeit und soziale Isolation rund sechs krankheitsfreie Lebensjahre. Das belastet Körper und Psyche. Zu diesem Ergebnis kamen Forschende, nachdem sie Daten von mehr als 270.000 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren ausgewertet hatten.

„Insgesamt zeigt die Studie, dass soziale Isolation und Einsamkeit die krankheitsfreie Lebenserwartung deutlich verkürzen“, sagte Studienleiter Lu Qi, Professor an der Tulane University.

Die Zusammenhänge sind bei psychischen Erkrankungen stärker als bei körperlichen Leiden. Jahre ohne Depressionen und Angststörungen gehen häufiger verloren als Jahre ohne Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen oder Krebs.

Die gute Nachricht: Ein gesunder Lebensstil kann die negativen Folgen sozialer Isolation abmildern. Die schlechte Nachricht: Er scheint den Schaden, den Einsamkeit anrichtet, nicht auszugleichen.

Mit 50 Jahren verbringen Menschen, die sowohl einsam sind als auch isoliert leben, deutlich weniger Zeit ohne schwere chronische Krankheiten als Gleichaltrige, die weder unter Einsamkeit noch unter Isolation leiden.

Frauen und Männer: Einsamkeit und Isolation treffen sie unterschiedlich

Frauen und Männer erleben Einsamkeit und soziale Isolation auf unterschiedliche Weise. Das spiegelt sich auch in den Folgen für die Gesundheit wider. Viele Frauen legen größeren Wert auf emotionale Nähe; ihre psychischen Probleme stehen deshalb enger mit Einsamkeit in Verbindung. Bei Männern zeigt die psychische Gesundheit einen stärkeren Zusammenhang mit sozialer Isolation.

Bei Frauen bedeuten Einsamkeit und Isolation im Schnitt etwa zweieinhalb Jahre mit schlechterer körperlicher Gesundheit und fast vier Jahre mit beeinträchtigter psychischer Gesundheit. Bei Männern gehen durch beides knapp zwei Jahre ohne körperliche Erkrankungen verloren und fast sechs Jahre ohne psychische Störungen.

Männer waren der Studie zufolge häufiger sowohl einsam als auch sozial isoliert. Sie verfügten seltener über soziale, materielle und wirtschaftliche Ressourcen und schnitten beim gesunden Lebensstil schlechter ab.

Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass die Unterschiede damit zu tun haben, wie Frauen und Männer Unterstützung suchen und psychisches Wohlbefinden erreichen. Männer stützen sich eher auf körperliche Präsenz und häufige Treffen. Frauen verlassen sich stärker auf emotionale Unterstützung.

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