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130 Kilometer Reichweite: Kamikaze-Drohne fliegt bald für die Bundeswehr

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Die Stark-Virtus-Drohne
Die Stark-Virtus-Drohne Copyright  Stark Defence
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Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Die Bundeswehr soll bald ihre ersten Virtus-Kampfdrohnen erhalten. Das System kann bis zu 130 Kilometer weit fliegen und soll zunächst bei der deutschen Brigade in Litauen eingesetzt werden.

Sie kann bis zu 75 Minuten in der Luft bleiben und bis zu 130 Kilometer weit fliegen: Die "Virtus" von Stark Defence ist eine sogenannte Loitering Munition, also eine Kampfdrohne, die über einem Einsatzgebiet kreisen und ein Ziel bekämpfen kann.

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Nun soll das System die Bundeswehr verstärken. Die erste Charge von Stark Defence soll nach Litauen gehen, wo die Panzerbrigade 45 stationiert ist. Wie Senior Vice President Josef Kranawetvogl der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bei der Rüstungsmesse Euro Defence Expo in Essen sagte, sollen die Systeme dort bereits im November bei einer NATO-Übung zum Einsatz kommen.

Laut Kranawetvogl hat die erste Lieferung einen Wert von 275 Millionen Euro. Wie viele Drohnen an die deutschen Streitkräfte geliefert werden sollen, ist jedoch nicht bekannt.

Auch wie schnell das Unternehmen die Produktion tatsächlich hochfahren kann, ist derzeit nicht bekannt. Das Unternehmen verweist dabei auf seine Produktionskapazitäten an mehreren europäischen Standorten. "Stark hat seine Entwicklungs- und Produktionsprozesse konsequent auf Skalierbarkeit ausgelegt. Das Unternehmen verfügt über Produktionskapazitäten an mehreren europäischen Standorten und verfolgt das Ziel, einsatzbereite Systeme schnell in größeren Stückzahlen zu liefern", so eine Unternehmenssprecherin zu Euronews.

Die nun anstehende Lieferung ist Teil eines Rahmenvertrags zwischen Stark Defence und der Bundeswehr im Umfang von 2,9 Milliarden Euro. Für eine Milliarde Euro davon hat der Bundestag bereits grünes Licht gegeben. Neben Stark Defence sind auch Helsing und Rheinmetall mit ihren Systemen an der Beschaffung beteiligt.

Was unterscheidet die "Virtus" von anderen Drohnen?

Die rund 33 Kilogramm schwere Drohne erreicht nach Angaben des Rüstungsunternehmens eine Reichweite von bis zu 130 Kilometern und kann bis zu 75 Minuten in der Luft bleiben. Sie kann eine Nutzlast von bis zu fünf Kilogramm tragen und soll in weniger als zehn Minuten aufgebaut werden.

Auf Anfrage von Euronews erklärt die Unternehmenssprecherin, dass die Drohne "von Grund auf für die Anforderungen moderner, elektronisch umkämpfter Gefechtsfelder entwickelt" wurde und einen vollelektrischen Antrieb mit einem sogenannten VTOL-Design kombiniert. "VTOL" steht für "Vertical Take-Off and Landing", also senkrechtes Starten und Landen.

"Dadurch kann das System ohne Katapult oder Startbahn operieren und flexibel aus unterschiedlichsten Umgebungen eingesetzt werden", erklärt die Unternehmenssprecherin.

Gegen Panzer, Artillerie und Luftabwehr

Die "Virtus"-Drohne wurde nach Angaben von Stark Defence zur Bekämpfung hochwertiger militärischer Ziele entwickelt, darunter Kampfpanzer, mobile Artilleriesysteme und Luftverteidigungsanlagen. "Das System durchdringt bis zu 800 Millimeter Panzerstahl", bestätigt die Unternehmenssprecherin.

Nach Angaben von Stark Defence sind dafür die Reichweite, Präzision und Mobilität des Systems entscheidend. Stark-Senior Vice President Kranawetvogl sprach damit auch ein Thema an, das im Zusammenhang mit dem Drohnenkrieg in der Ukraine immer wieder eine Rolle spielt: die Kostenfrage. Wie er laut dpa sagte, koste eine "Virtus" weniger als 100.000 Euro. Ein Panzer, der damit bekämpft werden könne, koste dagegen mehrere Millionen Euro.

Auch Künstliche Intelligenz (KI) soll bei "Virtus" eine Rolle spielen, und zwar mit der entsprechenden Plattform von Stark Defence namens "Minerva". Die Plattform helfe den Bedienern dabei, große Datenmengen zu verarbeiten sowie Missionsplanung und Navigation zu unterstützen.

Auch unter den Bedingungen elektronischer Kampfführung solle das System handlungsfähig bleiben. Die Entscheidung über den Einsatz der Waffe soll dabei beim Menschen bleiben. "Die finale Entscheidung über die Zielauswahl und den Wirkeinsatz verbleibt jederzeit beim Menschen", so die Unternehmenssprecherin zu Euronews.

Auch Kranawetvogl bekräftigte, dass ein Operator "mit softwareunterstützten KI-Mechanismen mehrere Drohnen steuern" könne, die Kontrolle dabei jedoch beim Menschen bleibe.

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