Empörung gegen Trump: Er postet ein verstörendes Video von einem Briten, der von einem Tiger getötet wird. Und macht sich darüber lustig.
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag auf seinem Konto bei Truth Social ein verstörendes Video veröffentlicht. Darin ist zu sehen, wie in Großbritannien ein Mann von einem Tiger tödlich verletzt wird. In den sozialen Netzwerken löste der Beitrag Empörung aus.
Trump kommentierte den Clip mit der Zeile: „Leg dich nie mit der Natur an!“.
Später veröffentlichte er einen weiteren Ausschnitt. Darin sind offenbar mit KI erzeugte Szenen zu sehen, in denen Menschen von Großkatzen attackiert werden, untermalt von Synthesizer-Musik.
Der ursprüngliche, 41 Sekunden lange Mitschnitt aus einem Wildpark im Vereinigten Königreich, der den Angriff am Samstag zeigt, tauchte auch auf dem X-Konto „Rapid Response 47“ des Weißen Hauses auf.
Am Dienstag veröffentlichte Trump zudem ein KI-Video, in dem er selbst mit einem lächelnden Tiger ringt und sich mit ihm anfreundet. Unterlegt ist der Clip mit dem Song „The Lion Sleeps Tonight“.
Empörung über Tiger-Video: Nutzer nennen Trumps Posting „widerlich“ und „krank“
Mehrere Nutzerinnen und Nutzer, die den Beitrag des Weißen Hauses auf X kommentierten, beschrieben das Video als „widerlich“ und „krank“. Einige warfen Trump Respektlosigkeit gegenüber dem Mann vor, der bei dem Angriff starb.
„Eine Familie trauert, und du entscheidest dich, die letzten Momente ihres Angehörigen der ganzen Welt zu zeigen“, schrieb eine Person.
„Ich habe dich gewählt, aber nicht für so etwas. Kannst du nicht einfach einer Praktikantin oder einem Praktikanten die Betreuung deiner Social-Media-Kampagne überlassen?“, kommentierte eine andere.
Trump sah sich bereits früher Kritik wegen umstrittener Beiträge in sozialen Medien ausgesetzt. Dazu gehören KI-Videos, die sich über marginalisierte Gruppen lustig machen, sowie ein Bild, das ihn als Jesus Christus zeigt. Nach Kritik religiöser Gruppen löschte er dieses später.
Der Präsident und seine Regierung setzen häufig KI-generierte Memes ein. Der Forscher Kurt Sengul von der Macquarie University in Australien bezeichnet diese Strategie als „memetic warfare“.
Im Gespräch mit Euronews im vergangenen Jahr sagte Sengul, der Einsatz von Memes und generativer KI schaffe ein Klima, in dem scheinbar nichts mehr ernst genommen werde.
Trumps Ansatz vermittele demnach die Botschaft, dass jede Person, die sich von solchen Inhalten verletzt fühlt, einfach „humorlos sei und keinen Spaß verstehe“.