Finden Sie uns
Werbung

"Ältestes Wrack der Welt": 4.700 Jahre alte Tongefäße vor türkischer Küste gefunden

Ein Tauchgang bei Kekova.
Tauchgang vor Kekova. -  Copyright  TGA
Copyright TGA
Von Buse Keskin
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Nahe der türkischen Insel Kekova wurden Tongefäße bei einem Schiffswrack entdeckt, die mutmaßlich 4.400 bis 4.700 Jahre alt sind. Ähnliche Gefäße, sogenannte Amphoren, gab es auch in Ägypten. Sie sollen Aufschluss über den früheren Handel im Mittelmeer geben.

Vor der Insel Kekova bei Antalya haben Unterwasserarchäologen Amphoren entdeckt, die rund 4.400 bis 4.700 Jahre alt sind. In diesen bauchigen Gefäßen aus Ton wurden früher Vorräte gelagert.

WERBUNG
WERBUNG

Die Funde stammen nach ersten Einschätzungen von einem Wrack aus der Frühbronzezeit. Der Fund der Amphoren sollen helfen, die Frühgeschichte der Seefahrt in Anatolien und die Handelskontakte im östlichen Mittelmeer besser zu verstehen.

"Im 'Mavi Vatan', unserem 'Blauen Vaterland', legen wir die Spuren des mutmaßlich ältesten Wracks der Welt frei", erklärte der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy in einem Beitrag in den sozialen Netzwerken die Bedeutung der entdeckten Amphoren hervor.

Die Amphoren dienten vermutlich zum Transport von Olivenöl oder Wein. Tonanalysen deuten darauf hin, dass die Gefäße in Werkstätten im Jordantal hergestellt wurden. Vergleichbare Stücke aus Ägypten, Troja und Kreta zeigen, wie eng damals weit voneinander entfernte Regionen über Handel und Kulturkontakte verbunden waren.

Ersoy betonte, die Türkei wolle die Geschichte der anatolischen Seefahrt mit neuen Funden weiter aufklären und das Unterwasser-Kulturerbe für die kommenden Generationen schützen. Er gratulierte dem Team um Doç. Dr. Hakan Öniz, der die wissenschaftliche Leitung der Grabung übernommen hat.

Taucher erkunden das Wrackgebiet vor Kekova.
Taucher erkunden das Wrackgebiet vor Kekova. TGA

Wrack vor Kekova: Wie es entdeckt wurde

Bereits frühere Unterwasserforschungen der Mittelmeer-Universität vor der Insel Kekova hatten Reste eines Wracks zutage gefördert. Amphorenproben aus diesem Bereich deuteten darauf hin, dass das Schiff aus der Frühbronzezeit stammt.

Mit Genehmigung des Kultur- und Tourismusministeriums begannen unter Leitung der Museumsdirektion Antalya und unter der wissenschaftlichen Verantwortung von Doç. Dr. Hakan Öniz im Jahr 2026 systematische Ausgrabungen in dem Gebiet. Die dort geborgenen Amphoren erwiesen sich als rund 4.400 bis 4.700 Jahre alt.

Ähnliche Gefäße fanden Forscher nahe der Pyramiden von Gizeh, Saqqara und Abusir in Ägypten, außerdem in Troja und auf Kreta. Das legt nahe, dass die Ladung des Wracks Teil eines weit verzweigten Handelsnetzes war. Nach einer Arbeitshypothese könnte das Schiff von einem Hafen an der levantinischen Küste ausgelaufen und in Richtung Troja oder Kreta unterwegs gewesen sein.

Amphore mit neun Zeichen: Neues Bild vom Alltag der Seeleute

Taucher erkunden das Wrackgebiet vor Kekova.
Taucher erkunden das Wrackgebiet vor Kekova. TGA

Besonders ins Auge sticht eine der gefundenen Amphoren. Sie weist zwei Öffnungen im Körper und insgesamt neun unterschiedliche Zeichen auf. Erste Analysen lassen vermuten, dass es sich um eine Amphore handelt, die bei der Herstellung von Käse oder Butter als eine Art Butterfass diente.

Nach dieser Deutung könnten die Seeleute auf langen Fahrten Ziegen an Bord gehalten, sie gemolken und ihre eigenen Milchprodukte hergestellt haben. Die Funde geben damit nicht nur Hinweise auf transportierte Handelsgüter, sondern auch auf den Alltag an Bord und die Ernährungsgewohnheiten der Besatzung.

Die Grabungen vor Kekova eröffnen neue Fragen zu den Seewegen im östlichen Mittelmeer vor rund 4.700 Jahren und liefern zugleich seltene Einblicke in das Leben auf den damaligen Schiffen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

7.000 Jahre verborgen: Das rätselhafte Skelett von Großköllnbach

Archäologen finden ältestes Schiffswrack vor türkischer Mittelmeerküste

„Breaking Bad“-Schauspieler RJ Mitte stirbt mit 34