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Von Samarkand bis Paris: Zentralasiens wissenschaftliches Erbe bewahren

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Teilnehmende besuchen ein internationales Forum zum wissenschaftlichen und kulturellen Erbe Zentralasiens im UNESCO-Hauptquartier in Paris.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen ein internationales Forum über das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Zentralasiens im UNESCO-Hauptquartier in Paris -  Copyright  Euronews -  Islamic Civilisation Center
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Von den Gelehrten der Seidenstraße bis zu neuen Forschungszentren in Taschkent: Usbekistan will sein Erbe öffnen. Fachleute bei der UNESCO in Paris beleuchten den Beitrag des Landes zur Weltkultur.

Über Jahrhunderte war Zentralasien ein Knotenpunkt für wissenschaftliche Entdeckungen, Gelehrsamkeit und kulturellen Austausch. Historische Städte wie Samarkand und Buchara entwickelten sich zu bedeutenden Wissenszentren. Sie verbanden die Gelehrtentraditionen entlang der Seidenstraßen und trugen zu Fortschritten in Mathematik, Astronomie, Medizin und religiösem Denken bei.

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Heute versucht Usbekistan, dieses Erbe international besser sichtbar zu machen – mit Forschungsinstituten, Museumssammlungen, digitalen Technologien und akademischer Zusammenarbeit.

Über diese Bemühungen diskutierten Expertinnen und Experten auf einer internationalen Konferenz im UNESCO-Hauptquartier in Paris. Nach Angaben der Veranstalter kamen dort mehr als 300 Teilnehmende zusammen, darunter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Diplomaten sowie Vertreter internationaler Organisationen.

Den Kongress richtete das Islamic Civilization Center in Usbekistan aus – gemeinsam mit der Ständigen Vertretung und der Nationalen Kommission des Landes bei der UNESCO, dem Außenministerium sowie mehreren wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen.

Die Initiative geht auf ein umfassenderes Programm zurück, das Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew 2017 vor der UN-Generalversammlung skizzierte. Damals warb er für mehr internationale Anerkennung des intellektuellen Erbes Zentralasiens und hob die Bedeutung von Bildung und religiöser Toleranz hervor.

In einer weiteren Rede vor den Vereinten Nationen im September 2025 schlug er vor, das wissenschaftliche und geistige Erbe der großen Gelehrten der Region auf wichtigen internationalen Bühnen vorzustellen. Die Konferenz in Paris sowie Präsentationen an UN-Standorten in New York und Genf gehören zu diesem Programm.

Das intellektuelle Erbe Zentralasiens

Ein großer Teil der Debatte drehte sich um Mawarannahr, historisch als Transoxanien bekannt. Die Region liegt zwischen den Flüssen Amudarja und Syrdarja, umfasst weite Teile des heutigen Usbekistan und reicht in Nachbarstaaten Zentralasiens hinein.

Aus dieser Region stammten – oder in sie zogen – Gelehrte, deren Werke die intellektuellen Traditionen in der islamischen Welt und weit darüber hinaus prägten.

In einem Beitrag, über den das Islamic Civilization Center berichtete, erinnerte Mahmud Erol Kılıç, Generaldirektor des Forschungszentrums für islamische Geschichte, Kunst und Kultur (IRCICA), an die Leistungen von Al-Chwarizmi, Al-Farabi, Ibn Sina und Al-Biruni.

Ihre Arbeiten stehen für eine Gelehrtenkultur, in der sich Mathematik, Medizin, Philosophie und Religionswissenschaft durch den Austausch von Wissen zwischen verschiedenen Regionen weiterentwickelten.

Auch Farhan Ahmad Nizami, Direktor des Oxford Centre for Islamic Studies, betonte, dass die historischen Bauwerke der Region eine lange Geschichte von Kreativität und kulturellem Austausch widerspiegeln.

„Zivilisationen entstehen nicht im luftleeren Raum. Wir befruchten uns gegenseitig. Diese Botschaft müssen wir vermitteln, um zu sehen, dass uns viel mehr verbindet als trennt“, sagte Salima Dalibey von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit gegenüber Euronews.

Mehrdad Shabahang, Leiter des UNESCO-Programms Seidenstraßen, hob die Rolle von Forschungseinrichtungen bei der Dokumentation dieser gemeinsamen Geschichte hervor.

„Zentren wie das Uzbekistan Islamic Civilisation Center helfen uns, unsere gemeinsame Vergangenheit und Geschichte zu identifizieren, zu dokumentieren und bekannter zu machen“, sagte er.

Firdavs Abdukhalikov, Direktor des Islamic Civilization Center, unterstrich zudem die weltweite Bedeutung dieses Erbes.

„Kulturerbe und unsere großen Vorfahren gehören der ganzen Welt“, sagte er zu Euronews.

Mehr als ein Museum

Im Mittelpunkt der Initiative steht das Islamic Civilization Center in Taschkent. Laut dem Zentrum zeichnen seine Dauerausstellungen die Geschichte auf dem Gebiet des heutigen Usbekistan über mehr als 3.000 Jahre nach.

Zu den Aufgaben gehören die Erforschung seltener Manuskripte und historischer Objekte. Gleichzeitig setzt das Haus digitale Technologien ein, um die Forschung zu unterstützen und die Sammlungen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Abdukhalikov betonte, dass der Anspruch weit über das Ausstellen historischer Stücke hinausgeht.

„Es ist nicht nur ein schönes, großes Gebäude und Museum. Es ist eine zentrale Plattform für Wissenschaft und Bildung“, sagte er Euronews.

Frédérique Beaupertuis-Bressand, Expertin für Geschichte und Kunst der Timuridenzeit, beschrieb das Museum als wichtige Ressource für Forschende und Besucherinnen und Besucher.

„Endlich erhält Kultur den Stellenwert, den sie verdient. Wir können diese Objekte sehen, sie berühren und studieren“, sagte sie und ergänzte, der Zugang zu den Sammlungen eröffne neue Möglichkeiten für historische Forschung.

Das Zentrum ist zudem in ein breiteres Netzwerk spezialisierter Einrichtungen eingebunden, darunter internationale Forschungszentren zu Imam Bukhari, Imam Termizi und Imam Maturidi.

Sali Shahsivari, Geschäftsführer der Al-Furqan Islamic Heritage Foundation, begrüßte den Ausbau dieser Institutionen. Sie trügen dazu bei, dem kulturellen Erbe der Region mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, sagte er.

Die Gespräche in Paris galten auch neuen Möglichkeiten für internationale Forschungskooperation – etwa gemeinsamen Studien, der Digitalisierung historischer Quellen und einer engeren Vernetzung von Hochschulen. Das Zentrum stellte zudem seinen Einsatz digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz bei der Erforschung und Präsentation von Kulturerbe heraus.

Außerdem diskutierten die Teilnehmenden, wie ein besseres Verständnis des gemeinsamen kulturellen Erbes den Dialog zwischen Gesellschaften fördern kann.

„Wir leben in einer Zeit, in der sich Hassrede sehr schnell verbreitet. Deshalb helfen solche Gelegenheiten, zusammenzusitzen, zu sprechen, Ideen auszutauschen und in Dialog zu treten, damit Menschen einander besser verstehen und sich auf eine Kultur des Friedens vorbereiten“, sagte Salima Dalibey von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit zu Euronews.

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