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Erster menschlicher Fall von Rinder-Virus Shamonda: Wie groß ist Europas Risiko?

Kühe weiden auf einem Milchviehbetrieb.
Auf einem Milchhof grasen Kühe. -  Copyright  AP Photo/Amanda Swinhart
Copyright AP Photo/Amanda Swinhart
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Der erste bestätigte Shamonda-Virusfall beim Menschen in Frankreich alarmiert Experten nicht: Nach Angaben des ECDC gegenüber Euronews droht Europa keine größere Gefahr.

Die öffentlichen Gesundheitsbehörden in Europa sollten den ersten beim Menschen bestätigten Fall des Shamonda-Virus in Frankreich aufmerksam verfolgen, aber nicht „in Panik geraten“, erklärte das ECDC gegenüber Euronews. Die Ermittlungen zum Tod des Patienten laufen weiter.

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Die französischen Behörden bestätigten am Donnerstag eine Infektion mit dem Shamonda-Virus bei einem Patienten in Lyon, der Anfang Oktober gestorben war. Es ist der erste bekannte Fall, in dem dieses Virus, das bislang nur bei Tieren – vor allem bei Rindern – nachgewiesen wurde, einen Menschen infizierte.

„Das ist ein sehr besonderer Fall“, sagte Tamás Bakonyi, leitender Experte für durch Vektoren übertragene und zoonotische Krankheiten sowie für One-Health-Themen beim ECDC, im Gespräch mit Euronews.

Der betroffene Patient litt an Leukämie und war „stark immungeschwächt“. So konnte das Virus leichter in den Körper eindringen. „Der gesamte Verlauf von Virusinfektionen oder anderen Infektionen unterscheidet sich bei solchen immungeschwächten Menschen deutlich von dem bei gesunden Personen“, erklärte Bakonyi.

Er schloss nicht aus, dass sich das Virus auch auf andere Menschen übertragen kann. „Das bedeutet aber nicht, dass wir uns jetzt sorgen müssen oder in Panik verfallen sollten“, sagte er und betonte, dass es bisher nur wenige Hinweise auf eine größere Bedrohung gibt.

„Die Untersuchungen in Frankreich deuten darauf hin, dass der Patient das Virus bereits über einen längeren Zeitraum in sich trug, dann eine Enzephalitis entwickelte und schließlich verstarb“, so Bakonyi.

Das Shamonda-Virus gehört zu einer Gruppe von Viren, die durch stechende Insekten, sogenannte Gnitzen, übertragen werden.

Erstmals wurde das Virus Mitte der 1960er-Jahre in Nigeria nachgewiesen. Seither tauchte es immer wieder sporadisch bei Rindern in West-, Ost- und dem südlichen Afrika sowie in Japan auf.

In diesem Sommer wurde es auch in Westeuropa nachgewiesen. Fälle meldeten Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Spanien und die Schweiz sowie die britische Kanalinsel Jersey.

Ermittlungen laufen

Obwohl das Virus bisher nie beim Menschen beschrieben war, hatten Fachleute und öffentliche Gesundheitsinstitute in europäischen Ländern bereits untersucht, ob es Menschen infizieren kann.

„Das ist ein Warnsignal, aber kein völliges Novum“, sagte Bakonyi. Millionen Menschen hätten in einer Umgebung gelebt, in der das Virus vorkommt, und dennoch sei es bislang nie als Problem gemeldet worden.

„Es lässt sich nicht ausschließen, dass es sich auch in anderen Menschen weitervermehrt. Genau dieser Punkt ist alarmierend, und deshalb laufen jetzt Untersuchungen, um jeden Aspekt zu klären“, erklärte er.

Dazu gehören klinische, laborbasierte und epidemiologische Untersuchungen. Fachleute wollen herausfinden, ob das Virus den Tod des Patienten verursacht oder dazu beigetragen hat und auf welchem Weg die Infektion erfolgte.

Einige Studien prüfen Antikörper bei Menschen, die dem Virus ausgesetzt gewesen sein könnten, etwa bei Tierärztinnen, Tierärzten und Landwirtinnen und Landwirten. So wollen die Forschenden feststellen, ob Infektionen ohne erkennbare Symptome vorkommen.

Der Fall zeigt, wie eng Tier- und Menschenwelt gesundheitlich miteinander verbunden sind. Deshalb verfolgen das ECDC und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einen One-Health-Ansatz: Sie arbeiten gemeinsam an Fragen der Tier- und der menschlichen Gesundheit, sammeln wissenschaftliche Daten und andere relevante Informationen – auch Beiträge von Fachleuten aus verschiedenen Ländern –, um eine fundierte Risikobewertung zu erstellen.

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