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Der Kater mit Hut versetzt TikTok in Angst: Horrorspuk gerät außer Kontrolle

Mike Myers in „Ein Kater macht Theater“ (2003).
Mike Myers in „Ein Kater macht Theater“ (2003). Copyright  Universal Pictures and DreamWorks Pictures
Copyright Universal Pictures and DreamWorks Pictures
Von Amber Louise Bryce
Zuerst veröffentlicht am
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Eine neue Angst geht um – und sie trägt Zylinder. Nach TikTok-Sorgen über eine lebensgroße „Cat in the Hat“-Figur auf Straßen in Großbritannien und Irland hat die Polizei Stellung genommen.

Stell dir vor: Du läufst spätabends nach Hause. Es ist dunkel. Zwischen dem Flackern einiger Straßenlaternen erkennst du eine blasse Gestalt mit schiefem Zylinder. Fast katzenhaft, mit einem bedrohlichen Grinsen. Im Wind hörst du ein eisiges Flüstern: „It is fun to have fun but you have to know how.“

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Für die meisten bleibt das nur ein absurd-schauerlicher Gedanke. Für einige junge Menschen auf TikTok ist die Vorstellung, Dr. Seuss’ Cat in the Hat nachts durch die Straßen streifen zu sehen, inzwischen eine geteilte Paranoia.

@jordankillan2 When all you have herd about is cat in the hat from your children. We decided as parents to take the opportunity to scare the 💩 out of them 🤣🤣🤣 #catinhat #scary #fyp #viral #vi ♬ original sound - SPAM LIKE = BLOCK

Begonnen hat alles Ende Juni. Eine TikTok-Userin oder ein User lud einen Clip hoch, in dem Mike Myers als The Cat in the Hat aus der Verfilmung von 2003 zu einem unheimlichen Soundtrack tanzt. Die Bildunterschrift lautete: „How mfs be dancing at prom just to overdose 2 weeks later.“

Das inzwischen gelöschte Video kam innerhalb einer Woche auf mehr als 4,4 Millionen Aufrufe. Es löste einen viralen Trend aus: Nutzerinnen und Nutzer nahmen harmlose Szenen aus The Cat in the Hat und verwandelten sie in verstörende Clips.

Die Sache eskalierte, als das Originalkostüm aus dem Film über das Auktionshaus Propstore versteigert werden sollte – eine gespenstische Hülle mit hohlen Augen, die den neuen Horror-Mythos um die Figur weiter anfachte.

Das Kostüm von The Cat in the Hat, getragen von Mike Myers im Film von 2003. Es soll zwischen 12.000 und 24.000 US-Dollar (rund 10.284 bis 20.568 Euro) einbringen.
Das Kostüm von The Cat in the Hat, getragen von Mike Myers im Film von 2003. Es soll zwischen 12.000 und 24.000 US-Dollar (rund 10.284 bis 20.568 Euro) einbringen. Propstore

Seitdem tauchen immer beunruhigendere Videos mit dem Cat in the Hat auf. Darin scheint die Figur – oder noch furchteinflößendere Versionen davon – an öffentlichen Orten gesehen zu werden, vor allem im Vereinigten Königreich und in den irischen Grafschaften Limerick und Wexford.

Mal starrt er angeblich durch Fenster. Mal steht er in Einfahrten und wird von einer Ring-Videotürklingel gefilmt. Viele Clips wirken wie gefundenes Material, wackelig aufgenommen, mit grobkörnigen Bildern.

„Gerade hat draußen vor meinem Haus jemand geschrien: ‚I’m gonna get you‘. Dann höre ich Schritte und sehe niemanden. Es wird langsam echt gruselig, es ist 23 Uhr und ich glaube normalerweise nicht an so was, aber es fühlt sich jetzt zu echt an“, schrieb eine Person in den Kommentaren.

„Green eggs and SCRAM, bro“, meinte eine andere.

Die Angst war bei manchen so groß, dass Polizei und Garda im Vereinigten Königreich und in Irland inzwischen klarstellen mussten: Die Videos sind gefälscht und wurden mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt.

„In einer etwas ungewöhnlichen Wendung hören wir gerade viel über eine schwer fassbare Dr.-Seuss-Figur, die online die Runde macht und angeblich in Wohngebieten und Städten im ganzen Land für Chaos sorgt“, schrieb eine Sprecherin oder ein Sprecher der Garda in Wexford auf Instagram (Quelle auf Englisch).

„Zum Glück können wir Entwarnung geben. Im Kern handelt es sich um einen KI-Prompt, der die Figur in Bilder und Videos vertrauter Orte einfügt“, hieß es weiter.

„Zur Klarstellung: Der Cat in the Hat stand nicht in Ihrer Einfahrt, während Sie unterwegs waren, und er versteckt sich auch nicht in Curracloe.“

Creepypasta: Wenn Wirklichkeit verschwimmt

Es ist nicht das erste Mal – und wird nicht das letzte Mal sein –, dass soziale Netzwerke kollektive Ängste schüren. 2016 führten Berichte über Clown-Sichtungen zu einer Welle von Inhalten und Streichen, die die Grenze zwischen Realität und digitalem Großstadtmythos verwischten.

In ähnlicher Weise dienen Plattformen seit Langem als Bühne für Gruselgeschichten, die Menschen besonders eindringlich erzählen können. So entstehen Horrorlegenden, im Netz meist „Creepypasta“ genannt, die wachsen und sich weiterentwickeln, wenn andere sie teilen.

Einige dieser Geschichten inspirierten sogar Horrorfilme, etwa Slender Man, We’re All Going to the World’s Fair und jüngst Backrooms.

Bleiben solche viralen Legenden in bestimmten Online-Communitys, können sie verbindend wirken und kreative Energie freisetzen. Problematisch wird es, wenn sie auf sehr junge Nutzerinnen und Nutzer treffen – und in den Alltag hineinreichen.

Die rasante Entwicklung von KI erschwert zusätzlich die Unterscheidung von Fake und Realität. Der Schutz jüngerer User wird damit noch dringlicher, ebenso wirksame Eingriffe durch die Plattformbetreiber.

Für den Moment können wir immerhin sicher sein: Ein menschengroßer, sprechender Kater wird uns so bald nicht nachts auflauern.

Es sei denn, Sie wohnen in der Nähe der Person, die sich das Kostüm von 2003 sichert …

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