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Umweltprojekt in Dubai: Aus Austernschalen werden Riffe

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Von Natalie Lindo, Sabine Sans
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Umweltprojekt in Dubai: Aus Austernschalen werden Riffe
Copyright  euronews   -   Credit: Dubai

Ein Restaurant in Dubai hat ein Umweltprojekt gestartet: Austernschalen landen nicht im Müll, sondern gehen zurück ins Meer. Das Restaurant baut daraus zusammen mit einer örtlichen Umweltschule und einer Meeresforschungsgruppe Riffe, um die Artenvielfalt vor der Küste Dubais zu erhöhen.

Die Küste der Vereinigten Arabischen Emirate hat kilometerlange Strände, es gibt unzählige Arten an Meereslebewesen. Viele Restaurants in Dubai verwenden lokale Zutaten. Eine der angebotenen Delikatessen sind Austern. In der Maine New England Brasserie Company stehen die Schalentiere ganz oben auf der Speisekarte. 50.000 Austern pro Monat werden bestellt. Ihre Schalen wurden früher weggeworfen. Jetzt hat man sich mit einer örtlichen Umweltschule und einer Meeresschutzgruppe zusammengetan: die Schalen gehen zurück ins Meer.

Mit seinen drei Restaurantfilialen ist “The Maine” der größte Anbieter von Austern in der Region. "Jeden Monat fallen bei uns riesige Abfall-Mengen an Austernschalen an", erzählt Joey Ghazal, Gründer & Geschäftsführer der Maine New England Brasserie Company. "Das Dubai Oyster Project ist das erste Gemeinde-Projekt, um Riffe zu renaturieren. Mit unseren Austernschalen werden künstliche Riffe geschaffen. Wir erzählen unseren Kunden, dass die Austern, die sie essen, wieder im Meer landen, und dass jede einzelne Auster, die sich regeneriert, 227 Liter Wasser pro Tag filtern kann, das schafft einen natürlichen Lebensraum, der die Umwelt verbessert. Das hilft der vom Aussterben bedrohten Karettschildkröte und die Leute sind begeistert, weil sie etwas für die Umwelt tun."

Screenshot: euronews
Austern - eine beliebte Delikatesse in DubaiScreenshot: euronews
"Man glaubt nicht, dass man etwas bewirken kann, bis man es tatsächlich tut, das Projekt macht wirklich Spaß und man sieht den Fortschritt."
Janelle
Schülerin an der Arbor-Schule

Die Zusammenarbeit der drei Projektteilnehmer entstand aufgrund der Initiative eines örtlichen Unternehmers:

"Joey kam mit diesem Problem zu mir, und wir haben zusammen nach einer Lösung gesucht. Ich bin Vorstandsmitglied der Arbor School und arbeite seit 18 Jahren mit der Emirates Marine Environmental Group (EMEG) zusammen, bin also mit dem Jebel Ali Sanctuary bestens vertraut", erzählt Fadi Abu Ghali, Mitgründer des Dubai Oyster Project. "Ich brachte also die verschiedenen Teilnehmer für ein schönes Projekt zusammen, das eine Reihe von Themen berührt, darunter Bildung, Umwelt und das Problem der Lebensmittelverschwendung. Das steht schon eine ganze Weile auf meiner Liste. Ich habe Kinder, ihnen will ich eine bessere Welt hinterlassen. Das Projekt verbindet Umwelt, Bildung und das Problem der Lebensmittelverschwendung. Es deckt also eine Menge Dinge ab."

Riffgebiet vor der Küste Dubais renaturieren

Das Projekt will das natürliche Riffgebiet vor der Küste Dubais renaturieren, um die Artenvielfalt im Meer zu fördern und einen natürlichen Lebensraum für die gefährdete Echte Karettschildkröte zu schaffen.

"Es ist cool, wir recyceln sie, bringen sie zurück, das ist ein Öko-Kreislauf."
Floris
Schüler an der Arbor-Schule
Screenshot: euronews
Schüler der Arbor-SchoolScreenshot: euronews

Der Lehrplan der Arbor-Schule umfasst Umweltbildung, die Schüler lernen die Ozeanografie der Vereinigten Arabischen Emirate. In dieser Klasse füllen sie ausrangierte Fischreusen, die Gargoors genannt werden, mit Austernschalen. Die Muscheln bilden Strukturen, die Meereslebewesen einen Lebensraum bieten.

Screenshot: euronews
Reuse, gefüllt mit AusternschalenScreenshot: euronews

"Das Austernprojekt war eine Gelegenheit, den Lehrplan aus dem Klassenzimmer in die Praxis zu übertragen", sagt Ben Wren, der Umweltbeauftragte der Arbor-Schule. "Unsere Schüler sind oft an den Stränden, sie kennen die Probleme der Meeresumwelt. Wir haben bereits Teile des Riffs angelegt. Um die Entwicklung besser beobachten zu können, bauen die Kinder Probenkisten, die am Riff befestigt werden. Wir können sie aus dem Wasser nehmen und am Strand mit Spezialausrüstung untersuchen. So können sie einen viel genaueren Blick auf die Entwicklung der neuen Riffe werfen. In etwa sechs Monaten kommen wir wieder und dann übergibt diese Gruppe, die dann in die neunte Klasse geht, das Projekt an die nächste Gruppe von Achtklässlern."

"Es ist wirklich cool, in den meisten Schulen werden nicht so viele praktische Dinge angeboten, wir lernen hauptsächlich Theorie, und mit Theorie kommt man im echten Leben nicht sehr weit. Wir beschäftigen uns mit Problemen und deren Lösung."
Iman
Schülerin an der Arbor-Schule

Mit Unterstützung der Emirates Marine Environmental Group setzen die Schüler die Reusen aus und überwachen deren Entwicklung. Die Gargoors verwandeln sich vor der Küste im Reservat der Umweltgruppe in biologische Bausteine. Dieser Prozess wird als ökologische Wiederherstellung bezeichnet. Wenn sich das Projekt als erfolgreich erweist, kann es auf andere Gebiete außerhalb des Reservats ausgeweitet werden und zur Verbesserung des marinen Ökosystems der VAE beitragen.

In den vergangenen sechs Monaten wurden schätzungsweise 250.000 Austernschalen von dem Restaurant an die Arbor-Schule gespendet. Bis Ende des Jahres will man die Marke von einer Million knacken.