Loader
Finden Sie uns
Werbung

Trump droht bei UN mit "Auslöschung" Irans und bestätigt Gespräche mit Teheran

US-Präsident Donald Trump spricht während der 81. Tagung der UN-Generalversammlung am Sitz der Vereinten Nationen in New York am 22. September 2026.
US-Präsident Donald Trump spricht während der 81. Tagung der UN-Generalversammlung im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York am 22. September 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Aleksandar Brezar
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

"Oder vernichte ich die Islamische Republik schnell?" Mit dieser Frage sorgte Trump vor der UN für Aufsehen, ein Teil der iranischen Delegation verließ den Saal.

US-Präsident Donald Trump drohte am Dienstag in einer Rede vor der UN-Generalversammlung zunächst, Iran zu "vernichten". Wenige Stunden später erklärte er jedoch, dass sich Vertreter der USA und Irans am Rande der Sitzung getroffen hätten, das erste bestätigte direkte Gespräch beider Seiten seit Beginn des Krieges im Februar.

WERBUNG
WERBUNG

In einer für die Welt und für seine Präsidentschaft äußerst turbulenten Phase stellte Trump seine eigene Standhaftigkeit über die anderer Staats- und Regierungschefs. In seiner Rede im UN-Hauptquartier in New York rechtfertigte er erneut die Entscheidung, einen Krieg gegen Iran zu beginnen.

Trump deutete zudem an, dass im laufenden Krieg gegen Iran eine "große Entscheidung" bevorstehen könnte. Er forderte Teheran auf, die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um eine politische Lösung zu finden.

"Wird es ein Abkommen mit Iran geben, das ihnen erlaubt, das Land wieder aufzubauen und zu einem weit stärkeren Staat zu machen als je zuvor, vielleicht zu einem der bedeutendsten im Nahen Osten oder sogar weltweit?", sagte Trump.

"Oder vernichte ich die Islamische Republik schnell, ohne ihr noch einmal die Chance zu geben, Menschen und Länder zu töten und zu zerstören?", fragte er.

Trump wies den Eindruck zurück, Iran zeige besondere Widerstandskraft.

"Das Terrorregime benimmt sich schlecht, nicht weil es stark und selbstbewusst ist, sondern weil es schwach und verzweifelt ist", sagte Trump.

Er warf Teheran außerdem vor, ein Abkommen zur vollständigen Öffnung der Straße von Hormus und über ein Kriegsende hinauszuzögern, bis in den USA die Zwischenwahlen vorbei sind. Eine Änderung seiner Linie im Krieg komme für ihn dennoch nicht infrage.

Ein Großteil der iranischen Delegation verließ den Saal, als Trump gegen die Islamische Republik austeilte.

Nach der kämpferischen Rede und seiner ausführlichen Verteidigung des Krieges berichtete der US-Präsident den Medien von dem Treffen der beiden Seiten, nannte jedoch kaum Details.

"Es war ein sehr gutes Treffen", sagte Trump.

Venezuela, Ukraine, Jemen: Trumps Gipfelmarathon

Nach seiner Rede traf sich Trump am Rande der Generalversammlung mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, um ein neues Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen.

Die Vereinbarung war vergangene Woche angekündigt worden. Vorausgegangen waren wiederholte Drohungen Trumps, Grönland, ein Gebiet des NATO-Partners Dänemark, notfalls mit militärischer Gewalt zu "übernehmen".

Trump erklärte am Dienstag, die USA würden umgehend beginnen, ihre Präsenz in Grönland deutlich auszubauen, unter anderem durch den Bau von zwei großen Militärstützpunkten.

Grönland bleibt nach dem Abkommen jedoch Hoheitsgebiet Dänemarks.

Trump führte außerdem Gespräche mit dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham. Beide erklärten, sie hätten über Migration, den Konflikt mit Iran, den Krieg Russlands gegen die Ukraine und weitere Themen gesprochen.

Trump traf sich zudem mit Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Ein informelles Treffen mit Venezuelas amtierender Präsidentin Delcy Rodríguez sei ebenfalls geplant, teilte das Weiße Haus mit.

Außerdem stehen Gespräche mit Staats- und Regierungschefs sowie hochrangigen Vertretern der Golf-Kooperationsratsstaaten Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien auf dem Programm. Thema ist der weitere Kurs im Iran-Krieg und die wachsende Sorge über jüngste, von Teheran unterstützte Angriffe der Huthis auf Saudi-Arabien.

Trump will darüber hinaus an einer Veranstaltung zur Initiative "Shield of Americas" teilnehmen. Das von ihm gemeinsam mit lateinamerikanischen Staaten gestartete Projekt zielt darauf ab, gewalttätige Kartelle zu bekämpfen.

Iran-Krieg dominiert UN-Generalversammlung

Trump kehrte zur UN-Generalversammlung zurück, knapp sieben Monate nach Beginn des neuen Krieges gegen Iran, den er nach eigenen Worten für notwendig hält, um der von Teheran ausgehenden nuklearen Bedrohung zu begegnen.

Trotz der anhaltenden Kämpfe betonte Trump in seiner Rede, die Welt stehe unter seiner Führung besser da.

"Als Präsident der außergewöhnlichsten Nation der Geschichte", sagte Trump, "habe ich kein Interesse daran, Gefahren einfach liegen zu lassen. Ich lasse Probleme nicht vor sich hin schwelen."

Der Krieg ist zunehmend komplex geworden. Luftangriffe der USA und Israels haben einen großen Teil der iranischen Führung getötet und die Luftwaffe sowie die Marine des Landes zerstört. Gleichzeitig hat eine US-Blockade gegen iranisches Öl Teheran wirtschaftlich schwer getroffen.

Die Energiemärkte bleiben nervös, und die Ölpreise sind weiter in die Höhe geschnellt, nachdem Saudi-Arabien vergangene Woche eine wichtige Pipeline geschlossen hat, die als Entlastungsventil für im Golf blockiertes Öl galt.

Das Königreich traf diese Entscheidung, nachdem die Leitung von iranisch unterstützten Milizen im Irak angegriffen worden war und sich Saudi-Arabien zugleich in Gefechten mit den Huthis aus Jemen befand.

Zugleich haben Geländegewinne der Huthis und ihre Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab die Passage für Tankschiffe durch diese Route im Roten Meer äußerst gefährlich gemacht.

Trump beharrte jedoch erneut darauf, dass die hohen Ölpreise nur ein vorübergehendes Problem seien, das mit einem Ende des Krieges verschwinden werde.

"Die Ölpreise werden in den Keller gehen und sogar noch niedriger liegen als zu Beginn des Konflikts", sagte Trump. "In den Vereinigten Staaten waren sie sehr niedrig. Sie waren wirklich niedrig."

US-Außenminister Marco Rubio sagte am Dienstag, Trump sei grundsätzlich offen für ein Treffen mit Irans Präsident Masoud Pezeshkian, solange dieser zur Generalversammlung in New York weilt.

"Dies ist ein Präsident, der sich im Allgemeinen mit jedem trifft, weil er überzeugt ist, dass persönliche Begegnungen wichtig sind, wenn man Probleme lösen will", sagte Rubio dem Sender NBC. "Das bedeutet nicht, dass man sich am Ende einig ist, aber es ist wichtig."

Weitere Quellen • AP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Grönland-Deal: Keine Übernahme, aber freie Hand für US-Militär

USA offen für Treffen mit Iran bei der UNO, widersprüchliche Berichte über Friedensdeal

G7 fordern Stopp der Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien