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Türkische Polizei hindert Trauerende in Ankara Nelken am Anschlagsort niederzulegen

Türkische Polizei hindert Trauerende in Ankara Nelken am Anschlagsort niederzulegen
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Von Christoph Debets mit REUTERS, EFE, DPA
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Nach dem schwersten Anschlag in der jüngsten türkischen Geschichte sind auch am Sonntag wieder in mehreren türkischen Städten tausende Demonstranten auf die Straße gegangen.

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Nach dem schwersten Anschlag in der jüngsten türkischen Geschichte sind auch am Sonntag wieder in mehreren türkischen Städten tausende Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Stimmung richtet sich zusehends gegen die Regierung. Immer wieder waren Rufe “Erdoğan Mörder” zu hören.

Der Ko-Vorsitzende der prokurdischen HDP, Selahattin Demirtaş, sprach von einem “Angriff des Staates auf das Volk”. An den Händen der Regierung klebe Blut.

Die HDP-Führung warf der Polizei vor, sie angegriffen zu haben, als sie am Sonntagvormittag am Anschlagort Nelken niederlegen wollte. Wie die Nachrichtenagentur EFE meldete, setzten die Sicherheitsorgane Tränengas und Schlagstöcke gegen Personen ein, die zum abgesperrten Anschlagsort gelangen wollten.

In der Bevölkerung herrscht große Betroffenheit: “Ich habe geweint, als ich die Nachrichten sah. Es ist so traurig. Keine Humanität, keine Emotionen, nur Brutalität. Es ist jetzt auch bei uns so wie im Irak oder Syrien”, findet Tahsin Ayaz.

“Unser Volk verdient das nicht. Wir sollten nicht zulassen, dass jene, die unseren Frieden und unsere Einheit zerstören, erfolgreich sind. Gerade jetzt müssen wir solidarisch sein”, fordert Muran Pekdogan aus Ankara.

“Es hätte mich oder einen meiner Angehörigen treffen können. Die Menschen können ihre Meinung anders ausdrücken, als durch Blutvergießen”, sagte der 39-jährige Osman Ozcan.

Als sich am Samstag Anhänger der HDP zu einer Friedensdemonstration gegen das kriegerische Vorgehen der türkischen Regierung gegen kurdische Nationalisten versammelten, kam es vor dem Hauptbahnhof von Ankara zu zwei Explosionen. Die Behörden gehen von zwei Selbstmordattentätern aus. Bislang hat niemand die Verantwortung für den Anschlag übernommen, bei dem mindestens 95 Menschen getötet und 246 verletzt wurden.

Die HDP hat nach eigenen Angaben 120 Leichen identifiziert, bei acht Leichen sei die Identität noch ungeklärt.

Am Samstag kam es auch in mehreren deutschen Städten zu spontanen Demonstrationen. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich an den prokurdischen Kundgebungen in Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main, Stuttgart, Mannheim, Freiburg, Karlsruhe, Ulm und Pforzheim. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Proteste.

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