Rund 200 Menschen demonstrierten am Sonntag im Lager von Ceuta mit Spanien-Fahnen. Sie forderten eine Lösung, doch der spanische Innenminister Marlaska verbietet den Aufenthalt in der Stadt und Reisen auf das Festland.
Mit spanischen Fahnen in den Händen und selbst gebastelten Plakaten haben sich an diesem Sonntag rund 200 Migranten am Strand El Trampolín versammelt. Sie leben dort in einem provisorischen Lager in der spanischen Exklave Ceuta.
Sie fordern, dass man ihnen zuhört und ihnen erlaubt, Asyl zu beantragen. "Wir wollen nicht nach Marokko zurück" und "Wir sind auch Menschen" stand auf den Schildern, neben Parolen wie "Wir sind erschöpft" und "Wir brauchen eine Lösung".
Die spontane Protestaktion ohne offizielle Anmeldung bekam Unterstützung von mehreren NGOs, die täglich im Lager arbeiten. Einige von ihnen halfen den Einwanderern dabei, die Botschaften auf den Plakaten zu formulieren.
Das Umfeld macht die Lage noch schwieriger: Hütten aus Plastik und Planen, Kälte in den Nächten am Meer und - wie immer mehr Migranten berichten - polizeiliche Einschränkungen, die sie vom Stadtzentrum fernhalten.
Ceuta: Zwischen 5.000 und 8.000 Menschen bleiben in der Stadt
Zwischen 5.000 und 8.000 Menschen halten sich noch immer in Ceuta auf, zwei Wochen nach dem Vorfall am 30. Juli. Damals strömten mehr als 80.000 Menschen in die spanische Stadt, die nur etwa ebenso viel Einwohnerinnen und Einwohnern hat. Binnen eines Tage hat sich ihre Bevölkerung somit verdoppelt.
Diejenigen, die geblieben sind, bringen die vorhandenen Ressourcen an ihre Grenzen. Sie hoffen vor allem auf eine Chance, ihre Reise nach Kontinentaleuropa fortzusetzen.
Diese Hoffnung steht jedoch im Widerspruch zur Linie der Zentralregierung. Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat in den vergangenen Tagen unmissverständlich erklärt, die Behörden würden "bis zur letzten Person" alle Menschen, die Ceuta irregulär betreten haben, in ihre Herkunftsländer zurückbringen.