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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Tausende Google-Mitarbeiter streiken

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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Tausende Google-Mitarbeiter streiken

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Tausende Google-Mitarbeiter streiken
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Tausende Angestellte von Google haben aus Protest gegen den Umgang des Internetkonzerns mit Sexismusvorwürfen im eigenen Haus zeitweise die Arbeit niedergelegt. Mit dem Hashtag #GoogleWalkout und unter dem Motto „Ausstand für wahren Wandel“ verabredeten sich Mitarbeiter in Asien und Europa, am Donnerstag jeweils um 11:10 Uhr Ortszeit ihre Arbeit niederzulegen und ihre Büros zu verlassen.

Eine Google-Mitarbeiterin in Dublin:

« Wir wissen, dass es in der Arbeit Frauen gibt, die sexuelle Belästigung erleben - oder bereits erlebt haben. Ich meine, wir sind jetzt im Jahr 2018, und es ist höchste Zeit, dass das aufhört. Wir sind also hier zur Rückendeckung und um zu zeigen, dass wir hier sind. Und wenn jemand etwas zu sagen hat - oder Einschlägiges zu berichten hat - ich meine, wir alle sind ganz Ohr, bereit zu helfen und bereit zur Unterstützung. "

Die Mitarbeiter, die beim Ausstand mitmachten, hinterließen eine Notiz für die Kollegen: "Ich bin nicht an meinem Schreibtisch, weil ich mit anderen Googlern und Auftragsunternehmern streike, um gegen sexuelle Belästigung, Fehlverhalten, mangelnde Transparenz und eine Arbeitsplatzkultur zu protestieren, die nicht für jeden funktioniert."

In Tweets verlangten die Streikenden einen anderen Umgang mit Beschwerden.

Ein Mitarbeiter in London:

"Wir streiken, um Kollegen an jedem Arbeitsplatz zu unterstützen, die unter Belästigung gelitten haben, und um sicherzustellen, dass die Täter nicht gedeckt oder belohnt werden."

Aus anderen Google-Büros rund um den Globus kam Unterstützung.

Auch in den USA sind ähnliche Aktionen und Kundgebungen geplant.

In den vergangenen zwei Jahren hatte Google laut Medien ("Handelsblatt") 48 Mitarbeiter, davon 13 Manager, wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz gefeuert.

Die Beschäftigten reagieren nicht zuletzt auf Medienberichte („New York Times“) wonach der Erfinder der Handy-Betriebssoftware Android, Andy Rubin, 2014 Google nach dem Vorwurf sexueller Belästigung verlassen musste, aber eine Abfindung von 90 Millionen Dollar erhielt.

Google-Chef Sundar Pichai hatte am Dienstag in einer E-Mail an die Beschäftigten um Entschuldigung für das „frühere Vorgehen“ des Unternehmens gebeten. Er verstehe den Zorn und die Enttäuschung vieler Mitarbeiter und setze sich für Fortschritte bei einem Thema ein, „das in unserer Gesellschaft und ja, auch hier bei Google, schon viel zu lange besteht“, schrieb er. Namen erwähnte Pichai nicht, er bestritt die Darstellung in dem „Times“-Bericht aber nicht.