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Nach dem Brexit ist vor dem Brexit

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Nach dem Brexit ist vor dem Brexit
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Das ist die neue 50-Pence- Brexit Gedenkmünze. Die Prägung lautet: "Frieden, Wohlstand und Freundschaft mit allen Nationen". Das ist optimistisch in Anbetracht von nur 11 Monaten, um sich auf die Handelsabkommen zu einigen, die dem Vereinigten Königreich den versprochenen Wohlstand garantieren sollen.

AP tv

Am 1. Februar werden die meisten Briten noch keine Veränderung merken, während der Übergangszeit gelten weiter die Abkommen mit der EU. Der künftige Wert dieser Münze wird davon abhängen, welche Handelsabkommen bis zum Ende dieser Übergangszeit unter Dach und Fach sind. London wird über zwei große Abkommen gleichzeitig verhandeln müssen: mit der EU und den USA, dazu kommen viele weitere, kleinere Abkommen.

Die EU als Ganzes ist der größte Handelspartner der Briten. 2018 entfielen 45% der britischen Exporte und 53% der Importe auf die EU.

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Nur noch bis Ende 2020 ist Großbritannien Teil des EU-Binnenmarktes, der wie gewohnt den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen garantiert.

Michel Barnier, EU Brexit Chefunterhändler

"Diese Verhandlungen sind sehr ungewöhnlich, weil Großbritannien den Binnenmarkt und die Zollunion zum Ende dieses Jahres auf eigenen Wunsch verlässt. Es gibt große Risiken, denn es wird danach kein „business as usual“ geben, besonders was den Handel angeht.

Der nächste Knackpunkt für das Vereinigte Königreich und die EU kommt mit dem 1. Juli. In nur 5 Monaten müssen die Fischereirechte geklärt und über eine Verlängerung der Übergangszeit entschieden sein.

Boris Johnson setzt auf ein schnelles Handelsabkommen mit den USA. Donald Trump nannte Johnson seinen Freund, nach den Wahlen im Dezember twitterte der US-Präsident...

"Großes neues Handelsabkommen nach dem Brexit. Es hat das Potential, größer und lukrativer zu sein als jedes andere Abkommen, das mit der EU abgeschlossen werden könnte."

Aber einig sind sich London und Washington noch lange nicht. Sei es die Digitalsteuer oder die Lebensmittelstandards. Die US-Regierung aber betont weiter, wie wichtig das Abkommen für sie sei.

Steven Mnuchin, US Finanzminister

"Das Vereinigte Königreich ist unser wichtigster Partner. Es ist eine ausgesprochen strategische Beziehung ... wir sind bereit, eine Menge Ressourcen einzusetzen. Wir haben sehr ähnliche Volkswirtschaften mit einem großen Schwerpunkt auf Dienstleistungen. Deshalb werden unsere Beziehungen weiter sehr eng sein..."

Sasha Vakulina, euronews Wirtschaftsredaktion, kommentiert:

"Zwei Handelsabkommen mögen vielleicht erreichbar sein, unmöglich aber scheint es, sie in weniger als einem Jahr zum Abschluss zu bringen. Wenn Großbritannien bis zum 1. Juli nicht um eine Verlängerung bittet und es bis Ende 2020 keine Einigung gibt – dann wird der gesamte Handel zu den Bedingungen der Welthandelsorganisation abgewickelt. Und das bedeutet neue Zölle, die den Großteil der importierten Waren für die britischen Verbraucher teurer machen."