Eilmeldung
This content is not available in your region

Covid-19 bremst Reisende aus, aber nicht die Auto-Premieren

euronews_icons_loading
Covid-19 bremst Reisende aus, aber nicht die Auto-Premieren
Copyright  euronews   -   Credit: Dubai Tourism
Schriftgrösse Aa Aa

In dieser Folge von Business Line gibt es folgende Themen: Das Coronavirus beeinträchtigt Reisen und Tourismus. Außerdem: Wie funktioniert einer der exklusivsten privaten Business-Clubs im Dubaier Finanzdistrikt? Und die Absage des Genfer Autosalons hat die Autohersteller nicht ausgebremst: Sie stellen ihre Neuheiten für 2020 vor.

Das Coronavirus legt den Reiseverkehr lahm

Die Verbreitung des Coronavirus beherrscht die Schlagzeilen. Laut Analysten-Prognosen könnte die Weltwirtschaft bis zu 2,4 Billionen Euro einbrechen. Und bei Reisenden wächst die Besorgnis.

Reiseverbote wie aus dem europäischen Schengen-Raum in die USA, die Schließung heiliger Stätten wie Mekka sowie regionale Absperrungen, die alle darauf abzielen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, verunsichern Reisende: Sollen sie anstehende Urlaube und Fahrten stornieren? Welche Rückerstattungen stehen ihnen in diesem Fall zu?

"Es gab klare Empfehlungen für bestimmte Reiseziele, die man im Augenblick nicht besuchen sollte", erklärt ABTA-Sprecher Sean Tipton. "Es ist sehr wichtig, dass man diesen Empfehlungen folgt. Würde man eine Pauschalreise dorthin buchen, würde der Reiseveranstalter sie nicht ausführen."

Reiseveranstalter tragen finanzielle Hauptlast

Reiseveranstalter tragen die finanzielle Hauptlast der Stornierungen bestimmter Großveranstaltungen und Pilgerreisen, so Sean Tipton:

"Wenn Sie auf die Hadsch gehen, gilt das - ob Sie es glauben oder nicht - rechtlich als Pauschalreise. Und wenn ein Reiseveranstalter diese Pilgerreise nach Mekka nicht anbieten kann, muss er die Reisekosten erstatten oder eine Umbuchung anbieten. Das wird abgedeckt. Das ist natürlich keine gute Nachricht für die Reiseveranstalter, aber die Pilger müssen sich keine Sorgen um ihr Geld machen."

Reisewarnungen werden den Entscheidungen der Gesundheitsbehörden angepasst. Das wirkt sich auf die Versicherungspolice aus. Dr. Charlie Easmon, ein auf Reisemedizin spezialisierter Arzt sagt:

"Der allgemeine Ratschlag lautet, nicht in Länder der Kategorie 1 zu gehen, weil das Risiko als zu hoch gilt. Reist man in ein Land der Kategorie 2, kann ein gewisses Risiko bestehen. Ihr Versicherer wird auch eine Meinung dazu haben: Einige Versicherer akzeptieren eine Stornierung und zahlen ihnen ihr Geld zurück. Andere werden eine Stornierung nicht akzeptieren. Dann ist man in einer Zwickmühle: Denn wenn man in dieses Land reist, könnte es später in die Kategorie 1 eingestuft werden."

Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus bestehen unter anderem darin, bei der persönlichen Hygiene besonders sorgfältig zu sein, unnötige Reisen in überfüllte Gebiete zu vermeiden und sich darüber zu informieren, welche Gebiete am stärksten betroffen sind.

Wie funktioniert eigentlich ein exklusiver Wirtschaftsclub?

Der Capital Club wurde unter die 10 exklusivsten Wirtschaftsclubs der Welt gewählt. Geschäftsführer Ian Palmer hat den Ruf, großen Marken des Gastgewerbes zu helfen, ihre Gewinne zu steigern. Im Interview erklärt er, was es braucht, um einen Club wie diesen zu leiten. Die Mitglieder kommen aus den größten Unternehmen.

Euronews-Reporterin Rebecca McLaughlin-Eastham:
Sie haben den Ruf, die Geschicke von Unternehmen, die mit dem Rücken zur Wand stehen, umkehren zu können. Woher kommen diese Fähigkeiten?


Ian Palmer, Geschäftsführer Capital Club Dubai:

Ich arbeitete bereits als Teenager im Hotelgewerbe und im Catering: Ich baute Zelte auf, bediente auf Cocktail-Partys. Ich habe als Tellerwäscher im Savoy in der Bankettabteilung angefangen, dann habe ich zur Bankett-Organisation gewechselt. Später habe ich im Zimmerservice gearbeitet und dann in so ziemlich jeder Abteilung eines Fünf-Sterne-Hotels: Nicht nur im Savoy, auch im Claridges, im Barclay, im Connaught. Ich kenne das Gastgewerbe in- und auswendig. Ich weiß genau, wie hoch die Kosten sind, welche Art von Mitarbeitern man in den verschiedenen Abteilungen beschäftigen muss. Das ist meine Erfahrungs-Grundlage, daher weiß ich, was man tun muss, um Unternehmen sowohl zu sanieren als auch aufzuziehen.

Im Gastgewerbe dreht sich alles um Gastfreundschaft.
Ian Palmer
Geschäftsführer Capital Club Dubai

Euronews:
Wie führt man einen privaten Wirtschaftsclub erfolgreich?

Ian Palmer:
Man muss seine Kunden kennen, das steht an erster Stelle. Im Gastgewerbe dreht sich alles um Gastfreundschaft, um gutes Essen und Getränke, eine nette Atmosphäre. Man muss wissen, was die Menschen wollen. Man muss seinen Kundenstamm und seine Gäste genau kennen, bevor man auf den Markt geht, sonst bekommt man Probleme.

Euronews:

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftslage?

Ian Palmer:
Man ist immer von der Wirtschaft und den Geschäften anderer Menschen abhängig. Wir erleben das gerade jetzt mit dem Coronavirus und bei einigen unserer Kunden. Man muss auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter achten und Entscheidungen treffen, wie zum Beispiel Veranstaltungen von 20 Personen und mehr absagen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf uns. Wir müssen darauf reagieren und unseren Mitgliedern eine sichere Umgebung bieten, damit sie bei uns ihre Geschäfte abwickeln können, denn das Leben geht weiter.

Euronews:
Was macht ihre Vernetzungsmöglichkeiten einzigartig?

Ian Palmer:
Wir arbeiten derzeit mit Microsoft zusammen, um unsere Mitglieder noch besser zu verstehen, was ihre Interessen sind und welche Art von Unternehmens-Vorstellungen sie wünschen. Unser Team setzt die relevanten Vorstellungen dann natürlich auch um. Dubais Finanzzentrum belegte kürzlich Platz acht unter den globalen Finanzmärkten. Der Capital Club ist ein Anker für die Wirtschaft. Wir ziehen viele Top-Manager an.

Euronews:

Man könnte meinen, dass private Wirtschaftsclubs wenigen Privilegierten vorbehalten sind. Ändert sich in dieser Richtung etwas?

Ian Palmer:
Dubai ist meiner Meinung nach eine fantastische Stadt für private Wirtschaftsclubs und nicht nur für wenige Auserwählte. Es wird Leute geben, die sich für diese Art von Veranstaltungen und Themen engagieren, die in diesen Clubs behandelt werden. Es geht also mehr um einen Ort, eine Gemeinschaft, der man angehört.

Auto-Premieren lassen sich von Covid-19 nicht ausbremsen

Die Absage einer der größten Veranstaltungen der Automobilwelt - des Genfer Autosalons 2020 - hat Autohersteller nicht davon abgehalten, ihre Neuheiten zu präsentieren. Deutsche Hersteller wie Audi, BMW, Porsche, Volkswagen und Mercedes taten dies in schneller Folge. Und auch der begehrte Preis "Auto des Jahres" wurde vergeben.

Der Peugeot 208 wurde in einem leeren Kongresszentrum zum Auto des Jahres gekürt. Die Zeremonie, die normalerweise vor Hunderten Journalisten stattfindet, wurde aufgrund der Absage des Autosalons live im Internet übertragen, nachdem die Schweizer Regierung alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen verboten hatte.

"Die Situation ist nicht ganz einfach, alle sind traurig über die derzeitige Lage", sagt Olivier Rihs, Direktor des Genfer Autosalons. "Aber die Regierungsentscheidung war eindeutig, wir hatten keine Wahl, wir mussten absagen."

Peugeot schlug die anderen sechs Finalisten Tesla Model 3, Porsche Taycan, Renault Clio, Ford Puma, Toyota Corolla und den BMW 1er:

"Wir sind sehr, sehr glücklich, mit dem Pries 'Auto des Jahres' geehrt zu werden", so Jean-Philippe Imparato, geschäftsführender Vizepräsident der Marke Peugeot. "Es ist wirklich ein fantastisches Auto, die Jury ist hervorragend. Diese Auszeichnung hat eine große Auswirkung für unsere Firma."

Trotz der Absage nutzten die Automobilhersteller den Salon zur Vorstellung ihrer neuesten Modelle per Internet mittels Video-Pressekonferenzen und Online-Ankündigungen. BMW präsentierte sein vollelektrisches i4-Konzept: die Autos haben eine Reichweite von 600 Kilometern und bis zu 530 PS.

"BMW leistet Pionierarbeit für eine neue Art der Mobilität", meint Adrian van Hooydonk, Design-Direktor der BMW-Group. "Wir haben eine neue und sauberere Formensprache geschaffen, die zu einer emissionsfreien Mobilität passt."

Porsche stellte seinen neuen 911er Turbo S vor - mit rund 650 PS. Der Sprint von null auf 100 Kilometer pro Stunde verkürzt sich auf 2,7 Sekunden. Nachhaltigkeit war ein Schlüsselbegriff für die Automarken, Mercedes-Benz strebt an, in den nächsten zwei Jahrzehnten CO2-neutral zu werden. Der deutsche Autobauer zeigte seine neue E-Klasse und Ergänzungen zu seinen Plug-in-Hybriden. Markus Schäfer, Auto-Entwicklung Mercedes-Benz:

"Unsere Studien zeigen, dass 90 Prozent der täglichen Fahrten im Allgemeinen weniger als 50 Kilometer betragen. Der Hauptverkehr kann also emissionsfrei erfolgen und das ist Sinn und Zweck dieses Fahrzeugs."