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Gentiloni: Erfolg der Impfkampagne hilft der Konjunktur

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Gentiloni: Erfolg der Impfkampagne hilft der Konjunktur
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Die Impfkampagne steht derzeit im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses in ganz Europa. Auf ihr ruht die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie und des konjunkturellen Wiederaufschwungs. Für EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni steht die EU am Beginn einer Etappe, die weichenstellend sein kann.

Der Wendepunkt für die Wirtschaft sei indes nicht der Impfstoff selbst, sondern die tatsächlichen Impfungen, so Gentiloni. Und deswegen müssten die Impfverfahren so schnell wie möglich vorangehen, um wirkliche positive Konsequenzen auf unseren Alltag und unsere Wirtschaft zu haben.

Gentiloni verteidigt die von der Kommission und den Mitgliedsstaaten ausgegebene Strategie. Letztere rief er dringend auf, jetzt bei den Impfungen keine Zeit zu verlieren. Ein guter Startpunkt sei die gemeinsame europäische Beschaffung und eine gemeinsame Verteilung. Nun aber müsse die Impfkampagne rasch durchgezogen werden, um in den kommenden Wochen und Monaten die Konjunktur anzukurbeln.

Doch Gentiloni räumt ein, dass die konkrete Wirkung der Impfkampagne auf die Wirtschaft derzeit schwer abzuschätzen sei. Schließlich seien in zahlreichen Ländern verschärfte Lockdowns in Kraft, so dass die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Pandemie anhalte.

Wirtschaftsexperten verweisen aber darauf, dass eine erfolgreiche Impfkampagne das Vertrauen von Unternehmen und Bürgern stärken könnte.

Die Investitionen der Unternehmen hingen vom Vertrauen ab, ihre Waren und Dienstleistungen in der Zukunft verkaufen zu können, so Mathias Dewatripont von der Freien Universität Brüssel. Nur wenn dieses Vertrauen gegeben sei, würden die Verbraucher langfristige Planungs- und damit Kaufentscheidungen treffen.

Die Verfügbarkeit von Impfdosen, die Wirksamkeit der Präparate sowie die für einen Erfolg notwendige Logistik werfen viele Fragen auf. Dabei sind Vertrauen und Sicherheit entscheidend.

Eine Rückkehr zur Normalität erlaube es, die wirtschaftliche Aktivität zu steigern und den Menschen die Angst zu nehmen. Die Hotels in Brüssel etwa seien geöffnet, aber die Menschen hätten Angst vor einem Besuch der Stadt - also blieben die Hotels leer. Eine Rückkehr zu allgemeinem Vertrauen werde also der Wirtschaft wieder Auftrieb geben.

Für viele Beobachter steht und fällt die wirtschaftliche Zukunft Europas also mit dem Erfolg der Impfkampagne.

Journalist • Stefan Grobe