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Dubai investiert in Solarstrom: umweltfreundlich in die Zukunft

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Dubai investiert in Solarstrom: umweltfreundlich in die Zukunft
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Der höchste Solar-Turm der Welt steht in Dubai, einer Stadt, die eine CO2-freie Zukunft anstrebt. Mit Investitionen und erneuerbaren Technologien hebt man die Infrastruktur auf die nächste Entwicklungsstufe. Der Einsatz fossiler Brennstoffe heizt unseren Planeten auf und gefährdet unsere Umwelt. Viele Länder investieren deswegen in eine nachhaltige Zukunft. Sci-Tech besucht den weltgrößten Solarpark in Dubai. Er versorgt die Stadt mit Sonnenenergie und will Menschen über Möglichkeiten der erneuerbaren Energien aufklären.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind bekannt für ihre großen Öl- und Gasreserven, aber auch für eine der höchsten Sonneneinstrahlungsraten weltweit. Der Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solar Park in Dubai bricht Rekorde in der Entwicklung erneuerbarer Technologien und erforscht innovative Wege, um eine grünere Zukunft zu schaffen.

Millionen Sonnenkollektoren

Mit dem Einsatz erneuerbarer Technologien will man weltweit die Auswirkungen des Klimawandels aufhalten: Ein Projekt ist der Mohammed bin Rashid Al Maktoum Solarpark in Wüste südlich von Dubai.

Der weltgrößte Solarpark umfasst Millionen Fotovoltaik-Paneele: Sie können etwa 1000 Megawatt pro Stunde produzieren und mehr als 320.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Das Versorgungsunternehmen gehört mehrheitlich der Dubai Electricity and Water Authority (DEWA). Geplant ist, die Energieproduktion in der nächsten Phase zu verdoppeln. Dazu gehört der weltweit höchste Turms für Solarenergie.

Mit einer Höhe von etwa 260 Metern - etwa 60 Meter weniger hoch als der Eiffelturm - wird er etwa 70.000 Heliostaten wie Spiegel verwenden, um Sonnenstrahlen in thermische Energie umzuwandeln und sie für etwa 15 Stunden zu speichern.

Der 2013 gegründete Park soll in den nächsten Jahren seine fünfte und abschließende Phase erreichen und jährlich 6,5 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen.

Welche Investitionen in erneuerbare Technologien sind nötig? Gibt es nur den finanziellen Aspekt, oder steckt da mehr dahinter?

"Wenn man die Jugend von klein auf ausbildet, sind sie sich der Probleme der Solartechnik bewusst, und wie sie diese Herausforderungen grundsätzlich angehen können", antwortet Dr. Aaesha Abdulla Alnuaimi, Direktorin des Solar-Innovationszentrums. Zu den schwierigsten Herausforderungen gehört ihrer Meinung nach: "Da gibt es zum Beispiel den Stand der Technik beim Staubproblem: Es gibt die Roboterreinigung, aber die Kosten für den Einsatz der Roboterreinigung sind hoch. Es gibt die Anti-Schmutz-Beschichtung, die auf Nanotechnologie basiert. Wir haben mehrere davon getestet, aber leider funktioniert keine von ihnen unter diesen rauen Bedingungen effektiv. Deshalb brauchen wir mehr Forschung und mehr Innovation in dieser Richtung."

Dubai geht innovative Wege

Durch die Entwicklung praktischer Lösungen wie Bäume, die fotovoltaische Blätter sprießen lassen, solarbetriebene Straßenlampen und auch Bürgersteige geht die Stadt innovative Wege.

Während Dubai seine CO2-arme Zukunft entwickelt, sind das Emirat und die VAE insgesamt noch stark auf traditionelle Energiequellen angewiesen. Doch man unternimmt große Schritte, um mit strategischen Investitionen den Weg in die Zukunft zu ebnen.

2019 deckte der Solarpark drei Prozent des gesamten Energiebedarfs von Dubai. Davor war die Stadt fast zu 100 % auf Erdgas angewiesen. Doch mit seiner "Energiestrategie 2050", die darauf abzielt, die CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung um 70 % zu reduzieren, will Dubai einen umweltfreundlicheren Weg einschlagen.

Dazu gehört mehr und möglicherweise ausländische Investitionen zuzulassen, um den Sektor der erneuerbaren Energien voranzubringen.

"Durch die Deregulierung des Energiemarktes wird vielen Spielern erlaubt, am Energiesystem teilzuhaben. Wenn wir also Spieler zulassen, werden sie natürlich auch Geld investieren", erklärt der Energie-Experte Dr. Jagannathan Ramaswamy.

In Dubai hat die DEWA bereits rund 9 Milliarden Euro an Investitionen in öffentlich-private Partnerschaften angezogen. Im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 setzen die VAE auf einen Mix aus Solarstrom, Kernkraft und andere erneuerbare Energien. Dafür werden in Zukunft intelligente Verwaltungs-Technologien benötigt:

"Das Mantra ist Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung. Es wird also Big Data, Datenanalytik, künstliche Intelligenz und vielleicht auch Blockchain in den Mix einbringen", so der Energie-Experte.

Noch ist unklar, welche Technologien die Gesellschaften von morgen bestimmen, aber sicher ist, dass die Ideen dazu heute von Forschern entwickelt werden.