Feuerwehren gewinnen in Europa an Bedeutung, weil Waldbrände immer mehr Staaten treffen. Die Löschkapazitäten unterscheiden sich in der EU stark.
In diesem Jahr haben Waldbrände mehrere europäische Länder besonders hart getroffen. Anfang August war 2026 in mehreren Staaten bereits das Jahr mit der größten verbrannten Fläche. Die EU will ihre Kapazitäten ausbauen, um auf immer heftigere Waldbrandsaisons zu reagieren.
Berufsfeuerwehrleute stehen zusammen mit Löschflugzeugen und Hubschraubern im Zentrum dieser Reaktion.
Doch welche europäischen Länder beschäftigen die meisten Berufsfeuerwehrleute – und wo ist ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung am höchsten?
Nach Angaben von Eurostat arbeiteten 2025 in der EU 372.400 Berufsfeuerwehrleute. Das entsprach 0,18 % der Gesamtbeschäftigung in der EU.
Die Zahl umfasst alle Feuerwehrleute; sie zeigt nicht, wie viele davon speziell Waldbrände bekämpfen.
Laut Eurostat „verhindern, bekämpfen und löschen Feuerwehrleute Brände, leisten Hilfe in anderen Notlagen, schützen Leben und Eigentum und führen Rettungseinsätze durch“. Wald- und Forstfeuerwehren sind in dieser Kategorie enthalten, freiwillige Feuerwehrleute jedoch nicht.
Im Allgemeinen beschäftigen bevölkerungs- und wirtschaftsstarke Staaten mehr Berufsfeuerwehrleute.
2025 verzeichnete Deutschland mit 57.700 die meisten Berufsfeuerwehrleute. Frankreich folgte mit 47.700, Italien lag mit 43.500 auf Rang drei.
Polen lag mit 40.000 Berufsfeuerwehrleuten auf Platz vier, Spanien knapp dahinter mit 38.500.
In den vier größten Volkswirtschaften der EU – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien – arbeiteten zusammen rund 187.400 Berufsfeuerwehrleute. Sie stellten 50,3 % der Gesamtzahl in der EU.
Auch Rumänien und Griechenland verfügten über mehr als 20.000 Berufsfeuerwehrleute, Portugal und Tschechien jeweils über 16.000.
Am wenigsten Berufsfeuerwehrleute hatten Zypern und Estland, jeweils weniger als 2.000. Die Eurostat-Daten erfassen allerdings fünf EU-Länder nicht.
Griechenland und Kroatien mit höchstem Feuerwehr-Anteil
Beim Anteil der Feuerwehrleute an der Gesamtbeschäftigung stechen Griechenland (0,47 %) und Kroatien (0,43 %) hervor. In beiden Ländern liegt der Wert über 0,4 %.
Es folgt Portugal mit 0,33 %, während der EU-Durchschnitt nur 0,18 % beträgt.
In den vier größten Volkswirtschaften der EU liegt der Anteil hingegen auf oder unter dem Durchschnitt: Italien bei 0,18 %, Spanien bei 0,17 %, Frankreich bei 0,16 % und Deutschland bei 0,14 %.
Die nationalen Zahlen zeichnen aber nur einen Teil des Bildes. In schweren Waldbrandsaisons können Staaten Personal und Ausrüstung aus anderen Teilen Europas anfordern, wenn ihre eigenen Kapazitäten ausgeschöpft sind.
EU koordiniert grenzüberschreitende Hilfe
„Kein Land sollte Waldbrände allein bekämpfen. Über unseren Katastrophenschutzmechanismus verlegt Europa Flugzeuge, Hubschrauber und Feuerwehrleute schnell dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht werden“, erklärte die EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und Krisenmanagement Hadja Lahbib in einer Mitteilung vom 17. August.
Der EU-Katastrophenschutzmechanismus (UCPM) soll die Reaktion auf Waldbrände besser koordinieren. Nach Angaben der Europäischen Kommission können Länder, sobald ihre eigenen Mittel unter Druck geraten, über den UCPM rasch auf einen größeren Pool an Feuerwehrleuten, Flugzeugen und weiteren Notfallkapazitäten zugreifen.
EU-Löschflotte umfasst 22 Flugzeuge und fünf Hubschrauber
Die rescEU-Flotte und der europäische Katastrophenschutzpool umfassen 2026 insgesamt 22 Löschflugzeuge und fünf Hubschrauber.
Die Kommission betont, dass das Brandrisiko durch den Klimawandel weiter steigt. Waldbrandgefahr besteht inzwischen auch in Regionen, die zuvor kaum betroffen waren. Sie reicht heute über den Mittelmeerraum hinaus und betrifft etwa Tschechien, Deutschland und Schweden.
Bis zur 31. Kalenderwoche des Jahres galt 2026 laut Our World in Data bereits als viertschlimmstes Jahr in der EU, gemessen an der seit 2012 aufgelaufenen, von Waldbränden verbrannten Fläche.
Anfang August waren in der EU 489.826 Hektar verbrannt. Das lag um 13 % über dem Durchschnitt für denselben Zeitraum der 14 Jahre von 2012 bis 2025.
EU-Regierungen investieren 43,8 Milliarden Euro in Brandschutz (2024)
Die EU-Staaten geben erhebliche Mittel für den Brandschutz aus. 2024 beliefen sich die Ausgaben der öffentlichen Haushalte für Brandschutzdienste in der EU auf 43,8 Milliarden Euro. Das entsprach 0,5 % der gesamten Staatsausgaben.
Deutschland verzeichnete mit 13,7 Milliarden Euro die höchsten Ausgaben für Brandschutzdienste, gefolgt von Frankreich mit 7,9 Milliarden Euro.
Griechenland gab 2024 etwas mehr als eine Milliarde Euro für Brandschutz aus. Das entsprach 0,9 % der staatlichen Ausgaben – dem höchsten Anteil in der EU und umgerechnet fast ein Euro von jeweils 100 Euro, die der Staat ausgibt.
Europa erlebt steigende Temperaturen und wachsende Waldbrandgefahr
Europa ist der am schnellsten sich erwärmende Kontinent. Der Juni 2026 war in Westeuropa der heißeste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen und weltweit der zweitwärmste, wie der Copernicus-Dienst meldet. Auch die vergangenen drei Jahre – 2024, 2023 und 2025 – waren weltweit die jeweils wärmsten Jahre seit Beginn der Messreihen.