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White Hash: Neue gefährliche Droge mit bis zu 78 Prozent THC erreicht Neapel

Beschlagnahmung von Drogen - Archiv
Beschlagnahmte Drogen – Archivbild Copyright  AP Photo
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Von Stefania De Michele
Zuerst veröffentlicht am
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Sieben Gramm, vier Festnahmen, ein neuer Name auf dem Drogenmarkt: White Hash ist erstmals im Raum Neapel aufgetaucht. Die Substanz gilt als deutlich potenter als klassisches Haschisch.

Der Drogenmarkt verändert sich. In Pozzuoli bei Neapel taucht eine Substanz auf, über die in Italien erst seit wenigen Monaten gesprochen wird: White Hash, wörtlich „weißes Haschisch“. Die Carabinieri haben davon sieben Gramm sichergestellt, während eines Einsatzes, der zur Festnahme von vier jungen, nicht vorbestraften Männern führte. Die Menge ist gering, doch der Fund gilt als bemerkenswert: Nach Angaben der Carabinieri ist es das erste Mal, dass White Hash im Raum Neapel auftaucht.

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Für die vier Männer folgte die Festnahme wegen des Verdachts, Betäubungsmittel zum Zweck des Handels besessen zu haben. Die Ermittler müssen nun klären, woher die Substanz stammt und ob es eine Vertriebsstruktur in der Region gibt.

White Hash: Was ist das?

Der Name bezieht sich vor allem auf das Aussehen: Das Produkt ist deutlich heller als herkömmliches Haschisch und kann bis in weiße oder weiß-elfenbeinfarbene Töne gehen. „White Hash“ ist jedoch keine eindeutig definierte wissenschaftliche Kategorie. Auf dem Markt kann der Begriff verschiedene Arten von Cannabiskonzentraten bezeichnen, die besonders reich an Harz sind.

Die Besonderheit des in Pozzuoli sichergestellten Produkts liegt in einer Niedrigtemperatur-Verarbeitung. Dabei kommen Trennverfahren zum Einsatz, die die harzigen Bestandteile der Pflanze isolieren, ohne sie der Hitze auszusetzen, die klassisches Haschisch nachdunkeln lässt. Das Ergebnis ist ein deutlich hellerer Konzentratsstoff, in manchen Fällen mit extrem hohem THC-Gehalt.

Entscheidend ist der THC-Gehalt: wie stark wirkt es?

Vor allem die Konzentration des psychoaktiven Wirkstoffs macht White Hash zu einer Neuheit auf dem illegalen Markt. Nach bislang bekannten Angaben können manche Produkte 70 Prozent THC übersteigen. Bei herkömmlichem Haschisch liegen die Werte meist deutlich niedriger, üblicherweise im Bereich von 10 bis 30 Prozent.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Produkt, das als „White Hash“ verkauft wird, automatisch diese Konzentration aufweist. Der Begriff wird uneinheitlich verwendet, und die weiße Farbe allein sagt weder etwas über die Stärke noch über die Zusammensetzung der Substanz aus. Auch eine aufgedruckte Angabe auf der Verpackung ist nicht zwangsläufig eine Garantie für den tatsächlichen Inhalt.

Im Fall von Pozzuoli war das sichergestellte Produkt abgepackt und mit einem Etikett versehen, das einen THC-Gehalt von 78,6 Prozent auswies. Erst weitergehende Analysen werden klären, wie die Substanz tatsächlich zusammengesetzt ist.

Woher es kommt und welchen Markt es erreicht

White Hash fügt sich offenbar in eine breitere Entwicklung des Drogenmarktes ein. Immer häufiger tauchen hochpotente Konzentrate auf, die ein prägnantes Aussehen oder einen einprägsamen Namen tragen.

Vor dem Fall in Pozzuoli gehörte ein Einsatz in Trapani zu den wichtigsten Funden. Dort stoppte die Guardia di Finanza Ende Juli einen Mann mit rund 1,3 Kilo weißem Haschisch, das für den illegalen Markt bestimmt war. Der Fund galt als einer der ersten Fälle dieser Art in Italien.

Die neue Substanz entsteht nicht zwingend in jeder Phase der Lieferkette im Verborgenen. Einige besonders potente Cannabiskonzentrate kommen in bestimmten Ländern mit liberalerer Gesetzgebung legal in den Handel. Von dort können sie in illegale Vertriebsnetze gelangen. Bei online verkauften Produkten erschweren Etiketten und Verpackungen zudem häufig die Rückverfolgung der tatsächlichen Herkunft. Im Fall von Pozzuoli konzentrieren sich die Ermittlungen derzeit genau auf diese Lieferkette.

Neu ist daher nicht nur, dass ein „neuer Haschisch-Typ“ auftaucht. Der Cannabismarkt bringt seit Jahren unterschiedliche Extrakte und Konzentrate hervor. Die eigentliche Neuerung in Italien ist, dass diese extrem hoch dosierten Produkte immer deutlicher im Straßenhandel auftauchen. Innerhalb weniger Monate haben Ermittler entsprechende Funde in mehreren Teilen des Landes registriert.

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