Die staatliche Wetterbehörde meldet, dass die Menschen in Spanien dieses Jahr bereits 61 Tage mit Hitzewellen erlebt haben – so viele wie noch nie.
Spanien hat den gefürchteten und bis heute präsenten Sommer 2022 in einem Punkt übertroffen. In diesem Jahr standen die Menschen an 61 Tagen unter einer Hitzewelle, nach Angaben der staatlichen Wetterbehörde Aemet sind das 20 Tage mehr als damals. Der Sommer 2026 verzeichnete zudem eine durchschnittliche Temperatur von 24,5 °C und ist damit der wärmste der gesamten Messreihe seit Beginn der Aufzeichnungen 1961. Er lag 0,3 °C über dem Vorjahr 2025 und 2,4 °C über dem langjährigen Mittel.
Die Aemet weist darauf hin, dass die zehn wärmsten Sommer der Messreihe alle im 21. Jahrhundert liegen. Sieben der acht heißesten wurden seit 2015 verzeichnet. Die Behörde warnt zudem, dass sich der meteorologische Sommer immer weiter ausdehnt.
„Ende Mai wurden in weiten Teilen des Landes Temperaturen gemessen, wie sie sonst für Juli typisch sind. Außerdem hat es im September, bereits im meteorologischen Herbst, eine weitere Hitzewelle gegeben. Sie verlief vorläufig vom zweiten bis zum siebten September, dauerte also sechs Tage und betraf 16 Provinzen.“ Nur in vier anderen Jahren (1987, 1988, 2006 und 2016) wurden im September so extreme Hitzewellen registriert, wie man sie eher aus der Zeit der größten Sommerhitze kennt.
Die ergiebigen Winterregen haben dafür gesorgt, dass die spanischen Stauseen nach der Sommersaison in einem sehr guten Zustand sind. Im Schnitt sind sie zu 62,58 % gefüllt, trotz des touristischen Drucks. In traditionell stark beanspruchten Einzugsgebieten wie Júcar, Segura, an der andalusischen Mittelmeerküste oder in Katalonien liegen die Füllstände ebenfalls über der Hälfte ihrer Kapazität.
Dennoch blieb das Land, wie der Rest Europas, nicht von schweren Waldbränden verschont. Diese Brände haben die fehlende Vorbeugung im Wald sowie den Mangel an ausreichend Einsatzkräften mit guten Arbeitsbedingungen in Regionen wie Madrid, Aragón oder Kastilien und León offengelegt.