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Ägypten, Griechenland und Zypern unterstützen Pläne für Lieferung von zyprischem Gas nach Europa

Ein LNG-Tanker am LNG-Terminal Revithoussa in Griechenland.
Ein LNG-Tanker am Terminal Revithoussa in Griechenland. Copyright  European Union / Yorgos Karahalis
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Von Mohamed Elashi
Zuerst veröffentlicht am
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Ab 2028 soll zyprisches Cronos-Gas über Ägypten nach Europa fließen; Griechenland bietet die Route nach Südost- und Mitteleuropa. Beim Gipfel in El Alamein bekräftigten die drei Staaten ihre Unterstützung.

Ägypten, Griechenland und Zypern haben ihre Unterstützung für Pläne erneuert, zyprisches Gas über ägyptische Exportterminals nach Europa zu bringen. Griechenland bietet sich zudem als mögliche Weiterleitungsroute nach Südost- und Mitteleuropa an.

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Die Pläne gewinnen an Bedeutung, weil Lieferausfälle bei Flüssigerdgas (LNG) aus dem Golf infolge des andauernden Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus europäischen Abnehmern immer stärker zusetzen und sie unter Druck setzen, Alternativen zu finden.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi, Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis und Zyperns Präsident Nikos Christodoulides kamen am Dienstag in El Alamein an der ägyptischen Mittelmeerküste zusammen.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie, die Anbindung der zyprischen Offshore-Gasfelder an die ägyptische Infrastruktur so schnell wie möglich fertigzustellen.

Cronos, das erste Gasförderprojekt Zyperns, soll nach Angaben von Eni ab 2028 Gas liefern.

Neuer Auftrag für zyprisches Gasprojekt

Am Tag des Gipfels gab der Ingenieurdienstleister McDermott bekannt, dass die zyprische Eni-Tochter ihm einen Auftrag über 500 bis 750 Millionen Dollar (429,6 bis 644,4 Millionen Euro) für Arbeiten an Cronos erteilt hat.

McDermott will demnach Planung und Installation unterstützen und das Offshore-Projekt mitsteuern.

Der Auftrag folgt auf die endgültige Investitionsentscheidung von Eni und TotalEnergies vom 28. Juli. Der italienische und der französische Konzern halten jeweils 50 Prozent an dem Projekt.

Cronos soll über vier Offshore-Bohrungen erschlossen werden. Das Gas fließt über eine Unterwasserpipeline nach Ägypten. Dort nutzt das Projekt bestehende Aufbereitungsanlagen, die mit dem ägyptischen Zohr-Feld verbunden sind. Von dort geht es weiter nach Damiette, wo das Gas verflüssigt und per Schiff exportiert wird.

Gasanlagen in Ägypten
Gasanlagen in Ägypten Eni

Der italienische Energiekonzern erklärte im Juli, dass die Nutzung der vorhandenen ägyptischen Anlagen die Kosten senken und die Entwicklung beschleunigen werde. Das Projekt solle zudem dazu beitragen, die regelmäßigen LNG-Ausfuhren aus Ägypten wiederherzustellen.

Bei der vorgesehenen Fördermenge soll Cronos jährlich das Äquivalent von rund 2,8 Millionen Tonnen LNG liefern. Nach Angaben von Eni umfasst das Feld mehr als 3 Billionen Kubikfuß zusätzliches Gas. Beide Unternehmen wollen jeweils die Hälfte der Produktion vermarkten.

„Diese neue Gasroute im Mittelmeer wird durch eine breitere Streuung der LNG-Quellen zur Energiesicherheit Europas beitragen“, erklärte TotalEnergies-Chef Patrick Pouyanné bei der Projektgenehmigung.

Gasroute im Mittelmeer: Griechenlands Rolle

Mitsotakis skizzierte eine Route über die Terminals Revithoussa und Alexandroupolis in Griechenland. Dort würde LNG wieder in Gas umgewandelt und über den Vertical Corridor nach Südost- und Mitteleuropa weitergeleitet.

Das Gas könne ‚theoretisch‘ über griechische Anlagen nach Europa gelangen, sagte er.

Griechenland wäre damit ein mögliches Einfallstor, aber kein obligatorischer Zwischenstopp. Eni kündigte an, das Gas vor allem in Europa und auf anderen internationalen Märkten zu verkaufen, statt es ausschließlich nach Griechenland zu liefern.

Der Vertical Corridor ist keine einzelne Pipeline. Er verbindet bestehende Gasnetze, die von Griechenland aus nach Norden führen – durch Länder wie Bulgarien und Rumänien bis in Richtung Moldau und Ukraine. So kann LNG, das in griechischen Terminals ankommt, auch weiter entfernte Märkte in Europa erreichen.

Die geplante Route würde Lieferungen von Ägypten nach Griechenland im Mittelmeer halten und damit die Straße von Hormus und das Rote Meer umgehen. Transportiert würde neu gefördertes Gas aus Zypern, nicht umgeleitete bestehende Ladungen aus dem Golf.

In ihrem Ausblick vom Juli schätzte die Internationale Energieagentur, dass zwischen 2026 und 2030 insgesamt 140 Milliarden Kubikmeter LNG-Lieferungen wegfallen könnten. Die stärksten Bremseffekte beim Angebotswachstum erwartet sie für 2026 und 2027.

Europa bereitet sich zudem darauf vor, die verbleibenden Gasimporte aus Russland zu beenden. Nach EU-Vorgaben soll ab Anfang 2027 russisches LNG vollständig verboten sein, Leitungsgas ab Herbst desselben Jahres. Die EU-Staaten suchen daher verstärkt nach alternativen Lieferanten.

Energiekooperation und Spannungen in der Region

Die Zusammenarbeit reicht über Gas hinaus. Nach Angaben der ägyptischen Präsidentschaft sprachen El-Sisi und Mitsotakis bei ihren bilateralen Gesprächen am Dienstag auch über Pläne, die Stromnetze beider Länder zu verbinden.

Das geplante Unterseekabel GREGY soll Strom aus erneuerbaren Quellen von Ägypten nach Griechenland transportieren und eine Kapazität von 3.000 Megawatt erhalten.

Nach Angaben des Projektentwicklers Elica Interconnector könnte der Strom die griechische Industrie versorgen und in weitere europäische Märkte exportiert werden.

Alle drei Staats- und Regierungschefs bekräftigten in der Gipfelerklärung ihre Unterstützung für das Vorhaben.

Die trilaterale Partnerschaft geht auf einen ersten Gipfel in Kairo im November 2014 zurück. In der jüngsten Erklärung nahmen die drei Länder auch zu Seegrenzen Stellung und betonten, entsprechende Abkommen müssten mit dem Völkerrecht im Einklang stehen, einschließlich des UN-Seerechtsübereinkommens.

Griechenland und Ägypten unterzeichneten 2020 ein Abkommen über Teile ihrer Seegrenze. Die Türkei wies dies damals zurück mit der Begründung, das Gebiet überschneide sich mit dem von Ankara beanspruchten Festlandsockel.

Mitsotakis betonte am Dienstag, die Partnerschaft zwischen Ägypten, Griechenland und Zypern richte sich „gegen kein Land“.

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