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Finance Watch warnt vor Online-Taktiken zur Beeinflussung von Kleinanlegern

Teilnehmer der H&R-Block-Budget-Challenge-Ehrungsfeier am Freitag, 16. Januar 2014, in Guntersville, Alabama.
Menschen bei der H&R Block Budget Challenge Guntersville Anerkennungsfeier am Freitag, dem 16. Januar 2014, in Guntersville, Alabama. Copyright  AP Photo/Jeff White/Invision for H&R Block
Copyright AP Photo/Jeff White/Invision for H&R Block
Von Eleonora Vasques
Zuerst veröffentlicht am
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Die NGO Finance Watch warnt: Online-Designtricks verleiten Verbraucher und Kleinanleger, auch Minderjährige, zu Entscheidungen gegen ihre Interessen und blenden Risiken aus.

Influencer geben im Netz Anlage-Tipps, oft ohne fundiertes Finanzwissen. Trendige Empfehlungslisten, voreingestellte Investitionsbeträge, Countdowns, die künstlich Druck erzeugen, und auffällig platzierte Kaufen-Buttons gehören zu den gängigen Tricks. Die gemeinnützige Organisation Finance Watch warnt in einem Bericht, dass solche süchtig machenden und irreführenden Online-Designmuster Verbraucherinnen, Verbraucher und Kleinanleger schädigen können.

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Über soziale Medien wird der Zugang zum Wertpapierhandel immer leichter. Zivilgesellschaftliche Organisationen und politische Entscheidungsträgerinnen und -träger suchen deshalb verstärkt nach Wegen, Menschen online zu schützen – besonders gefährdete Gruppen wie Minderjährige.

Finance Watch hat die Websites und Apps von 24 Banken, Neobanken und Trading-Plattformen untersucht. Zudem analysierte die Organisation 59 sogenannte „Finfluencer“ in sozialen Netzwerken in Deutschland, Spanien, Tschechien und Ungarn.

Der am Dienstag veröffentlichte Bericht beschreibt wiederkehrende Gestaltungsmuster. Nach Einschätzung von Finance Watch lenken sie Anlageentscheidungen oder verschleiern Informationen zu Produktrisiken – auch gegenüber Minderjährigen.

„Potenzielle Renditen wurden oft betont. Informationen über Risiken fanden sich dagegen in weniger sichtbaren oder aufklappbaren Bereichen“, heißt es in dem Bericht. Er fordert die EU-Politik auf, neue Regeln zu erlassen, die solche Praktiken einschränken oder verbieten.

„Der kommende Digital Fairness Act ist eine Chance zum Aufräumen: Entscheidungen der Verbraucherinnen und Verbraucher sollen ihre Bedürfnisse und ihre Risikobereitschaft widerspiegeln, nicht die Gewinninteressen von Plattformen und Influencern“, erklärte Finance-Watch-Mitarbeiter Peter Norwood in einer Pressemitteilung.

Die Europäische Kommission will den Digital Fairness Act voraussichtlich noch vor Jahresende vorlegen. Das Gesetzespaket soll Konsumentinnen und Konsumenten vor möglicherweise unfairen oder manipulativen Online-Praktiken schützen.

Finance Watch plädiert außerdem für strengere Regulierung der Aktivitäten von Finfluencern und fordert ein Verbot für deren Werbung für Anlageprodukte im Privatkundengeschäft.

„Auf sozialen Plattformen erreichen Finanz-Influencer ein riesiges Publikum, ohne Qualifikationsnachweise oder belegbare Fachkompetenz“, schreibt die Organisation in dem Bericht. „Finanzbildung ist zu wichtig, um als Tarnung für Werbung oder unqualifizierte Beratung zu dienen“, heißt es weiter.

Auch die Europäische Union treibt die Stärkung der Finanzkompetenz im Binnenmarkt voran. Mangelndes Finanzwissen gilt als eines der Hindernisse, die Europas Wettbewerbsfähigkeit im globalen Vergleich bremsen.

Die EU-Kommission unterstützt eine Reihe von Initiativen, die Menschen finanzielle Fähigkeiten vermitteln sollen. Dazu gehören Veranstaltungen und Austauschformate mit Interessengruppen. Zugleich hilft die Kommission nationalen Behörden, entsprechende Programme vor Ort aufzubauen.

Laut einer Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahr 2023 verfügen nur 18 Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger nach eigenen Angaben über ein hohes Maß an Finanzbildung. Viele Konsumentinnen und Konsumenten sind damit schlechter gerüstet, um Finanzprodukte und -dienstleistungen zu verstehen und Risiken zu erkennen – auch online.

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