Vom fiktiven Stars Hollow aus „Gilmore Girls“ bis zu Drehorten in Europa: Set‑Jetting boomt und verwandelt Film- und TV-Schauplätze in Reiseziele.
Statt sich in diesem Winter mit Wiederholungen der eigenen Lieblingsserie auf dem Sofa einzukuscheln, könnten Fans direkt aufs Set gehen.
Genau das ermöglicht nun ein neues Feiertags-Erlebnis, das die Warner Bros. Studio Tour Hollywood für „Gilmore Girls“-Anhängerinnen und -Anhänger auflegt. Vom zwölften Dezember 2026 bis zum dritten Januar 2027 – mit Ausnahme des 25. Dezember – können sie ihr Wohnzimmer gegen das saisonale Event eintauschen.
Die neue Attraktion führt Besucherinnen und Besucher durch vertraute Schauplätze aus der fiktiven Kleinstadt Stars Hollow in Connecticut und verwandelt das Studio von Warner Bros. in Burbank in „das bislang umfassendste und immersivste Gilmore-Girls-Feiertagserlebnis“.
Gäste können durch Lorelai Gilmores Haus schlendern und in Lukes Diner einkehren, dem Treffpunkt von Protagonistin Lorelai und ihrem On-off-Liebesinteresse Luke Danes. Weitere bekannte Kulissen sind das Dragonfly Inn und Miss Pattys Ballettschule.
Ikonische Ladenfronten aus der Serie beherbergen Souvenirshops mit Sammlerstücken, dazu kommen bei Fans beliebte Snacks: unter anderem Lukes Cold Brew, Jojo’s Burger, Caesars Chilaquiles-Nachos und die Gazebo-Brezel.
„Gilmore Girls“ erzählt die Geschichte von Lorelai und ihrer Tochter Rory und lief erstmals im Jahr 2000. Inzwischen steht die Serie auf der „New York Times“-Liste der „100 Best TV Shows of the 21st Century“.
Set-Jetting: Wohin Serienfans sonst noch reisen
Die Entscheidung von Warner Bros., das bisherige Gilmore-Girls-Feiertagsangebot auszubauen, knüpft an den wachsenden Trend des sogenannten Set-Jettings an. Der Begriff beschreibt Reisen, deren Routen sich an Drehorten von Filmen oder TV-Serien orientieren – Szenen von der Leinwand werden so zu realen Urlaubserlebnissen.
Auch in Europa dienen spektakuläre Küsten und berühmte Wahrzeichen seit Langem als Kulisse für große Film- und TV-Produktionen. Dubrovnik etwa wurde nach den Dreharbeiten zu „Game of Thrones“, wo die kroatische Stadt als Königsmund diente, zu einem Magneten für Fans.
Im englischen Lavenham können Gäste in Harry Potters angeblichem „Kindheitszuhause“ einchecken. Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Vere House, das auf Airbnb gelistet ist und in „Harry Potter and the Deathly Hallows: Part One“ zu sehen war, bietet vier Schlafzimmer mit Bad en suite, ein privates Wohnzimmer mit Kamin sowie einen Hofgarten.
Zu den größten Kinostarts dieses Jahres zählt Christopher Nolans „The Odyssey“. Wer seine eigene Odyssee planen möchte, kann den Spuren des Films folgen: zu Drehorten auf Sardinien und in der Straße von Messina in Italien, nach Ithaka in Griechenland, ins türkische Troja und auf die Insel Gozo in Malta.
Madrid gehört ebenfalls seit Jahren zu den gefragtesten Drehorten. In der spanischen Hauptstadt entstanden Szenen für die Netflix-Erfolgsserie „La Casa de Papel“ („Haus des Geldes“), für „The Cold Light of Day“ und „Terminator: Dark Fate“. Woody Allens nächster Film soll ebenfalls größtenteils in Madrid entstehen; die Dreharbeiten beginnen noch in diesem Monat.
Jenseits Europas wurde die Netflix-Verfilmung von John Steinbecks „East of Eden“ komplett in Neuseeland gedreht – obwohl die Handlung in den USA spielt, unter anderem im kalifornischen Salinas Valley sowie in San Francisco, Connecticut und Washington.
Harbour Street in Oamaru, einer Stadt auf der neuseeländischen Südinsel, erwies sich mit ihren gut erhaltenen Kalksteinbauten als idealer Schauplatz für diese historische Produktion. Auch Dunedin taucht in der Serie auf, darunter mit den Queen’s Gardens und dem historischen Bahnhof.