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Vorbild Las Vegas - Stars gehen nicht mehr auf Tournee

Shakira tritt am Montag, dem sechsten Juli 2026, in der CFG Bank Arena in Baltimore auf. (Foto: Owen Sweeney/Invision/AP)
Shakira tritt am Montag, dem sechsten Juli 2026 in der CFG Bank Arena in Baltimore auf. (Foto: Owen Sweeney/Invision/AP) -  Copyright  AP Photo
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Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Konzertreihen setzen sich in Europa durch. Künstler touren nicht mehr durch ein Land - sondern geben mehrere Konzerte in einer Stadt. Dafür müssen die Fans jetzt reisen.

Jahrzehntelang gehörten feste Konzertreihen zum Markenzeichen von Las Vegas. Stars zogen nicht mit einer Show von Stadt zu Stadt, sondern richteten für Wochen oder Monate eine Produktion in einem einzigen Saal ein. Das Publikum musste reisen, um sie zu sehen. In Europa beginnt man nun, mit einem ähnlichen Modell zu experimentieren.

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Madrid ist eines der sichtbarsten Beispiele für diesen Wandel. Shakira absolvierte eine Konzertreihe mit zwölf Auftritten in einem temporären Stadion, dem Estadio de Shakira, das in Iberdrola Music in Villaverde aufgebaut wurde. Bad Bunny legte zehn Konzerte seiner Tour im Riyadh Air Metropolitano zusammen, während Dani Martín zum ersten Künstler wurde, der eine Residenz in der Movistar Arena von Madrid etablierte.

Das Phänomen geht über spanische und lateinamerikanische Künstler hinaus. Internationale Namen wie Céline Dion, Adele oder Ariana Grande sind ebenfalls, wenn auch auf unterschiedliche Weise, mit Formaten verbunden, bei denen mehrere Auftritte in einer einzigen europäischen Stadt gebündelt werden. Das verändert das Verhältnis zwischen Künstler, Stadt und Publikum spürbar.

Celine Dion tritt beim Eröffnungskonzert ihrer Residenz „Celine Dion Paris 2026“ am Stadtrand von Paris am 12. September 2026 auf.Celine Dion tritt beim Eröffnungskonzert ihrer Residenz „Celine Dion Paris 2026“ am Stadtrand von Paris am 12. September 2026 auf.

Für Rubén Sánchez, den Generalsekretär der Verbraucherorganisation Facua, bringt dieses Modell dem Publikum „keinen Vorteil“. Er meint, dass die Konzentration der Auftritte der Branche erlaubt, Kosten zu senken, weil sie einen Veranstaltungsort länger nutzt. Viele Besucher müssten dafür jedoch zusätzliche Ausgaben schultern.

„Es ist etwas anderes, ob alle Shows in Madrid stattfinden oder ob es eine Tour durch verschiedene Städte Spaniens gibt“, sagt Sánchez. Zum Ticketpreis kommen oft noch Kosten für Transport, Unterkunft, Verpflegung und weitere aus der Reise entstehende Ausgaben hinzu.

Mehr Termine, aber höhere Kosten

Solche Residenzen können die Zahl der verfügbaren Tickets deutlich erhöhen. Sie bieten mehrere Gelegenheiten, einen Künstler zu sehen. Für Fans, die weit entfernt von der ausgewählten Stadt leben, kann der tatsächliche Preis für den Konzertbesuch jedoch deutlich höher ausfallen.

Sánchez ist überzeugt, dass vor allem die Reaktion des Publikums über die Zukunft des Modells entscheidet. Wenn die Fans bereit sind, zu reisen und die zusätzlichen Kosten zu tragen, hält er es für wahrscheinlich, dass mehr Residenzen entstehen. Bleibt die Nachfrage aus und sinken die Ticketverkäufe, könnte die Branche ihre Strategie überdenken.

„Ob sich das neue Modell durchsetzt oder scheitert, hängt von der breiten Reaktion der Nutzer ab“, sagt er.

Bad Bunny kommt zur Modenschau der Haute-Couture-Kollektion Herbst/Winter 2026-2027 für Damen von Schiaparelli, die am Montag, 6. Juli 2026, in Paris gezeigt wurde.Bad Bunny kommt zur Modenschau der Haute-Couture-Kollektion Herbst/Winter 2026-2027 für Damen von Schiaparelli, die am Montag, 6. Juli 2026, in Paris gezeigt wurde.

Das Problem des Endpreises

Facua weist außerdem auf ein weiteres Problem beim Ticketverkauf hin: Es ist oft unklar, welchen Endpreis die Verbraucher tatsächlich zahlen. Sánchez kritisiert vor allem die sogenannten „Bearbeitungsgebühren“, die erst im Kaufprozess hinzukommen. Aus Sicht von Facua sollte der beworbene Preis von Beginn an alle verpflichtenden Kosten enthalten.

„Vom ersten Moment an, schon im ersten Screenshot und in der ersten Anzeige, muss klar sein, wie viel das Ticket kostet“, fordert er. Hinzu kommt der Weiterverkauf von Eintrittskarten. Facua plädiert dafür, ihn nur ohne Gewinnabsicht zu erlauben, etwa wenn jemand, der doch nicht gehen kann, sein Ticket an eine andere Person weitergibt. Die Organisation verlangt eine deutlich strengere Regulierung der gewinnorientierten Zweitmärkte.

Verbraucher haben das letzte Wort

Das Modell erinnert an Las Vegas, weil es das Konzert selbst zum Reiseziel macht. Für Gastgeberstädte können Tausende Fans zusätzliche Umsätze für Hotels, Restaurants, Verkehrsbetriebe und Geschäfte bringen. Für die Besucher bedeutet es jedoch, dass sie einen größeren Teil der Kosten und der Organisation übernehmen müssen.

Sánchez findet, dass es noch zu früh ist, um zu sagen, ob sich Konzertresidenzen in Europa dauerhaft etablieren. Entscheidend ist, ob das Publikum die neue Rechnung akzeptiert: mehr Chancen, einen Star live zu erleben, aber auch die Aussicht, dafür reisen zu müssen und mehr Geld auszugeben.

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