Der US-Bundesstaat Texas exekutiert weiter mit der umstrittenen Pentobarbital-Giftspritze. Es war bereits das siebte vollstreckte Todesurteil im Jahr 2026. Für November sind noch zwei weitere Hinrichtungen geplant.
Texas hat die erste Hinrichtung in den USA vollzogen, seit die zum Tode verurteilte Christa Pike in Tennessee vergangene Woche eine fehlgeschlagene Giftspritze überlebt hat.
Der 46-jährige Jamaal Howard erhielt im Staatsgefängnis von Huntsville eine tödliche Dosis Pentobarbital und wurde um 20.03 Uhr für tot erklärt. Ein Gericht hatte ihn verurteilt, weil er im Jahr 2000 bei einem Raubüberfall in einem Lebensmittelladen in Texas die zweiundvierzigjährige Kassiererin Vickie Swartout erschossen hatte.
Augenzeugen berichten, Howard habe nach Luft geschnappt und noch einige Atemzüge gemacht, als das Mittel wirkte. Dann seien schnarchende Geräusche und Husten zu hören gewesen. Nach rund 30 Sekunden habe jede Bewegung aufgehört, 19 Minuten später erklärten die Behörden ihn für tot.
Vor der Hinrichtung wandte sich Howard an Angehörige von Vickie Swartout. Er bat sie um Verzeihung.
"Ich wünsche mir, dass Sie meine Entschuldigung annehmen, und ich hoffe auf Ihre Vergebung“, sagte er. "Es tut mir leid, was passiert ist. Ich hoffe, dass Sie mir eines Tages verzeihen können.“
Er fügte hinzu, er sei "in einem guten Geisteszustand, um Frieden und den Herrn zu finden, deshalb danke ich euch allen“. Dann sagte er: "Hey, genießt das Leben, und Frieden sei mit euch.“
Howards Anwälte versuchten vergeblich, die Hinrichtung zu stoppen. Sie reichten beim Strafberufungsgericht von Texas einen Antrag ein und stellten die Qualität der in Texas eingesetzten Hinrichtungsmedikamente infrage. Vor dem Obersten Gerichtshof der USA argumentierten sie zudem, Howard sei intellektuell beeinträchtigt und dürfe deshalb nicht hingerichtet werden.
Das Gericht in Texas wies den Antrag zu den Medikamenten sowie einen zweiten Schriftsatz ohne Begründung zurück.
Der Oberste Gerichtshof hat die Hinrichtung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung grundsätzlich verboten, lässt den Bundesstaaten aber Spielraum, wie sie eine solche Beeinträchtigung definieren. Der Bundesstaat Texas erklärte gegenüber dem Gericht, Howards Verteidiger hätten keine Belege vorgelegt, die zeigten, dass er die Voraussetzungen für eine entsprechende Einstufung erfüllt.
Auch der Oberste Gerichtshof griff am späten Mittwochabend nicht ein und machte damit den Weg für die Hinrichtung frei.
Die Texas Coalition to Abolish the Death Penalty, eine Organisation, die die Abschaffung der Todesstrafe im Bundesstaat anstrebt, rief die Öffentlichkeit dazu auf, den texanischen Gouverneur Greg Abbott zu drängen, Howard einen Aufschub zu gewähren. Die Anwälte sollten so "wichtige Unterlagen vom texanischen Justizvollzug erhalten – darüber, wann das Medikament gekauft wurde, wie es gelagert wurde und welche Tests wann durchgeführt wurden“.
Mit Howard hat Texas in diesem Jahr bislang sieben Menschen hingerichtet. In den Jahren 2025 und 2024 waren es jeweils fünf. Für November sind zwei weitere Hinrichtungen geplant: die Todeszelleninsassen John Rubio und Reinaldo Dennes.