Die 3.026 Meter lange, vierspurige Neue Yalu-Fluss-Brücke verbindet die chinesische Grenzstadt Dandong mit Sinuiju in Nordkorea. Am Donnerstag verfolgten Hunderte Menschen in Dandong, wie Lastwagen erstmals in beide Richtungen über die Brücke fuhren, einige geschmückt mit chinesischen und nordkoreanischen Fahnen und Blumen.
Die Brücke wurde 2014 fertiggestellt. Sie stand zwölf Jahre ungenutzt, denn auf nordkoreanischer Seite fehlten Straßenanbindungen und Zollanlagen. Ihre offizielle Eröffnung gilt als wichtiger Schritt, um den Handel zwischen beiden Ländern wiederzubeleben, nach Jahren angespannter Beziehungen und pandemiebedingter Grenzbeschränkungen.
Die neue Verbindung soll den Güterverkehr erleichtern und die Abhängigkeit von der alternden Sino-koreanischen Freundschaftsbrücke in der Nähe verringern. Sie trägt seit 1943 den Großteil des Grenzverkehrs. Lim Eul-chul, Nordkorea-Experte an der Kyungnam-Universität, erwartet, dass der neue Übergang das Frachtaufkommen vor allem bei schweren Maschinen und Baumaterialien auf das Drei- bis Vierfache steigern könnte.
China bleibt für Nordkorea wichtigster Handelspartner und zentrale wirtschaftliche Stütze. Bewohnerinnen und Bewohner in Dandong hoffen, dass die neue Verbindung zusätzliche Geschäfte anzieht und die Lebensbedingungen diesseits und jenseits der Grenze verbessert. Nordkorea vergibt chinesischen Besucherinnen und Besuchern allerdings weiterhin keine Touristenvisa.