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Polnischer Vizepremier kritisiert Ukraine für Ehrung der UPA

Archiv: Władysław Kosiniak-Kamysz spricht auf einer Pressekonferenz in Warschau am Freitag, 26. September 2025.
Archivbild: Władysław Kosiniak-Kamysz spricht bei einer Pressekonferenz in Warschau am Freitag, 26. September 2025. -  Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Weronika Wakulska
Zuerst veröffentlicht am
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Der Regionalrat der ukrainischen Kleinstadt Lwiw hat 2027 zum Jahr von Roman Schuchewytsch, der UPA und Oleh Olhytsch erklärt. Polens Vizepremier und das Institut des Nationalen Gedenkens protestieren.

Die Entscheidung, das Jahr 2027 dem Kommandeur der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) und OUN-M-Führungspersönlichkeit Ołeh Olżycz zu widmen, stößt in Polen auf Kritik. Polens Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz nahm dazu Stellung. Er verurteilte den Beschluss und nannte ihn „inakzeptabel“.

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Der Gebietsrat Lwiw ist das Einkammer-Regionalparlament der Oblast Lwiw (dem Bezirk Lemberg) im Westen der Ukraine.

Die Behörden der Stadt Lwiw begründen ihre Entscheidung damit, dass im Jahr 2027 der 120. Geburtstag von Roman Szuchewycz und zugleich der 85. Jahrestag der Gründung der UPA begangen wird.

„Das ist unsere Geschichte, unsere Helden, und wir sollten ihr Andenken in angemessener Weise ehren“, sagte während der Sitzung der Vorsitzende des Kulturausschusses, Ratsabgeordneter Swiatoslaw Szeremeta.

Hintergrund : Was ist die UPA?

Die Abkürzung steht für die Ukrainische Aufständische Armee (Ukrajinska powstanska armija), die im Zweiten Weltkrieg und danach als militärischer Arm ukrainischer Nationalisten (OUN) aktiv war. Die UPA wurde 1943 gegründet und kämpfte zeitweise gegen die deutsche Besatzung, später gegen die Rote Armee, verübte aber vor allem Massaker an Zehntausenden polnischer Zivilisten.

Der Umgang mit der Erinnrung an diese Einheit sorgt daher immer wieder auf beiden Seiten für gemischte Gefühle. Für Ehrung in der Ukraine. Dort gilt die UPA heute von vielen als Unabhängigkeitskämpfer gegen die Sowjetunion. Und für Empörung in Polen. Wenn die ukrainische Führung (wie im Frühjahr 2026 durch Truppenbenennungen) an die UPA erinnert, löst dies in Polen heftigen politischen Protest aus, da dort die UPA als Verantwortliche für Völkermord an Polen gesehen wird.

Polens Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz betonte, die Entscheidung trage nicht zum Aufbau von Vertrauen zwischen den polnischen und ukrainischen Bürgerinnen und Bürgern bei und vertiefe die bestehenden Gräben.

Zugleich forderte er die ukrainischen Behörden auf, sich klar von der Haltung des Gebietsrats Kyjiw zu distanzieren.

Auch die polnische Botschaft in Kyjiw (Quelle auf Polnisch) meldete sich zu Wort. In einer auf X veröffentlichten Erklärung hieß es, „die Glorifizierung der UPA und verbrecherischer Persönlichkeiten steht im Widerspruch zu europäischen Werten sowie zum strategischen und gutnachbarschaftlichen Charakter der polnisch-ukrainischen Beziehungen. Das Europäische Parlament hat sich im Juli dieses Jahres eindeutig dazu geäußert“.

Weiter hieß es: „Roman Szuchewycz ist ein mit den Nationalsozialisten kollaborierender Verbrecher, befleckt mit dem Blut tausender unschuldiger Opfer – Menschen, die nur deshalb ermordet wurden, weil sie Polen waren. Zu den Opfern gehörten auch Juden, Tschechen, Armenier und Ukrainer, die ihren Nachbarn halfen und sich nicht mit einer Beteiligung an den Verbrechen abfinden wollten“.

Die Botschaft betonte: „Die Ukraine hat Tausende echte Helden, deren Mut und Opferbereitschaft ein echtes Vorbild sein können“.

Auch das polnische Institut des Nationalen Gedenkens kommentierte die Entscheidung auf X kritisch. Nach seiner Einschätzung „fügt sich die Entscheidung des Gebietsrats Lwiw in einen langfristigen Prozess ein, einen offiziellen Kult um Szuchewycz und andere Vertreter des radikalen ukrainischen Nationalismus aufzubauen. Die Ehrung dieses Verbrechers ist ein Schlag gegen das Gedenken an die Opfer des von ihm befohlenen Völkermords“.

Historische Fragen kehren regelmäßig zurück und sorgen für Konflikte in den Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine. Zuletzt verschärfte die Entscheidung von Präsident Karol Nawrocki die Spannungen, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen, als Reaktion darauf, dass eine ukrainische Militäreinheit den Namen „Helden der UPA“ erhalten hatte.

Der polnisch-ukrainische Streit über die UPA und Wolhynien betrifft vor allem die Bewertung der Ereignisse der Jahre 1943 bis 1945. Im Hintergrund steht auch die Frage nach der Exhumierung der Opfer und ihrer würdigen Bestattung.

Die polnische Seite betrachtet die UPA offiziell als verantwortlich für den Völkermord an der polnischen Bevölkerung in Wolhynien und Ostgalizien zwischen 1943 und 1945, den Historiker als „Wolhynien-Massaker“ bezeichnen.

Nach Ansicht der ukrainischen Öffentlichkeit und eines Teils der Historiker gilt die UPA dagegen als Gruppe von Helden, die für die Unabhängigkeit der Ukraine gegen Besatzer kämpften.

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