Das chinesische Onlineversandhaus hat nach einer Geldstrafe von 200 Millionen Euro im Mai der EU-Kommission am Montag schärfere Schritte gegen Verstöße des Digital Services Act zugesagt.
Die EU-Kommission hat den Aktionsplan von Temu gebilligt, mit dem der Onlinehändler mehrere Verstöße gegen das Digitale-Dienste-Gesetz (DSA) der Union beheben will.
Temu sagt zu, eine Risikoanalyse vorzulegen, die Maßnahmen gegen den Verkauf illegaler Produkte auf der Plattform eng zu überwachen und bei Bedarf deutlich nachzuschärfen.
Der chinesische Onlinehändler will zudem prüfen, inwieweit seine Empfehlungssysteme „die Verbreitung illegaler Waren verstärken können“, erklärte die Kommission.
Im Mai dieses Jahres verhängte die EU eine Geldbuße von 200 Millionen Euro gegen Temu, weil auf der Plattform illegale Produkte wie gefährliches Babyspielzeug und defekte Ladegeräte angeboten wurden.
Der Strafbescheid folgte auf eine formelle Untersuchung, die im Oktober 2024 startete. Die Prüfer wollten klären, ob Temu seine Pflichten als eingestufte „sehr große Online-Plattform“ nach dem Digital Services Act erfüllt.
Nach Angaben der Ermittler der Kommission erkannte die Plattform die Risiken illegaler und unsicherer Produkte für europäische Verbraucherinnen und Verbraucher nicht ausreichend und reagierte auch nicht entschieden genug.
Temu begrüßte heute die Zustimmung der europäischen Aufsichtsbehörden zu dem Aktionsplan. „Wir schätzen den konstruktiven Austausch mit der Kommission während des gesamten Prozesses“, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung.
Der Plan „ist ein klarer Beleg für Temus Bereitschaft, massiv in eine belastbare Compliance-Infrastruktur zu investieren, um für alle EU-Nutzerinnen und -Nutzer ein sicheres, vertrauenswürdiges Einkaufsumfeld zu gewährleisten“, hieß es weiter.
Der chinesische Handelsriese zählt in der EU mit ihren 27 Mitgliedstaaten rund 130 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Das entspricht fast einem Drittel der Bevölkerung und macht Temu zu einem der größten Onlinehändler Europas.
Seit Juli gehört Temu zu mehreren E-Commerce-Plattformen, die auf günstige Kleinsendungen eine neue EU-Gebühr von 3 Euro pro Paket zahlen müssen; zuvor gelangten Sendungen mit einem Wert von weniger als 150 Euro zollfrei in die Union.
Seit Inkrafttreten der neuen Paketregeln ist das Importvolumen, vor allem aus China, um 30 bis 40 Prozent eingebrochen.