Apple übertrifft im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen, doch steigende Speicherchip-Kosten und ein mauer Ausblick für Services belasten.
Apple Inc. hat in den drei Monaten bis zum 26. September 2026 einen stärker als erwartet ausgefallenen Umsatz erzielt, getragen von Rekordverkäufen des iPhone im September-Quartal.
Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel am Montag um rund drei Prozent, weil Anleger die starken Ergebnisse gegen den Druck auf die Gewinnmargen abwägten.
Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 114,5 Milliarden Dollar (102,1 Milliarden Euro) nach zuvor 102,5 Milliarden Dollar (91,4 Milliarden Euro).
Der Konzern mit Sitz in Cupertino, Kalifornien, erzielte im Zeitraum Juli bis September einen Gewinn von 30,71 Milliarden Dollar (27,4 Milliarden Euro), das sind 2,10 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Plus von zwölf Prozent gegenüber 27,47 Milliarden Dollar (24,5 Milliarden Euro) oder 1,85 Dollar je Aktie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Im Schnitt hatten Analysten laut einer Umfrage von FactSet mit einem Gewinn von 1,99 Dollar je Aktie und einem Umsatz von 113,4 Milliarden Dollar (101,1 Milliarden Euro) gerechnet. Apple übertraf beide Prognosen.
Ein Teil der Gewinnsteigerung geht jedoch auf Erstattungen von Zöllen zurück. Diese erhöhten den Gewinn je Aktie um 0,05 Dollar (0,04 Euro) und hoben die Bruttomarge des Unternehmens um etwa einen Prozentpunkt auf 47,9 Prozent.
Im Berichtsquartal erfasste Apple nur die ersten Verkaufstage der Premiummodelle iPhone 18 Pro. Apples neues faltbares Telefon, das iPhone Duo, verkauft sich erst im laufenden Quartal, seine Umsätze sind daher noch nicht in diesen Ergebnissen enthalten.
Die iPhone-Erlöse stiegen um 17,5 Prozent auf 57,6 Milliarden Dollar (51,4 Milliarden Euro), die Mac-Verkäufe legten um fast 24 Prozent zu. Die iPad-Umsätze gingen um 10,4 Prozent zurück, die Sparte für Wearables, Home und Zubehör verzeichnete ein Minus von 7,9 Prozent.
Es ist Apples erster Ergebnisbericht, seit CEO John Ternus am 1. September das Ruder übernommen und Tim Cook abgelöst hat.
Ternus hob eine Erholung in der Region Großchina hervor. Dort stiegen die Erlöse im Quartal um 21 Prozent und im gesamten Geschäftsjahr um 28 Prozent. Er sagte, vor allem iPhone- und Mac-Verkäufe hätten das Wachstum im Quartal vorangetrieben.
Der leitende Analyst Jesse Cohen von Investing.com erklärte in einer von MarketWatch zitierten Notiz, die Einnahmen aus China sowie mit Wearables und Heimgeräten seien jeweils unter den Erwartungen der Analysten geblieben.
Verkaufsprognose steigt, Margen schrumpfen
Im Gespräch mit Analysten erklärte Apple, im Dezember-Quartal einen Umsatzanstieg von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zu erwarten. Das wäre das bislang umsatzstärkste Quartal für den Konzern.
Beim Servicegeschäft rechnet Apple allerdings mit einer Verlangsamung des Wachstums auf acht bis neun Prozent, nach 9,8 Prozent im September-Quartal, als die Erlöse einen Rekordwert von 31,6 Milliarden Dollar (28,2 Milliarden Euro) erreichten. Apple verweist auf Belastungen durch Lizenzen von Drittanbietern und Währungsschwankungen.
Apple geht davon aus, dass steigende Speicherkosten und Investitionen in den Rollout von Siri AI die Bruttomarge im Dezember-Quartal auf 45 bis 46 Prozent drücken und damit unter die von Analysten erwarteten 46,3 Prozent fallen lassen. Der Großteil des Drucks stammt aus höheren Preisen für Speicherchips.
Gleichzeitig rechnet der Konzern im Quartal mit einem Umsatzplus von sieben bis zehn Prozent, mehr als die von Analysten prognostizierten 6,1 Prozent.
Apple hat die Preise bei mehreren Produkten in diesem Jahr bereits erhöht. Das Unternehmen versucht zudem, die Auswirkungen höherer Speicherkosten zu begrenzen, indem es Lagerbestände nutzt, die zu niedrigeren Preisen erworben wurden, und die Ausgaben für andere Komponenten reduziert.
Apples KI-Ausgaben rücken in den Fokus
Apple steht seit Langem in der Kritik, bei KI zurückzuliegen. Der Konzern arbeitet nun mit Partnern zusammen, um seine Dienste zu verbessern, und hält dabei die eigenen Investitionen in Infrastruktur relativ niedrig.
Dieser vergleichsweise vorsichtige Ansatz bei Investitionen in KI-Infrastruktur hat den Cashflow geschützt, so der eMarketer-Analyst Jacob Bourne.
Er sagte, Kooperationen mit Unternehmen wie Alphabet könnten Apple helfen, seine KI-Fähigkeiten auszubauen, ohne ähnliche finanzielle Risiken einzugehen wie Wettbewerber.
Im September bestätigte der iPhone-Hersteller, dass die Modelle, die die neue Siri antreiben, mit Google entwickelt wurden, auf Basis einer im Januar bekanntgegebenen mehrjährigen Vereinbarung**.**
Apples Investitionen in Sachanlagen sanken im gesamten Geschäftsjahr um 29 Prozent auf 9 Milliarden Dollar (8 Milliarden Euro), die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen dagegen um 32 Prozent auf 45,8 Milliarden Dollar (40,8 Milliarden Euro). Das Unternehmen legt nicht offen, welcher Anteil davon in KI fließt.
Zum Vergleich: Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta werden Analystenschätzungen zufolge in diesem Jahr zusammen mehr als 700 Milliarden Dollar (624 Milliarden Euro) für Investitionen ausgeben, ein großer Teil davon für KI-Infrastruktur.