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Lufthansa erhöht Gewinn trotz teurerer Kerosinpreise

Archivbild: Ein Lufthansa-Flugzeug landet am Flughafen in Frankfurt am Main, Deutschland, am Dienstag, 28. April 2026.
Archivfoto: Ein Lufthansa-Flugzeug nähert sich dem Flughafen in Frankfurt, Deutschland, Dienstag, 28. April 2026. -  Copyright  AP Photo/Michael Probst
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Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Die Lufthansa steigert im Sommer den Gewinn und erzielt Rekordumsatz im Quartal, senkt aber wegen höherer Treibstoffkosten ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr.

Der Lufthansa-Konzern hat am Dienstag für das Quartal Juli bis September starke Zahlen vorgelegt. Höhere Erlöse und Einsparprogramme glichen die gestiegenen Treibstoffkosten mehr als aus.

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Der bereinigte operative Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Das Quartal umfasst die Hauptreisezeit im Sommer. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 12,24 Milliarden Euro und war damit der höchste Quartalsumsatz in der Geschichte des Konzerns.

„Mit steigenden Erlösen bei anhaltend hoher Nachfrage und strenger Kostendisziplin konnten wir den Anstieg der Treibstoffkosten von rund einer halben Milliarde Euro mehr als ausgleichen“, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einer Mitteilung.

Wegen der stark gestiegenen Kerosinpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten meldete das Unternehmen im dritten Quartal einen Anstieg der Treibstoffkosten um 543 Millionen Euro im Jahresvergleich.

Der Druck trifft die gesamte Branche. Ryanair-Chef Michael O’Leary sagte Euronews im Oktober, dass die Flugpreise in Europa 2027 deutlich steigen könnten, weil höhere Treibstoffkosten, Steuern und weniger verfügbare Sitzplätze die Tarife nach oben treiben.

Die Netzwerkfluggesellschaften von Lufthansa erhöhten ihre Kapazität leicht. SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines verbesserten jeweils ihr Quartalsergebnis. Die Kernmarke Lufthansa hinkte jedoch hinterher: Ihr bereinigter operativer Gewinn im dritten Quartal brach um ein Drittel auf 300 Millionen Euro ein.

Die Ergebnisse des Konzerns insgesamt stützten vor allem Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik. Lufthansa Cargo mehr als verdreifachte den bereinigten operativen Gewinn auf 162 Millionen Euro, Lufthansa Technik steigerte ihn um 54 Prozent auf 200 Millionen Euro.

Die starken Quartalszahlen stehen im Kontrast zu den Ergebnissen der ersten neun Monate. In diesem Zeitraum stieg der Umsatz um acht Prozent, der Nettogewinn ging jedoch um 35 Prozent zurück.

Lufthansa hat bereits Flüge gestrichen und Flugzeuge am Boden gelassen, um Kosten zu senken. Die 27 im Einsatz befindlichen Maschinen der Tochter CityLine wurden im April aus dem Flugplan des Konzerns genommen. Danach kündigte das Unternehmen weitere Kürzungen an, die bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge betreffen.

Lufthansa schätzte, dass dies rund 40.000 Tonnen Kerosin einsparen werde.

Der Konzern straffte außerdem die Ausgaben für Personalgewinnung, interne Veranstaltungen und externe Berater. Parallel dazu hält er an dem bereits geplanten Abbau von 4.000 Verwaltungsstellen bis 2030 fest.

Steigende Treibstoffpreise belasten Ausblick

Finanzvorstand Till Streichert sagte, der Konzern rechne im vierten Quartal mit einer robusten Nachfrage. Wegen der geopolitischen Lage werde die Treibstoffrechnung im Gesamtjahr nun jedoch auf 9,3 Milliarden Euro geschätzt.

Zum Vergleich: 2025 lagen die Treibstoffkosten bei 7,27 Milliarden Euro, damit wäre die Rechnung nun um rund zwei Milliarden Euro höher.

Streichert sagte, Lufthansa habe 86 Prozent des Treibstoffbedarfs ihrer Passagierfluggesellschaften für 2026 über Finanzverträge abgesichert, die Preise im Voraus festschreiben und vor Sprüngen der Marktpreise schützen. Mehr als 60 Prozent des Bedarfs für 2027 seien ebenfalls abgesichert, fügte er hinzu.

Der Konzern erwartet nun für das Gesamtjahr einen bereinigten operativen Gewinn von 1,7 bis zwei Milliarden Euro und senkt damit das obere Ende der bisherigen Prognose von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.

Streichert betonte, das endgültige Ergebnis hänge von der Nachfrage, den Treibstoffkosten und der Entwicklung von Lufthansa Cargo im vierten Quartal ab.

Der Aktienkurs des Unternehmens lag am Dienstag im frühen Handel um mehr als drei Prozent im Plus.

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