Die EU entwickelt ein Zertifikat für „KI-Kompetenz“, das im nächsten Schuljahr erfolgreichen 15-jährigen Schülern verliehen werden soll.
Die Europäische Union plant ein Zertifikat für „KI-Kompetenz“ für Schülerinnen und Schüler. Damit will sie besser auf die Folgen der sich rasant entwickelnden Technologie für das Bildungssystem reagieren.
„Es hilft jungen Schülern, zu verstehen, wie KI funktioniert, ihre Antworten zu überprüfen, Manipulation zu erkennen und zu wissen, wann sie abschalten sollten“, sagte die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Roxana Minzatu.
Brüssel will das neue Zertifikat für 15-jährige Schüler zum Schuljahr 2027/2028 einführen. Das Projekt startet in einer Phase, in der Lehrer und Schüler weltweit mit den Folgen von KI an Schulen ringen.
Die jüngsten PISA-2025-Zahlen zeigen einen anhaltenden Rückgang der Grundkompetenzen. In der EU erreicht etwa jeder dritte 15-Jährige in Lesen und Mathematik nicht das erwartete Niveau. Brüssel will KI gezielt einsetzen, um Lehrern und Schülern beim Lernen zu helfen.
Zwar entscheidet die EU nicht über die Bildungspolitik der Mitgliedstaaten. Dennoch unterstützt sie bereits Projekte, die untersuchen, wie sich KI sicher in den Unterricht für Kinder einbinden lässt.
Nach Ansicht von Brüssel stärkt mehr KI-Kompetenz bei jungen Menschen und Lehrern die Lernfähigkeit. Wer versteht, wie KI funktioniert und welche Risiken sie birgt, lernt nach Ansicht der EU besser.
Parallel dazu treibt Brüssel Gesetze voran, die den Zugang junger Teenager zu sozialen Medien einschränken sollen. Minzatu betonte, beide Initiativen stünden nicht im Widerspruch zueinander.
„KI hat das Potenzial, bestimmte Bildungsprozesse deutlich zu verstärken, etwa Nachhilfe oder personalisiertes Lernen“, sagte sie.
„Das sind Formen der Nutzung von Technologie und KI, die nichts mit den süchtig machenden Algorithmen der Plattformen zu tun haben.“