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Verbrennung, Knalltraumata, Fingeramputation und Blindheit: So gefährlich sind Feuerwerke

Ein Demonstrant zündet Feuerwerkskörper bei einer regierungskritischen Kundgebung in Tirana, Albanien.
Ein Demonstrant zündet bei einer regierungskritischen Kundgebung in Tirana, Albanien, Feuerwerk. -  Copyright  AP Photo/Hameraldi Agolli
Copyright AP Photo/Hameraldi Agolli
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Feuerwerk gehört für viele zu jedem Fest. Doch Ärzte warnen: Die bunten Explosionen belasten Luft und Gehör. Fachleute fordern strengere Regeln und mehr Aufklärung.

Silvester, Nationalfeiertage und Wahlsiege: Feuerwerk erhellt in Europa den Himmel, wenn Menschen große Anlässe feiern.

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Zwischen Freude und Feststimmung verletzen Feuerwerkskörper nach Angaben von Experten jedes Jahr Tausende Menschen.

Diese Produkte bergen eine unterschätzte Gefahr für die öffentliche Gesundheit und erfordern nach Ansicht von Experten der University of California in Los Angeles (UCLA) strengere Regeln. Sie haben einen Meinungsbeitrag in der Fachzeitschrift The BMJ (Quelle auf Englisch) veröffentlicht.

Zu den häufigsten Notfällen zählen schwere Verbrennungen, Knalltraumata durch Druckwellen, traumatische Hirnverletzungen, Fingeramputationen und dauerhafte Blindheit. Laut den Autoren betreffen diese Verletzungen überproportional häufig Kinder, junge Männer, ländliche Regionen, Menschen aus einkommensschwachen Gruppen und unbeteiligte Passanten.

Um Schäden zu verringern, fordern die Autoren strengere Vorschriften und dauerhafte Aufklärungskampagnen, in den USA wie international.

Medizinische Fachgesellschaften und Gesundheitsbehörden sollten nach ihrer Ansicht Menschen dazu ermutigen, professionelle öffentliche Shows zu besuchen statt Feuerwerk zu Hause zu zünden. So ließen sich Botschaften in sozialen Medien ausgleichen, die den privaten Gebrauch bewerben.

Außerdem empfehlen sie schulische Kampagnen für Kinder in Grund- und weiterführenden Schulen. Echte Geschichten und Bilder von Menschen mit Feuerwerksverletzungen sollen die Folgen unsachgemäßen Umgangs deutlich machen.

Schließlich regen die Autoren an, deutlich illustrierte Warnhinweise mit Verletzungsfotos auf Feuerwerksverpackungen einzuführen, ähnlich wie auf Zigarettenschachteln, um das Risiko bewusster zu machen.

Lage in Europa

In ganz Europa suchen jedes Jahr Tausende Menschen wegen Verletzungen durch Feuerwerk medizinische Hilfe.

Die Niederlande gehören zu den Ländern, die Daten zu Feuerwerksverletzungen systematisch erfassen. Während der Feiern zum Jahreswechsel 2025-2026 mussten Schätzungen zufolge 1.239 Menschen in Notaufnahmen von Krankenhäusern oder in Bereitschaftspraxen behandelt werden. Das entspricht einem Anstieg der Verletzungen um rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In Italien bestätigte das Innenministerium, dass während der Silvesterfeiern 283 Menschen verletzt wurden, von denen 54 im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Viele Länder führen jedoch keine landesweiten Register solcher Vorfälle.

Mediziner betonen, dass eine systematische nationale Datenerhebung dringend nötig ist, um das tatsächliche Ausmaß von Feuerwerksverletzungen zu erfassen.

Trotz der unmittelbaren Gesundheitsrisiken ist Feuerwerk in Europa ein bedeutender und wachsender Markt.

Die neuesten Eurostat-Daten zu Feuerwerksimporten, veröffentlicht im Dezember 2025 (Quelle auf Englisch), zeigen: Die EU importierte 2024 rund 120.000 Tonnen Feuerwerk aus Ländern außerhalb des Blocks im Wert von 406,7 Millionen €. Das waren 9,5 Prozent mehr Menge und 21,5 Prozent mehr Wert als 2023.

Auch ein Arbeitsdokument (Quelle auf Englisch) der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2025 hält fest, dass die Pyrotechnikimporte der EU in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Sie erreichten 2024 einen Rekordwert von 452 Millionen €, wobei Feuerwerk den größten Anteil ausmachte.

Die Niederlande und Deutschland dominieren die EU-Importe. 2024 entfielen 37,0 Prozent der Feuerwerksimporte aus Drittländern auf die Niederlande und 35,6 Prozent auf Deutschland, gefolgt von Polen mit 7,4 Prozent.

Feuerwerk: Regeln in Europa

In der EU regelt eine Richtlinie den Verkauf von Feuerwerk an Verbraucher. Sie vereinheitlicht die Anforderungen an die Produktsicherheit, lässt den Mitgliedstaaten aber Spielraum für zusätzliche Einschränkungen beim Verkauf, Besitz und Gebrauch.

Der EU-Rahmen teilt Feuerwerk je nach Gefährdungsgrad und Verwendungszweck in vier Kategorien ein.

Für sehr gering gefährliche Artikel für drinnen und den Nahbereich, etwa bestimmte Wunderkerzen und Partyknaller, liegt das Mindestalter bei zwölf Jahren. In Deutschland und Frankreich ist die Altersgrenze höher: Für gering gefährliche Feuerwerkskörper im Freien, die in einem begrenzten Bereich eingesetzt werden, gilt ein Mindestalter von sechzehn beziehungsweise achtzehn Jahren.

Feuerwerkskörper mittlerer Gefährdung, die für den Einsatz im Freien auf großen offenen Flächen und nur für Personen mit Fachkenntnissen gedacht sind, dürfen in der EU frühestens ab achtzehn Jahren genutzt werden.

Einige Länder, darunter die Niederlande, Deutschland, Frankreich und Italien, haben zusätzlich strengere nationale Regelungen eingeführt.

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