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400 Jahre "Mayflower": Ausstellung beleuchtet Kolonialgeschichte Amerikas

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Bild der Mayflower aus der Ausstellung.
Bild der Mayflower aus der Ausstellung.   -   Copyright  AP/Screenshot
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"Es handelt sich hier um Kolonialgeschichte"

Vor 400 Jahren begann eine der geschichtsträchtigsten Reisen: Am 16. September 1620 stach das Segelschiff "Mayflower" im englischen Plymouth in Richtung Westen in See. An Bord: die sogenannten Pilgerväter, die ersten englischen Siedler in Neuengland, im Nordosten der heutigen USA.

In Plymouth erinnert jetzt eine Ausstellung an die Reise der "Mayflower". Dabei geht es auch um Kolonialismus und die Folgen, die die Ankunft der Siedler für die Urbevölkerung, die Wampanoag-Indianer, hatte.

Kuratorin Jo Loosemore erklärt: "Man muss akzeptieren, dass es sich hier um eine Kolonialgeschichte handelt. Es geht um das englische Kolonialstreben in Amerika, und dieses hatte eine dramatische und verheerende Wirkung auf das Volk der Wampanoag, die noch heute zu spüren ist. Für sie geht es also um lebendige Geschichte, und ich denke, man kann wahrscheinlich sagen, 400 Jahre lang wurde ihre Geschichte marginalisiert oder oft völlig ignoriert."

Angehörige der Wampanoag waren jetzt an der Kuratierung der Ausstellung beteiligt. Vor 50 Jahren, zur 350-Jahr-Feier der Mayflower-Reise, war es noch zum Eklat um die Beteiligung der Indianer gekommen. Der damalige Wampanoag-Vertreter wollte seine Rede nutzen, um über Rassismus und Diskriminierung zu sprechen - es wurde nicht erlaubt.

"Unsere wahre Geschichte erzählen"

Wampanoag-Sprecherin Paula Peters: ''Einer unserer früheren Anführer war damals eingeladen. Aber seine Aussagen wurden zensiert. Im Unterschied zu damals sind wir nun eingeladen teilzunehmen und unsere wahre Geschichte zu erzählen."

Zu sehen sind unter anderem die erste in Amerika gedruckte Bibel, die letzten Aufzeichnungen über die Mayflower, in denen das Schiff als kaputt bezeichnet wird, und Kunst der Wampanoag. Rund 100 Museen, Büchereien und Archive haben Ausstellungsstücke beigesteuert.