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IATA: Flugverkehr krankt noch Jahre an Corona

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Von su mit AFP
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IATA: Flugverkehr krankt noch Jahre an Corona
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Nach Einschätzung des Weltluftfahrtverbands IATA (International Air Transport Association) drohen den Fluggesellschaften in diesem und im kommenden Jahr noch höhere Verluste als bisher befürchtet. Im laufenden Jahr werde branchenweit ein Rekordverlust von rund 100 Milliarden Euro (118,5 Milliarden US-Dollar) auflaufen, knapp ein Drittel (34 Milliarden US-Dollar) mehr als bisher gedacht, so IATA-Chefökonom Brian Pearce.

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Alexandre de Juniac, scheidender Generaldirektor der IATA:

'Unsere Bewegungsfreiheit wurde stark eingeschränkt. Und die Auswirkungen auf die Luftfahrt waren katastrophal:

- Der internationale Passagierverkehr ist um 89% zurückgegangen, die Inlandsflüge um 43%.

- Mit nur 1,8 Milliarden Menschen, die in diesem Jahr voraussichtlich reisen werden, sind wir wieder auf dem Niveau von 2003. '

«Wir brauchen die sichere Wieder-Öffnung der Grenzen ohne Quarantäne-Vorschriften, so dass die Leute wieder fliegen,» so de Juniac, Der IATA-Generaldirektor setzte sich erneut für die schnelle Einführung einer globalen Teststrategie ein. «Wir können nicht auf den Impfstoff warten.»

IMPFEN ODER TESTEN?

Der Chef der australischen Qantas, Alan Joyce, war andererseits mit der Aussage vorgeprescht, seine Gesellschaft werde auf internationalen Flügen ausschließlich geimpfte Flugreisende befördern und vorab entsprechende Nachweise verlangen.

Von einer in Europa mindestens umstrittenen Impfpflicht will man hingegen im Lufthansa-Konzern nichts hören. Man verweist auf die Zuständigkeit der nationalen Regierungen, die sich im deutschen Fall bislang gegen eine Impfpflicht gestellt hat.

Die IATA geht in ihren Prognosen davon aus, dass die wegen Corona geschlossenen Grenzen ab Mitte 2021 wieder geöffnet werden, vor dem Hintergrund besserer Tests oder der Verfügbarkeit eines Covid-19-Impfstoffs.

Im Moment "hat die staatliche Unterstützung die Fluggesellschaften am Leben erhalten", so der Verband, und "wahrscheinlich wird mehr benötigt, da die Krise länger andauert, als irgendjemand erwartet hätte".

Ohne die massiven Staatshilfen rund um den Globus von bisher insgesamt 173 Milliarden Dollar (145 Milliarden Euro) hätte es bereits zahlreiche Pleiten gegeben, erklärte de Juniac.

Zwar dürfte der globale Umsatz im kommenden Jahr mit 459 Milliarden Dollar (386 Milliarden Euro) die jetzt für 2020 erwarteten 328 Milliarden Dollar (276 Milliarden Euro) deutlich übertreffen. Das wäre allerdings immer noch nur gut halb so viel wie die 838 Milliarden Dollar (705 Milliarden Euro) aus dem Vorkrisenjahr 2019.

10 MILLIONEN EURO VERLUST - PRO TAG

So verliert etwa die Fluggesellschaft Air France aktuell mehr als 10 Millionen Euro pro Tag, so Geschäftsführerin Anne Rigail.

Frühestens 2024 würden voraussichtlich wieder so viele Leute ins Flugzeug steigen wie 2019, meint die IATA.

su mit AFP

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