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"Niemand kümmert sich um das Gesetz"

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Von Shona Murray
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"Niemand kümmert sich um das Gesetz"
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Schlechte Arbeitsbedingungen, lange Distanzen und Wochen, wenn nicht Monate, von zu Hause entfernt. Gründe für den Mangel an Fernfahrern in Europa. Berufsvertreter sagten Euronews, die EU-Gesetze würden oft ignoriert. Viele Brummi-Fahrer lebten dann unter Bedingungen, die einige als "Ausnutzung" beschrieben.

Man sehe, wo die Unternehmen täuschen wollten, sagt der Niederländer Edwin Atema. Die Fahrer seien Monate lang isoliert und praktisch Gefangene in ihrer Lastwagen. Das sage nicht die Gewerkschaft, sondern das komme von den Fahrern. "Niemand kümmere sich um das Gesetz".

Die Lage ist derzeit besonders ernst in Großbritannien, das wegen Brexit die Freizügigkeit abgeschafft hat. Die Folge des Fahrer-Mangels: leere Regale in Supermärkten und geschlossene Tankstellen.

Die britische Regierung habe nicht gehandelt, um die Arbeitsmarktprobleme nach dem Brexit anzugehen, so der Experte David Henig. Die Unternehmen hätten nur widerwillig die Wahrheit gesagt. Doch aus London heiße es nur stets: das Ganze sei Angstmache, das Problem übertrieben, alles werde gut.

Branchenkenner sagen, es sei für Transportunternehmen die Norm geworden, Filialen in Niedriglohnländern aufzumachen, häufig in Osteuropa. Doch von den Fernfahrern werde erwartet, dass sie in Westeuropa arbeiteten für geringe Gehälter und entfernt von der Heimat.

Einige Unternehmen eröffneten Vertretungen in Polen, der Türkei oder sonstwo, wo immer am wenigsten gezahlt werde, so der ehemalige Speditewur Ron Van Lingen. Dann seien die Fahrer in Westeuropa eingesetzt worden, würden aber nach Tarifen ihrer Herkunftsländer bezahlt - auch wenn das Gestz das genaue Gegenteil verlange. Dadurch würden Gehälter gedrückt, um eine bessere Wetbewerbsposition zu erlangen - alles das auf dem Rücken der Fahrer.

Die Probleme der Branche sind seit Jahren bekannt. Fernfahrer-Gewerkschaften sagen, die Mitgliedsstaaten müssten sicherstellen, dass das Arbeitsrecht angewandt werde und dass Arbeitsbedingungen verbessert würden.

Journalist • Stefan Grobe