Halbleiter- und Forschungszentren wie imec bilden Talente aus und unterstützen Start-ups in den Bereichen Informatik, KI und Biowissenschaften.
Die weltweite Nachfrage nach fortschrittlichen Chips wächst in einem noch nie dagewesenen Tempo.
Innovationszentren wie das belgische Forschungszentrum imec formen die nächste Generation von Technologien, indem sie Talente ausbilden und Start-ups unterstützen, um globale Herausforderungen in den Bereichen Computer, Gesundheitswesen und KI zu bewältigen.
"Wenn Sie Ihr Telefon oder ein anderes modernes Gerät öffnen, werden Sie Chips sehen. Halbleiter haben die Renaissance von Computern und Kommunikation vorangetrieben, und heute ermöglichen sie KI", sagte Max Mirgoli, Chief Global Development, Partnerships and Venturing Officer und EVP bei imec.
Führend in der Nanoelektronik
Das imec mit Hauptsitz in Belgien, das oft als das "Chip-Labor der Welt" bezeichnet wird, ist weltweit führend in der Forschung und Entwicklung von Nanoelektronik. Es bringt Universitäten und Industrie zusammen, um die Halbleitertechnologie der nächsten Generation zu entwickeln.
"Vier Jahrzehnte lang hat sich die Industrie auf vier Säulen gestützt: Leistung, Energie, Fläche und Kosten", sagte er.
"Wir haben die Leistung verbessert, den Stromverbrauch reduziert, die Chipfläche verkleinert und die Kosten gesenkt. Wenn man von sieben Nanometern zu fünf, drei und zwei Nanometern übergeht, reduziert man ständig den Stromverbrauch", fügte er hinzu.
"Die größte Herausforderung für Rechenzentren ist heute der Stromverbrauch. Im Halbleiter-Ökosystem muss noch viel Innovation betrieben werden".
Effizienz und Katarerweiterung
Angesichts des steigenden Energiebedarfs von Rechenzentren ist die Effizienz zur größten Herausforderung für die Branche geworden. "Halbleiter sind das Brot der modernen Welt.
Jedes Land braucht sie, jede Branche hängt von ihnen ab", sagte er. "Mit der steigenden Nachfrage wächst auch der Wettlauf um Talente."
Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, plant imec die Eröffnung eines neuen Büros in Doha, Katar, im Qatar Science and Technology Park. "Jeder braucht Zugang zu den Möglichkeiten der Halbleiterherstellung", fügte er hinzu.
"Katar hat einen sehr methodischen Ansatz verfolgt. Unser Ziel ist es, Talente auszubilden, qualifizierte Fachkräfte aus anderen Ländern anzuziehen und von diesen Talenten zu profitieren."
Im Laufe der Zeit hat sich das Halbleiter-Ökosystem weiterentwickelt. Die Unternehmen spezialisieren sich nun auf das, was sie am besten können, und zwar innerhalb eng miteinander verflochtener globaler Lieferketten.
"Was den Wettbewerb angeht, so hat es die Halbleiterindustrie geschafft, sich zu spezialisieren, und jedes Unternehmen tut das, was es am besten kann", stellte er fest.
Unterstützung von Start-ups
Das Imec ist nicht nur ein Forschungszentrum, sondern auch eine Startrampe für Innovationen. Es entwickelt nicht nur intern bahnbrechende Technologien, sondern unterstützt auch Start-ups im Bereich der Spitzentechnologie mit Finanzmitteln, Mentoren und Zugang zu seiner Plattform.
"Um das zu tun, brauchten wir finanzielle Unterstützung für sie, für Seed. Unser erster Fonds belief sich auf 135 Mio. €", sagte er und fügte hinzu: "Wir haben unseren zweiten Fonds im letzten Jahr mit über 400 Mio. € abgeschlossen und arbeiten an einem dritten Fonds, der etwa 1 Mrd. € umfassen soll."
Er stellte fest, dass die wertvollsten Unternehmen heute Deep-Tech-Firmen sind.
"Das sind Unternehmen, die eine Kombination aus Hardware und Software nutzen, um völlig neue Plattformen in Bereichen wie Biowissenschaften, Informatik und Kommunikation zu schaffen.
Mit seinem neuen Büro in Doha will imec das Halbleiter-Ökosystem der Region stärken und Innovationen im gesamten Nahen Osten unterstützen.