Umweltbedenken bremsen das Projekt: Vor allem die Pläne für Anlagen zur Mineralverarbeitung in einem Waldgebiet stoßen auf Widerstand.
Die Regierung Norwegens will bis spätestens 2028 einen konkreten Plan für den Aufbau von Bergbauanlagen am größten bekannten Seltene-Erden-Vorkommen Europas vorlegen.
Der Fen-Komplex liegt rund 150 Kilometer südwestlich von Oslo. Fachleute schätzen, dass dort 15,9 Millionen Tonnen Seltene-Erden-Oxide lagern, darunter Neodym und Praseodym. Diese Metalle werden in starken Magneten für Elektroautos, Technologien für erneuerbare Energien und militärische Ausrüstung eingesetzt.
Umweltbedenken haben das Projekt seit Langem verzögert. Untersuchungen in dem Gebiet identifizierten 78 gefährdete Tier- und Pflanzenarten, darunter seltene Käfer, Bäume, Moose und Pilze.
Rare Earths Norway (REN), das Unternehmen mit den Förderrechten, betont, die eigentliche Mine werde „unsichtbar“ bleiben. Förderung und Zerkleinerung sollen unter Tage stattfinden. An der Oberfläche wären jedoch weiterhin Aufbereitungsanlagen nötig.
Zu Jahresbeginn übernahm die Regierung die Planungsarbeiten von der Gemeinde. Sie prüft nun auch alternative Standorte für die Anlagen an der Oberfläche.
„Ziel ist es, spätestens 2028 einen Plan vorliegen zu haben, lieber aber schon früher“, sagte Industrieministerin Cecilie Myrseth am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.
Nach Einschätzung der Regierung könnte der Fen-Komplex dazu beitragen, die europäischen und allgemein westlichen Lieferketten für kritische Mineralien zu stärken. Derzeit wird in Europa kein Seltene-Erden-Vorkommen abgebaut, der Kontinent ist stark von Importen aus China abhängig.
Seltene-Erden-Metalle sind entscheidend für die Produktion von Smartphones und Elektrofahrzeugen bis hin zu Kampfjets. Die Europäische Union stuft sie als kritische Rohstoffe ein.
REN hofft, in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre mit dem Abbau zu beginnen.