Im Osten Belgiens hat sich der Brand binnen 24 Stunden bis Sonntagmorgen verdoppelt. Die EU löste am Samstag den Katastrophenschutz aus; aus Schweden, den Niederlanden und Tschechien trafen drei Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge ein.
In mehreren Teilen Europas wüten weiter Wald- und Flächenbrände. Feuerwehrleute bekämpfen große Feuer in Belgien, Deutschland, Frankreich, Kroatien, Spanien und Griechenland. Anhaltende Hitze und Trockenheit begünstigen die Brände.
Im belgischen Naturgebiet Hohe Venn hat sich ein Brand innerhalb von 24 Stunden mehr als verdoppelt und erfasst inzwischen rund 3.000 Hektar. Das Feuer brach vor zwei Tagen aus. Es gilt nun als größter registrierter Waldbrand in der Geschichte Belgiens.
Die Behörden der Region Wallonien erklärten, dass in der Nacht zum Samstag mehr als 250 Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte ausgerückt sind. Das Schutzgebiet ist besonders anfällig für Brände, weil sich dort große Moorflächen und Kiefernwälder befinden, die durch die lang anhaltende Hitze stark ausgetrocknet sind.
Die vereinigten belgischen Streitkräfte teilten in sozialen Netzwerken mit, sie hätten Personal und Fahrzeuge zur Unterstützung der Feuerwehr entsandt.
Auch Feuerwehrleute aus dem benachbarten Deutschland und Luxemburg sind zur Eindämmung des Feuers entsandt worden. Die Flammen bewegen sich in Richtung der Grenze zu Deutschland. Lokale Landwirte helfen ebenfalls bei den Löscharbeiten.
Belgien hat am Samstag den Katastrophenschutzmechanismus der EU aktiviert. Daraufhin trafen drei Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge aus Schweden, den Niederlanden und Tschechien ein.
Am Samstagnachmittag mussten Bewohner in der Provinz Lüttich ihre Häuser verlassen. Nach Angaben lokaler Medien waren 600 Menschen zur Evakuierung aufgefordert worden. In einer Turnhalle der benachbarten Gemeinde Malmedy entstand eine Notunterkunft.
Jenseits der Grenze in Deutschland meldeten Einsatzkräfte deutliche Fortschritte beim Löschen eines Brandes im Hürtgenwald, der am Freitag zu Evakuierungen geführt hatte. Rund 2.000 Menschen aus dem Ort Gey konnten nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa am Samstagabend in ihre Wohnungen zurückkehren.
In Frankreich berichten die Behörden, es habe in der Nacht keine größeren neuen Brandherde gegeben. Im südwestlichen Département Landes kämpfen sie weiter gegen großflächige Waldbrände. Seit Donnerstag sind dort mehr als 1.700 Hektar, überwiegend Kiefernwälder, verbrannt. Französische Medien geben an, dass 550 Feuerwehrleute, unterstützt von Militärangehörigen und sechs Löschflugzeugen, im Einsatz sind. Der Brand ist noch nicht unter Kontrolle.
Ein weiterer Brand im Nordosten des Landes entspannt sich etwas. In den Ardennen sind 100 Hektar verbrannt. Die Lage sei „in der jüngeren Geschichte beispiellos“ gewesen, sagte David Gouzou, stellvertretender Leiter der Feuerwehr der Ardennen.
In Kroatien hat die Polizei vier Verdächtige festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, an der Küste Brände gelegt zu haben. Die Feuer fraßen sich bei hohen Temperaturen und Trockenheit durch Kiefernwälder und Olivenhaine.
In Griechenland bekämpfen Einsatzkräfte den zweiten Tag in Folge einen Waldbrand auf der Insel Skyros. Der örtliche Bürgermeister erklärte gegenüber Medien, er rechne damit, dass das Feuer binnen eines Tages vollständig gelöscht ist.
In Spanien breitet sich ein Feuer weiter aus, das vor gut einer Woche in der Gemeinde Las Peñas de Riglos im Bezirk Huesca ausgebrochen ist. Es hat inzwischen eine Fläche von bis zu 16.600 Hektar erfasst. Starker Wind treibt die Flammen voran und erschwert die Löscharbeiten.