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Britische Kinos erwägen Verbot von Metas „Spannerbrille“

Meta-Chef Mark Zuckerberg trägt firmeneigene Orion-KI-Brille
Meta-Chef Mark Zuckerberg zeigt KI-Brille Orion seines Konzerns Copyright  Godofredo A. Vásquez / AP Photo
Copyright Godofredo A. Vásquez / AP Photo
Von Craig Saueurs
Zuerst veröffentlicht am
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Der britische Kinoverband prüft Auflagen für Meta-Brillen. Sie erleichtern zwar den Zugang, können aber auch unbemerkt Videoaufnahmen machen.

Die als „Spannerbrille“ verspotteten Hightech-Gläser könnten in britischen Kinos bald aus den Sälen verschwinden.

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Nach Informationen von Sky News (Quelle auf Englisch) denkt der Verband der britischen Kinos (UK Cinema Association, UKCA) über ein Verbot der Meta-KI-Brille nach. Die Betreiber müssen abwägen: Einerseits fürchten sie Raubkopien und Datenschutzprobleme, andererseits bringt die Hightech-Brille Vorteile bei der Barrierefreiheit.

Alle Augen auf dich

Seit ihrer Markteinführung verschaffen Meta-Brillen Voyeuren und angehenden Raubkopierern ein Upgrade ins 21. Jahrhundert.

In den Gestellen der Smartbrille von Meta stecken Kameras. Damit können Nutzer unauffällig Fotos und Videos aufnehmen.

Eine kleine Leuchte soll anzeigen, wenn eine Aufnahme läuft. Viele Nutzer berichten jedoch, wie einfach es ist, die Kontrollleuchte zu überkleben, wie ein Test zum Aushebeln der Kontrollleuchte (Quelle auf Englisch) zeigt. Drittanbieter verkaufen sogar spezielle Abdeckungen auf Plattformen wie Amazon.

Das sorgt vielerorts für Sorgen um die Frage der Zustimmung. Oft wissen die Gefilmten gar nicht, dass eine Kamera auf sie gerichtet ist. Daher haben sich Spitznamen wie „Spionbrille“ und „Spannerbrille“ eingebürgert.

Für Kinos bringt die neue Technik allerdings noch andere Probleme als den Datenschutz.

Warum Kinos Alarm schlagen

Raubkopien sind kein neues Problem. Die UKCA (Quelle auf Englisch) schätzt, dass Urheberrechtsverletzungen die Kreativbranche des Vereinigten Königreichs jedes Jahr mindestens 500 Millionen Pfund (585 Millionen Euro) kosten.

Mehr als 90 Prozent der illegalen Versionen frisch gestarteter Filme stammen nach Angaben des Jahresberichts 2024 der UKCA aus Kinos.

Meist entstehen sie mit kompakten Geräten wie Smartphones.

Deshalb müssen Besucher bei manchen Prestige-Vorführungen ihre Handys in verschlossenen Beuteln verstauen oder sie gleich vor dem Saal abgeben.

Kinobetreiber schulen ihr Personal außerdem, illegale Mitschnitte zu erkennen. Die Film Content Protection Agency (Quelle auf Englisch) registrierte 2025 insgesamt 121 Fälle, in denen Mitarbeiter in Kinos im ganzen Land Aufnahmen ausfindig machten, stoppten und meldeten.

Manche fürchten, dass die Meta-Brille Raubkopierern eine neue Möglichkeit zum Mitschneiden von Vorstellungen verschafft.

Hilfsmittel oder Sicherheitslücke?

Es gibt dennoch triftige Gründe, die Brille zu tragen. Und das nicht nur, weil Kylie Jenner sie zum coolen Accessoire stilisiert.

Für Kinobesucher mit Sehbehinderung oder für Menschen, die schlecht hören, kann die Brille die Zugänglichkeit verbessern. UKCA-Chef Phil Clapp sagte Sky News, einige Smart-Gestelle könnten individuelle Untertitel einblenden.

Meta betont, die Brille sei „eine entscheidende neue Technologie“ für Menschen aus der Community der Blinden und Sehbehinderten und warnt: „Beschränkungen bei der Nutzung dieser Technologie wären ein großer Rückschritt“.

Noch gibt es in britischen Kinos kein landesweites Verbot. Doch die Debatte darüber, wie KI-gestützte Smartbrillen reguliert werden sollen, gewinnt in Europa an Fahrt.

Die deutsche Datenschutzaufsicht hält es zum Beispiel für möglich, die Brillen mit Verweis auf bestehende Gesetze zu verbieten. Diese untersagen Aufnahmegeräte, die in Alltagsgegenständen verborgen sind.

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