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Deutscher Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne ist tot

Auch an Hapag-Lloyd war der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne beteiligt
Auch an Hapag-Lloyd war der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne beteiligt Copyright  AP Photo
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Von Margitta Kirstaedter & Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Deutschlands zweitreichster Unternehmer ist in der Nacht auf diesen Montag in der Schweiz gestorben. Er war Mehrheitsgesellschafter des Logistik-Unternehmens Kühne + Nagel Gruppe.

Klaus-Michael Kühne, Mehrheitsgesellschafter der Kühne + Nagel Gruppe, ist gestorben. Das bestätigte der Logistikkonzern Kühne+Nagel am Montag: Klaus-Michael Kühne ist in der Nacht auf den heutigen Montag im Alter von 89 Jahren in Schindellegi (Schweiz) verstorben", erklärte das Unternehmen.

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Mit einem geschätzten Vermögen von 36 Milliarden Euro galt Kühne als zweitreichster Deutscher. (Auf den ersten Platz der reichsten Menschen Deutschlands in der Forbes-Auswertung vom Januar 2026 lag "Schraubenkönig" Reinhold Würth.)

Neben seinen 53 Prozent Anteil an Kühne + Nagel, dem weltgrößten Unternehmen für Luft- und Seefracht, war er an mehreren anderen Unternehmen beteiligt. So hielt er 30 Prozent an Hapag-Lloyd und 20 Prozent an der Lufthansa. Erst im Mai hatte Kühne seine Beteiligung an der Airline noch einmal deutlich ausgebaut. Darüber hinaus hält seine Holding Anteile am Chemikalienhändler Brenntag sowie am Fernbus- und Bahnanbieter Flix.

Großer HSV-Fan

Auch am Hamburger Fußballverein HSV war Kühne mehrere Jahre beteiligt. Kühne war beim HSV gleichzeitig Geldgeber, Anteilseigner und zeitweise Investor in Transferrechte. Sein Engagement war ungewöhnlich, weil er nicht einfach Werbung finanzierte, sondern direkt das finanzielle Risiko von Transfers übernahm und später einen beträchtlichen Anteil an der ausgegliederten Fußballgesellschaft hielt.

Kühnes Engagement beim HSV begann 2010 und ging sofort deutlich über eine klassische Sponsoringrolle hinaus. Er stellte dem Verein zunächst 12,5 Millionen Euro zur Verfügung und erhielt im Gegenzug 33 Prozent der möglichen Transfererlöse von sechs Spielern, darunter Dennis Aogo, Marcell Jansen und Paolo Guerrero. Kühne betonte damals allerdings, dass er sein Engagement nicht primär als Geschäft, sondern als Unterstützung für seinen Hamburger Lieblingsverein verstand.

In den folgenden Jahren wurde Kühne zu einem der wichtigsten Geldgeber des HSV. Er finanzierte unter anderem Transfers per Darlehen und wandelte Teile seiner Forderungen später in Aktien der HSV Fußball AG um.

Sein Einfluss beim HSV war immer wieder ein Thema. Offiziell hatte Kühne kein operatives Mitspracherecht, konnte durch seine erheblichen finanziellen Beiträge und öffentlichen Äußerungen aber durchaus Druck auf die Vereinsführung ausüben. Der HSV selbst bezeichnete ihn 2016 als strategischen Partner und wichtigsten Förderer.

Kühne und seine Eltern gründeten im Jahr 1976 die Kühne-Stiftung, die sich neben der Logistik auch in Medizin, Klima und Kultur engagiert, darunter die Kühne Logistics University KLU.

Nachfolge frühzeitig geregelt: Kühne-Stiftung übernimmt

Zu den kulturellen Einrichtungen, die von der Kühne-Stiftung gefördert werden, zählen die Elbphilharmonie und die Hamburgische Staatsoper.

Zu seinen letzten großen Herzensprojekten gehörte ein neues Opernhaus in Hamburg. Ob das rund um 2030 geplante Projekt nach seinem Tod realisiert wird, hängt nun von der Kühne-Stiftung ab, die sich bislang noch nicht endgültig für den Bau entschieden hat.

Kühnes Großvater hatte einst das Unternehmen mitbegründet. Kühne wurde 1937 in Hamburg geboren und übernahm früh Verantwortung: Bereits mit 29 Jahren wurde er Vorstandschef und entwickelte das Familienunternehmen zu einem weltweit agierenden Konzern.

Kühne lebte seit den 1970er Jahren in der Schweiz. Er und seine Ehefrau Christine blieben kinderlos. Deshalb regelte der Unternehmer seine Nachfolge bereits frühzeitig: Ein Großteil seines Vermögens befindet sich schon heute in der gemeinnützigen Kühne-Stiftung, die künftig eine zentrale Rolle bei der Verwaltung seines Firmenimperiums spielen dürfte.

Die Stiftung wird von einem Stiftungsrat unter Führung des ehemaligen Hamburger Wissenschaftssenators Dr. Jörg Dräger verwaltet.

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