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Nordische Länder prüfen Fusion ihrer Börsen zu einem Regionalmarkt

ARCHIV: Flaggen von Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland nebeneinander, Mai 2015
ARCHIV: Flaggen von Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland nebeneinander, Mai 2015. Copyright  Peder Sterll via Flickr
Copyright Peder Sterll via Flickr
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Eine Gruppe großer nordischer Unternehmen und Investoren prüft, ob Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland ihre Börsen zu einem regionalen Markt bündeln, um Liquidität zu stärken und mehr Börsengänge zu gewinnen.

Die Idee einer einheitlichen Börse für die gesamte nordische Region ist wieder auf der Tagesordnung.

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Nach Berichten vom Mittwoch prüft die Branchenallianz Nordic Compass mehrere Optionen. Dazu gehört eine Zusammenlegung der nationalen Börsen in Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland. Ebenso die Angleichung ihrer regulatorischen Rahmenbedingungen.

Nordic Compass erklärte gegenüber Euronews, man analysiere eine Reihe von Möglichkeiten, die Arbeiten seien aber noch in einem frühen Stadium.

„Der Arbeitsstrang Kapitalmärkte von Nordic Compass arbeitet daran, die Möglichkeiten zur Kapitalaufnahme zu verbessern und damit die Wettbewerbsfähigkeit in allen Phasen zu stärken – von Start-ups und Wagniskapital über Wachstums- und Skalierungsfinanzierungen bis hin zu Börsengängen sowie dem gesamten Ökosystem für nordische Börsennotierungen“, sagte Christian Clausen, Vorsitzender des Capital Markets Track der Allianz und Chairman für die Nordics bei BlackRock.

„Dazu gehören Analysen einer Reihe potenzieller Initiativen, einschließlich Fragen der Liquidität. Die Arbeiten befinden sich noch in einem explorativen Stadium, und es gibt noch keine Einigung über konkrete Vorhaben oder Schlussfolgerungen“, erklärte Clausen gegenüber Euronews.

Nordic Compass ist im Mai als paneuropäische nordische Branchenallianz gestartet. Ihr gehören mehr als 25 Unternehmen, Stiftungen und Organisationen an, darunter Wallenberg Investments, EQT, Nordea, SEB, Nasdaq Nordic, Ericsson, Nokia, Saab, Ørsted und die Novo Nordisk Foundation.

Die Allianz steht unter dem Vorsitz des früheren finnischen Ministerpräsidenten Jyrki Katainen. Sie arbeitet entlang vier Themensträngen: Kapitalmärkte, Deep Tech, Verteidigung und Energie.

Infografik zur Zusammensetzung von Nordic Compass
Infografik zur Zusammensetzung von Nordic Compass Nasdaq Stockholm via LinkedIn

Die ersten Initiativen der Allianz sollen bei einem Gipfel in Göteborg am 4. und 5. November vorgestellt werden. Dort dürfte auch der Vorschlag zu den Kapitalmärkten präsentiert werden.

Der mögliche Gewinn ist groß.

Nordische Pensionsfonds und Staatsinvestoren verwalten fast $4 Billionen (€3,43 Billionen) und nehmen jährlich mehr als $175 Milliarden (€3,43 Billionen) ein. Dieses Kapital ist jedoch auf vier getrennte Märkte verteilt, statt in einem gemeinsamen Markt gebündelt zu sein.

Wem gehören die Börsen?

Für jede Fusion braucht es die Kooperation von drei Akteuren, die der Allianz nicht direkt unterstehen.

Nasdaq betreibt den Großteil der nationalen Börsen der Region, Euronext besitzt die Osloer Börse, und Euroclear spielt eine zentrale Rolle bei der Abwicklung nordischer Wertpapiergeschäfte.

Nasdaq reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Euronext zeigte sich offen. Gegenüber Euronews erklärte das Unternehmen, man verfüge mit der Osloer Börse, seinen Wertpapierverwahrern in Norwegen und Dänemark, Nord Pool und Admincontrol über eine etablierte nordische Präsenz und sei „im Dialog mit Nordic Compass über einen möglichen Beitrag zu praktischen Maßnahmen“.

„Euronext begrüßt Initiativen, die darauf abzielen, die nordischen Kapitalmärkte global noch wettbewerbsfähiger zu machen“, fügte der Börsenbetreiber hinzu.

„Die Region profitiert bereits von ausgeprägten Markttraditionen, anspruchsvollen Investoren und erfolgreichen lokalen Ökosystemen. Die Chance besteht darin, auf diesen Stärken aufzubauen und grenzüberschreitende Kapitalströme zu erleichtern“, sagte ein Sprecher der Gruppe Euronews.

Euronext verwies zudem auf die eigene Mehrländer-Struktur als mögliches Vorbild.

„Unsere Erfahrung zeigt, wie höhere Liquidität, gemeinsame Technologie und harmonisierte Regeln Emittenten und Investoren zugutekommen, während unser föderales Modell die lokalen Börsen eng an die Märkte bindet, die sie bedienen“, schloss der Börsenbetreiber.

Was im November in Göteborg konkret vorgestellt wird, wird zeigen, ob aus den bisherigen Vorarbeiten mehr geworden ist als Analyse.

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