Loader
Finden Sie uns
Werbung

Anteil am EU-BIP: Welche Länder gewinnen, welche verlieren?

Der Entwurf der neuen Zehn-Euro-Banknote ist bei einer Präsentation der Euro-Geldscheindesigns in Frankfurt am Main am Donnerstag, 23. Juli 2026 zu sehen.
Bei der Präsentation der Euro-Banknotenentwürfe in Frankfurt am Main ist der Entwurf der neuen zehn-Euro-Banknote zu sehen, Donnerstag, 23. Juli 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Copyright Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Der Anteil jedes EU-Landes an der Wirtschaftsleistung des Blocks verschiebt sich mit der Zeit. Euronews Business zeigt, wie sich das in den letzten 20 Jahren entwickelt hat.

Die Wirtschaft der EU stützt sich stark auf einige wenige Länder, vor allem auf ihre „Großen Vier“. Im Jahr 2025 entfielen auf Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien gemeinsam 61 % des gesamten Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Union.

WERBUNG
WERBUNG

Der Anteil der einzelnen Länder an der Wirtschaftsleistung der EU verschiebt sich im Laufe der Zeit. Auf die „Großen Vier“ entfällt inzwischen ein geringerer Anteil als früher. Nach Daten von Eurostat sank ihr Anteil von 67,9 % im Jahr 2005 auf 65,3 % im Jahr 2015 und auf 61 % im Jahr 2025.

Welche Länder stehen mit ihren BIP-Anteilen ganz oben, welche ganz unten? Und wie haben sich diese Anteile im Laufe der Zeit in der gesamten EU entwickelt?

EU-BIP: Fast ein Viertel kommt aus Deutschland

Deutschland ist mit Abstand die größte Volkswirtschaft der EU. Im Jahr 2025 erwirtschaftete das Land 24,1 % des EU-weiten BIP. Die gesamte Wirtschaftsleistung der EU lag 2025 bei 18,8 Billionen Euro, davon entfielen rund 4,5 Billionen Euro auf Deutschland.

Frankreich ist mit einem Anteil von 15,9 % die zweitgrößte Volkswirtschaft, gefolgt von Italien mit zwölf Prozent.

Spanien kommt als viertgrößte EU-Volkswirtschaft auf einen einstelligen Anteil von neun Prozent. Zusammen stehen die „Großen Vier“ für 61 % des BIP der EU.

Die Niederlande komplettieren die Top fünf mit einem Anteil von 6,2 %.

Alle übrigen EU-Staaten tragen jeweils weniger als fünf Prozent zur Wirtschaftsleistung der Union bei.

Polen liegt mit 4,9 % sehr nahe an dieser Marke. Danach fällt der Anteil auf 3,4 % für Belgien, die siebtgrößte Volkswirtschaft der EU.

Schweden und Irland kommen jeweils auf 3,2 %. Mindestens zwei Prozent erreicht das BIP von Österreich (2,7 %), Dänemark (2,2 %) und Rumänien (2 %).

EU-BIP: Fünfzehn Länder erwirtschaften nur 11,2 %

In fünfzehn EU-Ländern liegt der Anteil am BIP unter zwei Prozent, gemeinsam erwirtschaften sie nur 11,2 % der EU-Wirtschaftsleistung.

Tschechien (1,8 %), Portugal (1,6 %), Finnland (1,5 %), Griechenland (1,3 %) und Ungarn (1,2 %) liegen immerhin noch über der Marke von einem Prozent.

Die niedrigsten Anteile am EU-BIP verzeichnen Malta (0,1 %), Zypern (0,2 %), Lettland (0,2 %) und Estland (0,2 %).

Entwicklung in 20 Jahren: Italien und Frankreich verlieren am stärksten

Vergleicht man die BIP-Anteile der vergangenen 20 Jahre, zeigen sich in einigen Ländern deutliche Veränderungen – sowohl nach oben als auch nach unten.

Italien und Frankreich gehören zwischen 2005 und 2025 zu den größten Verlierern. Italiens Anteil am EU-BIP lag 2005 noch bei 15,6 %, 2025 nur noch bei 12 %. Das entspricht einem Rückgang um 3,6 Prozentpunkte.

Frankreich fiel von 18,4 % auf 15,9 % und verlor damit 2,5 Prozentpunkte.

Spanien und Griechenland folgen mit einem Minus von jeweils 0,7 Prozentpunkten. Für Griechenland ist die Veränderung angesichts der kleineren Volkswirtschaft besonders einschneidend: Der Anteil sank von zwei Prozent auf 1,3 %.

Deutschland verzeichnete in den vergangenen 20 Jahren nur einen sehr leichten Rückgang um 0,1 Prozentpunkte.

Polen legt am stärksten zu

Polen steigert seinen Anteil am EU-BIP am deutlichsten. Der Wert stieg von 2,6 % im Jahr 2005 auf 4,9 % im Jahr 2025 – ein Plus von 2,3 Prozentpunkten. Angesichts der Größe der polnischen Volkswirtschaft ist das eine bemerkenswerte Veränderung.

Auch Irland und Rumänien legten um mehr als einen Prozentpunkt zu: Irland um 1,4 Prozentpunkte, Rumänien um 1,2 Prozentpunkte.

Ihre Anteile an der EU-Wirtschaft bleiben zwar klein, doch Tschechien erhöhte seinen Wert von 1,2 % auf 1,8 %, Bulgarien von 0,3 % auf 0,6 %.

Entwicklung in zehn Jahren: Deutschlands Anteil sinkt um einen Punkt

Auch im zurückliegenden Jahrzehnt von 2015 bis 2025 gab es deutliche Verschiebungen. Frankreichs Anteil schrumpfte um 2 Prozentpunkte, Italiens um 1,5 Prozentpunkte. Deutschlands Anteil an der EU-Wirtschaft sank ebenfalls, von 25,1 % auf 24,1 % – ein Minus von einem Prozentpunkt.

Polen verzeichnete auch über diesen Zeitraum das stärkste Wachstum mit einem Plus von 1,4 Prozentpunkten. Das zeigt, dass die polnische Wirtschaft kontinuierlich wächst und ihren Anteil am EU-Gesamtwert ausbaut.

Pro-Kopf-BIP zeichnet ein anderes Bild

Natürlich berücksichtigt die Entwicklung des BIP die Bevölkerungsgröße eines Landes nicht. Das BIP spiegelt vor allem die Gesamtleistung einer Volkswirtschaft wider.

Es zeigt daher auch keine Unterschiede beim BIP pro Kopf innerhalb der EU, denn beide Kennzahlen messen etwas anderes.

BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards (PPS) ist ein weit verbreiteter Vergleichsmaßstab, weil die Lebenshaltungskosten innerhalb der EU stark variieren.

Jährliche Bruttodurchschnittslöhne unterscheiden sich in Europa ebenfalls erheblich.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Löhne in Europa: 107.000€ in der Schweiz, 18.000€ in der Türkei

BIP pro Kopf 2025: Europas reichste und ärmste Länder im Vergleich

Pro-Kopf-BIP: Ärmster US-Bundesstaat liegt fast gleichauf mit Deutschland