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Dänemark: Russischer Angriff auf NATO-Staat unwahrscheinlich, aber möglich

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Zwei Männer gehen am NATO-Logo vorbei beim Forum der Verteidigungsindustrie am NATO-Gipfel in Ankara am 7. Juli 2026
Zwei Männer gehen am NATO-Logo vorbei beim Forum zur Verteidigungsindustrie während des NATO-Gipfels in Ankara am siebten Juli 2026. -  Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
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In Europa herrscht hohe Alarmbereitschaft vor russischen Angriffen. Viele fürchten Angriffe Moskaus auf die westlichen Unterstützer Kyjiws. Der dänische Militärgeheimdienst warnt vor Angriffen, eine Invasion hält er für "höchst unwahrscheinlich".

Der dänische Militärgeheimdienst (DDIS) warnt, dass das Risiko eines russischen militärischen Vorgehens gegen NATO-Staaten wächst. Ein offener Einmarsch sei laut dem Dienst weiterhin "sehr unwahrscheinlich", bleibe aber "möglich".

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"Es gibt ein geringes, aber wachsendes Risiko, dass Russland einen begrenzten militärischen Angriff auf einen oder mehrere an Russland angrenzende NATO-Staaten startet", sagte DDIS-Chef Thomas Ahrenkiel bei einer Pressekonferenz, auf der er eine aktualisierte Bewertung der Bedrohung durch Russland vorstellte.

Der Dienst sehe weiterhin "kein Interesse Russlands an einem Einmarsch in einen NATO-Staat. Ausschließen können wir ihn aber nicht".

In seiner Lageeinschätzung geht der DDIS davon aus, dass Russland vermehrt sogenannte hybride Angriffe gegen Ziele im Westen verübt.

Bisher zielten solche Aktionen laut Dienst vor allem darauf, Angst zu schüren und die öffentliche Unterstützung für Hilfen an die Ukraine zu untergraben.

Inzwischen umfassen sie jedoch auch Versuche, die Unterstützung für Kyjiw direkt zu blockieren, etwa mit Sabotageakten gegen Rüstungsunternehmen oder gegen Bahntransporte mit militärischem Gerät, so der Dienst.

Menschen gehen an einem Haus vorbei, das bei einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel in Kyjiw schwer beschädigt wurde, 24. September 2026
Menschen gehen an einem Haus vorbei, das bei einem russischen Angriff auf ein Wohnviertel in Kyjiw schwer beschädigt wurde, 24. September 2026 AP Photo

Der DDIS rechnet damit, dass Russland solche Angriffe verstärkt. Dazu könnten auch "destruktive Cyberangriffe gehören, die kritische gesellschaftliche Funktionen lahmlegen".

Der Dienst sieht zudem ein geringes Risiko eines begrenzten militärischen Schlages, selbst wenn der Krieg in der Ukraine andauert. Damit könnte Moskau versuchen, europäische Ressourcen von der Unterstützung Kyjiws abzuziehen.

"Ein begrenzter militärischer Angriff wäre ein verzweifelter Schritt Russlands und könnte – ähnlich wie verstärkte hybride Angriffe – in den kommenden Monaten erfolgen", heißt es weiter.

Allerdings würde ein größerer Truppenaufmarsch mehrere Monate Vorbereitung erfordern und ließe sich nur schwer verbergen.

Ahrenkiel betonte zugleich, dass "Russlands gestiegene Risikobereitschaft Folgen für die Sicherheitslage in Dänemark hat", insbesondere durch hybride Angriffe. Das bedeute aber nicht, dass Russland das skandinavische Land angreifen werde.

"Wir rechnen nicht mit einem konventionellen russischen Militärangriff auf Dänemark“, sagte er.

Europäische Staaten stehen in erhöhter Alarmbereitschaft wegen möglicher russischer Einmischung. Viele befürchten, dass Moskau die westlichen Unterstützer Kyjiws ins Visier nehmen könnte, während der Kreml-Krieg gegen die Ukraine in sein fünftes Jahr geht.

Anfang des Monats hatte der dänische Inlandsgeheimdienst PET gewarnt, Russland bereite "aktiv" Sabotageaktionen gegen das Land vor.

"Die russischen Nachrichtendienste bereiten aktiv Sabotageakte gegen die Verteidigungsindustrie in Dänemark vor", erklärte der dänische Sicherheits- und Geheimdienst PET in einer Mitteilung an die AFP.

Laut PET rekrutieren sie "ganz normale Däninnen und Dänen" über soziale Netzwerke, die Fotos machen sollen, die sich für die Planung von Sabotageakten nutzen lassen.

Russlands Präsident Wladimir Putin leitet per Videokonferenz eine Kabinettssitzung in der Residenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau, 23. September 2026
Russlands Präsident Wladimir Putin leitet per Videokonferenz eine Kabinettssitzung in der Residenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau, 23. September 2026 AP Photo

Warnung aus Großbritannien

Im Juni warnte bereits der frühere britische Premierminister Keir Starmer, Russland könne nach Einschätzung westlicher Geheimdienste innerhalb von vier Jahren einen NATO-Staat angreifen.

"Nach Einschätzung unserer Nachrichtendienste und der Dienste anderer NATO-Staaten könnte Russland schon 2030 die NATO angreifen", sagte Starmer.

"Daran sehen Sie, wie dringend und vorrangig wir dieses Thema derzeit behandeln", fügte er bei einem Besuch eines Drohnenherstellers im Südwesten Englands hinzu.

Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer spricht beim Verlassen der Downing Street 10 in London, 20. Juli 2026
Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer spricht beim Verlassen der Downing Street 10 in London, 20. Juli 2026 AP Photo

Nur zwei Monate später, im August, erklärte US-Präsident Donald Trump, Wladimir Putin werde kein NATO-Gebiet angreifen, und widersprach damit Medienberichten, denen zufolge Washington einen möglichen russischen Vorstoß in Europa fürchtet.

Trumps Äußerungen folgten nur wenige Tage, nachdem CIA-Direktor John Ratcliffe überraschend nach Moskau gereist war. Nach Berichten des Wall Street Journal und von CBS News sollte der Besuch Russland davon abhalten, NATO-Mitglieder anzugreifen. US-Geheimdienstberichte gehen demnach davon aus, dass Moskau das Bündnis testen könnte.

"Ich habe gute Gespräche mit ihm geführt. Er wird kein NATO-Gebiet angreifen", sagte Trump im Oval Office auf die Frage von Journalistinnen und Journalisten, ob der russische Präsident ihm dies zugesichert habe.

Weitere Quellen • AP, AFP

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