Die griechischen Behörden haben gefährliche Industrieabfälle im Fluss Kifisos gefunden. Ihre Ermittlungen brachten sie zu einer Tankstelle, an der mutmaßlich Regenwasserkanäle missbraucht wurden.
In Griechenland wurden Industrieabfälle in einem Flussbett entdeckt. Ermittlungen der griechischen Behörden haben ergeben, dass stark säurehaltige flüssige Industrieabfälle in einen Regenwasserkanal abgeleitet wurden. Dieser mündete ins Flussbett des Kifisos. Schlussendlich gelangte das verunreinigte Wasser am Küstenstreifen von Athen ins Meer.
Der Fall kam ans Licht, nachdem eine Sondereinheit zur Verhinderung von illegalen Abfallentsorgungen der griechischen Polizei tagelang eine Tankstelle im Athener Vorort Aigaleo überwacht hatte. Sie hatten mehrere Tanklaster im Visier.
Die Beamten stellten fest: Mindestens viermal innerhalb von 20 Tagen ließen Tanklastwagen eines privaten Unternehmens Abfälle in einen Abwasserschacht der Tankstelle laufen. Über Rohrleitungen im Regenwassernetz gelangten die Stoffe in das Flussbett des Kifisos und schließlich ins Meer. Die Einleitungen stellten eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar.
Zur Prüfung des Falls zogen die Behörden auch die Umweltinspektoren hinzu. Sie nahmen Proben an der betroffenen Stelle. Die analysierte Probe roch stark, war dunkelbraun gefärbt und wies eine hohe Konzentration schwebender Partikel auf.
Umweltbehörde eingeschaltet: Gefahr für öffentliche Gesundheit
Parallel dazu rückte ein Team der E.YD.A.P. an. Es stellte fest, dass der Abfluss der Tankstelle direkt in das Regenwassernetz und von dort in den Fluss Kifisos führt. So gelangten die Abwässer in die Ägäis am Küstenabschnitt von Athen.
Die Polizei nahm den 41-jährigen ausländischen Fahrer eines der Tanklastwagen fest sowie einen 63-Jährigen, der vorübergehend für die Tankstelle verantwortlich war. Gegen zwei weitere Personen leiteten die Behörden ein Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Umwelt- und Abfallrecht ein.
Der Kifisos ist der größte Fluss in Attika. Er ist rund 27 Kilometer lang, durchquert das Athener Becken in dicht besiedelten Gebieten und mündet in die Bucht von Faliro.
Heute ist ein großer Teil des Flusses kanalisiert. Der Kifisos dient vor allem als Regenwasserkanal für die Entwässerung des Ballungsraums.