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Thymaina: Auf dieser griechischen Insel hat die Grundschule nur zwei Schüler

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Von Ioannis Karagiorgas mit AFP
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Die Verödung von Regionen und Inseln zwingt Schulen zur Schließung. Auf einer kleinen Insel in der Ostägäis klagen die Bewohner über hohe Preise, Isolation und eine kinderlose Zukunft.

Das schrumpfende Bevölkerungswachstum gilt inzwischen als eines der schwersten Probleme Griechenlands. Die Lage spitzt sich Jahr für Jahr zu. In vielen Regionen und auf den Inseln veröden ganze Orte, Schulen schließen, weil es keine Kinder mehr gibt. Ein solcher Ort ist Thymaina in der östlichen Ägäis. Dort sitzen in diesem Schuljahr an der Grundschule nur zwei Kinder in der Klasse.

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„Wenn diese Kinder die Grundschule beendet haben, wird der Betrieb zunächst ruhen. Nach ein paar Jahren wird die Schule ganz schließen“, sagt der Lehrer Konstantinos Fadelas.

Auf der Insel gibt es weder einen Kindergarten noch eine weiterführende Schule. Sechs Jugendliche müssen deshalb jeden Morgen mit dem Schiff zu den Nachbarinseln Fourni fahren, um dort den Unterricht zu besuchen.

Die Isolation der wenigen Schüler belastet die Eltern. „Mein Kind ist in der Schule ganz allein. Es hat keine anderen Kinder, mit denen es spielen, hinausgehen oder Wettbewerb und Ansporn erleben kann. Er ist allein. In diesem Jahr hat ein kleiner Junge in der ersten Klasse angefangen, mit ihm kann er wenigstens spielen“, erzählt Katerina Markaki, Mutter des einzigen Viertklässlers von Thymaina.

Nur zwei Fähren pro Woche

Thymaina ist nur zweimal pro Woche direkt mit Athen verbunden. Die Reise dauert mindestens acht Stunden und beinhaltet einen Umstieg auf Fourni. Fourni ist eine kleine griechische Inselgruppe in der östlichen Ägäis, zwischen Samos und Ikaria.

Wenn das Wetter umschlägt, fallen die Verbindungen häufig aus, die Bewohner sitzen dann tagelang fest.

Die Einheimischen klagen über fehlende Anreize und die hohen Lebenshaltungskosten. „Warum sollten junge Menschen auf der Insel bleiben, warum? Was bietet der Staat, damit sie hierbleiben? Wir mussten lange kämpfen, bis uns überhaupt ein Arzt zugeteilt wurde. Kinder werden nicht mehr geboren. Das Leben hier ist extrem teuer. Wer hierherzieht, zahlt für alles mehr: Lebensmittel, Einkäufe, einfach alles. Absolut alles kostet uns doppelt so viel wie in einem Supermarkt in Athen“, sagt der Rentner Stelios Grammatikos.

Früher 45 Kinder in der Grundschule

Die älteren Bewohner erinnern sich an eine völlig andere Zeit. „Früher waren wir mehr Menschen, und es gab viele Kinder. Damals bekamen die Leute viele Kinder. Es gab Familien mit 15 Kindern, andere mit sieben, mit neun, mit zwölf oder mit 13. Heute bekommen sie nur noch ein Kind. Sie haben ja selbst die Schule gesehen: nur zwei Kinder. Als ich aufgewachsen bin, waren wir in der Grundschule 45 Schüler“, sagt die pensionierte Inselbewohnerin Aikaterini Markaki.

Heute leben auf der Insel nur noch rund 140 ständige Einwohner, die meisten von ihnen sind Rentner.

Fischer Giannis Mitikas beschreibt eine Entwicklung, die sich wiederholt: „Alle Kinder, die hier aufwachsen, ziehen am Ende aus Thymaina fort. Sie gehen nach Athen, suchen Arbeit oder heuern auf Schiffen an. Sie kehren nicht mehr auf die Insel zurück, um sich hier niederzulassen und hier zu leben. Auf der Insel ist kein Leben mehr übrig.“

Staatliche Anreize reichen nicht aus

Die griechische Regierung hat Programme aufgelegt, die einen dauerhaften Umzug von den Städten auf Inseln und in Dörfer erleichtern sollen. Angesichts der Inflation greifen diese Anreize jedoch kaum.

Gleichzeitig betonen die Lokalbehörden, dass das Problem nicht nur eine einzelne Insel betrifft. „Die demografische Herausforderung beschränkt sich nicht auf Thymaina, sie ist überall. Die kleinsten Siedlungen veröden“, so die stellvertretende Bürgermeisterin von Fourni, Marigó Kottara.

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