Die EU-Kommission macht den Weg frei: Kanada könnte erstes „assoziiertes Mitglied“ der EU werden, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern. Mehr dazu beim Euronews-AI-Chatbot.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer Rede zur Lage der Union am 16. September in Straßburg erklärt, Kanada könne Europas erstes „assoziiertes Mitglied“ werden.
Erstmals bietet die EU einem Drittstaat diesen Status an. Wenn alle 27 Mitgliedstaaten zustimmen, muss die EU einen neuen Rechtsrahmen mit Rechten und Pflichten schaffen. In den geltenden EU-Verträgen ist eine „assoziierte Mitgliedschaft“ bislang nicht vorgesehen.
Der Vorstoß bedeutet nicht, dass Kanada der EU beitritt. Er soll eine engere Partnerschaft zwischen EU und Kanada schaffen, die über die bestehende Zusammenarbeit hinausgeht. Dazu gehören das umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen CETA sowie Projekte zu militärischer Mobilität und Logistik im Rahmen der Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit PESCO.
Ziel sei der Aufbau eines „Bündnisses für die Zukunft, um einen Raum gemeinsamer Prosperität und wirtschaftlicher Sicherheit zu schaffen“, sagte Präsidentin von der Leyen. Noch ist das Konzept nicht endgültig ausgearbeitet. Die Partnerschaft soll zentrale Politikfelder abdecken: Industrie, Energie, Rohstoffe, KI, Quantencomputing, Cybersicherheit, die Arktis sowie eine Technologieallianz und eng verzahnte Verteidigungsindustrien.
Die Initiative kommt in einer Phase, in der die Beziehungen beider Partner zu den USA unsicherer werden und Abhängigkeiten riskanter erscheinen.
Engere Beziehungen zu Kanada könnten der EU helfen, ihre Abhängigkeit von den USA bei Energie, Technologie und Verteidigung zu verringern. Gleichzeitig bekäme Kanada einen gleichgesinnten Partner, während das Land seine wirtschaftliche Abhängigkeit reduzieren will und in einen Handelsstreit mit den USA geraten ist. Seit August 2026 belegen die USA einige kanadische Waren mit Zöllen von bis zu 50 %.
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