Loader
Finden Sie uns
Werbung

Lettischer Regisseur gewinnt 400.000-Euro-Grand-Prix bei Kasachstans KI-Filmfestival

Nikolay Shestak bei der Preisverleihung des Astana AI Film Festival.
Nikolay Schestak bei der Preisverleihung des Astana AI Filmfestivals. -  Copyright  Copyright: Astana AI Film Festival
Copyright Copyright: Astana AI Film Festival
Von Meruyert Zhakiyanova
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Das erste Astana AI Film Festival ist in Kasachstan zu Ende gegangen; den Grand Prix gewann der lettische Regisseur Nikolay Shestak. Der Fonds umfasste 1,8 Millionen Euro, je zur Hälfte für Preisgelder und Investitionen in KI-Teams und Filmproduktionen im Land.

Der lettische Filmemacher Nikolay Shestak hat beim ersten Astana AI Film Festival in Kasachstan den mit 450.000 $ (401.000 €) dotierten Grand Prix für seinen Film The First Honest Day gewonnen, der mit Hilfe künstlicher Intelligenz entstanden ist.

WERBUNG
WERBUNG

The First Honest Day erzählt, wie Handlungen Menschen prägen: Schlechte Taten lassen die Figuren sichtbar hässlicher werden, gute Taten verändern sie zum Positiven.

Shestak, der vor etwa vier Jahren mit dem Regieführen begann und seit zwei Jahren mit KI arbeitet, hatte nach eigenen Worten nicht mit einem Sieg gerechnet.

„Ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet zu gewinnen. Es gab hier so viele beeindruckende Arbeiten und unterschiedliche Genres, dass ich selbst neugierig bin, warum die Jury gerade meinen Film ausgewählt hat“, sagte er.

Das Preisgeld will er in neue Filme und die Weiterentwicklung seiner Projekte investieren.

Den zweiten Platz im Hauptwettbewerb belegte der indische Filmemacher Abhik Banerjee mit SITARA. Er erhielt 200.000 $ (178.000 €). Der Spanier Ernest Desumbila sicherte sich mit Looking For Perseida Rang drei und 100.000 $ (89.000 €).

Finalisten des Astana AI Filmfestivals.
Finalisten des Astana AI Filmfestivals. Copyright: Astana AI Film Festival

Im offenen Wettbewerb wurden weitere 250.000 $ (223.000 €) in fünf Kategorien vergeben. Jede Gewinnerin und jeder Gewinner erhielt 50.000 $ (44.000 €).

Der kasachische Filmemacher Myrzakhan Zhumakhan gewann mit seiner Komödie It Was Just a Joke den Preis für die beste Figurengestaltung. Chinas Studio 2xLabs erhielt den Preis für die beste Geschichte für The Last Span, der Italiener Jacopo Zanetti wurde für What's the Job? mit dem Preis für die beste visuelle Gestaltung ausgezeichnet. Ein weiterer italienischer Filmemacher, Jacopo Reale, gewann mit The Fracture den Regiepreis, der US-Amerikaner Zachary London wurde für das beste Konzept mit Pomegranate geehrt.

Die Jury bewertete die Filme nicht nur nach dem Einsatz von KI-Werkzeugen, sondern auch nach künstlerischer Vision, Erzählweise und Gesamtdramaturgie – und danach, wie stimmig die Technologie in das kreative Konzept eingebunden war.

Der internationalen Jury gehörten unter anderem Audrey Azoulay, frühere Generaldirektorin der UNESCO und ehemalige französische Kulturministerin, Ping Ma von der China Film Group, Wang Hao von der Beijing Film Academy, der Unternehmer und Investor Balaji Srinivasan sowie Long Li von BytePlus an.

In diesem Jahr gingen mehr als 8.000 Beiträge aus 125 Ländern ein. Für das Abschlussprogramm wählte die Jury 25 Filme aus. Die Projekte decken 19 Genres ab und entstanden mit Hilfe von mehr als 80 generativen KI-Modellen.

Astana AI Film Festival: Magnet für Tausende KI-Filmemacher

Das Festival verfügte über einen Gesamtetat von 2 Millionen $ (1,8 Mio. €). Die Hälfte stellte die Freedom Shapagat Corporate Foundation unter dem Dach von Freedom Holding Corp. als Preisgeld zur Verfügung.

Die andere Hälfte ist als Investitionskapital für vielversprechende KI-Teams und den Ausbau der Filmproduktion in Kasachstan vorgesehen.

Kasachstans Präsident Kassym-Jomart Tokajew, der das Festival eröffnete, betonte, wie stark künstliche Intelligenz die Branche verändert.

„Filmemacherinnen und Filmemacher sowie Teams müssen nicht mehr bei Produktionsfirmen anklopfen oder nach Sponsoren suchen. Die Einstiegshürden sind deutlich gesunken“, sagte er.

Präsident Tokajew bei der Eröffnung des Astana AI Filmfestivals.
Präsident Tokajew bei der Eröffnung des Astana AI Filmfestivals. Copyright: Astana AI Film Festival

Zugleich betonte Tokajew, KI werde die kreative Rolle der Filmschaffenden nicht ersetzen, sondern könne „zu einem unverzichtbaren Werkzeug für alle werden, die ihr Leben der Kreativität gewidmet haben“.

Er bezeichnete das Festival auch als genau richtig für Kasachstan und verwies auf die junge Bevölkerung des Landes.

„Kasachstan ist ein Land der jungen Menschen. Das Durchschnittsalter unserer Bevölkerung liegt bei 33 Jahren. Ich halte die kasachische Jugend für gebildet, offen für neue Ideen, klug und reflektiert“, sagte Tokajew.

Für Aizat Kussainov, Mitgründer und Kreativdirektor des AAIFF, war das rasante Tempo der KI-Entwicklung einer der Hauptgründe für die Gründung des Festivals.

„Die treibende Kraft hinter diesem Festival war FOMO. Wir hatten Angst, die Chance zu verpassen, weil sich die Technologie sehr schnell bewegt“, sagte Kussainov.

„Aber niemand hatte ein solches Festival ins Leben gerufen, und wir wollten die Ersten weltweit sein, und das ist uns gelungen. Wir haben das größte KI-Filmfestival der Welt organisiert.“

Kussainov zufolge geht die Ambition weit über die Veranstaltung selbst hinaus: Das Festival soll internationale Kreative nach Kasachstan holen.

„Das Hauptziel war eigentlich nicht das Festival. Wir wollten die gesamte kreative Community nach Astana holen und ihr zeigen, wie sich unser Land entwickelt. Wir möchten, dass sie hierherziehen und ihre neuen Filme von hier aus erschaffen“, sagte er.

Die Wettbewerbsfilme liefen zudem in Kinos in Astana. So konnte das Publikum die ausgewählten Werke sehen und erleben, wie künstliche Intelligenz im Film eingesetzt wird.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Comic Con Astana lockt Stars und Cosplay-Fans nach Kasachstan

Armour of God: Ultimatum: Jackie Chan startet Dreharbeiten in Kasachstan

Lettischer Regisseur gewinnt 400.000-Euro-Grand-Prix bei Kasachstans KI-Filmfestival