Die zum Tode verurteilte Christa Pike ist nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch im US-Bundesstaat Tennessee wieder bei Bewusstsein. Ihre Anwälte fordern, die Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln.
Die verurteilte US-Mörderin Christa Pike ist nach Angaben ihres Anwaltsteams wieder ansprechbar. Die 50-Jährige werde demnach weiterhin intensivmedizinisch behandelt. Ihre langfristige Prognose sei noch unklar, eine längere Genesungszeit sei jedoch zu erwarten.
Ihre Erholung sei "medizinisch beispiellos", so Pikes Anwälte. "Sie ist die einzige bekannte Person, die einen vollständigen Hinrichtungsversuch in den USA überlebt hat. Christa ist eine Überlebende und wird ihre Genesung Tag für Tag angehen."
Pike war nach einem gescheiterten Hinrichtungsversuch mit mehreren Giftspritzen zunächst bewusstlos und wurde in einem Krankenhaus im Raum Nashville im US-Bundesstaat Tennessee künstlich beatmet. Nach Angaben ihrer Anwälte erlitt sie schwere Verletzungen an den Armen. Trotzdem sei sie weiterhin mit Handschellen und Fußfesseln an ihr Krankenhausbett gefesselt.
Zwei Dosen des Gifts verabreicht
Pike sollte in der vergangenen Woche hingerichtet werden. Nach Angaben der Behörden wurden ihr die beiden im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen Dosen des Betäubungsmittels Pentobarbital verabreicht. Dennoch überlebte sie den Versuch.
Warum die Hinrichtung scheiterte, ist weiterhin unklar. Pikes Anwälte berichteten von erheblichen Schwierigkeiten beim Legen der Venenzugänge. Die Strafvollzugsbehörde erklärte dagegen, das vorgesehene Hinrichtungsprotokoll sei vollständig durchgeführt worden.
Der Fall hat erneut Fragen nach der Zuverlässigkeit und den möglichen Komplikationen von Hinrichtungen durch die Giftspritze aufgeworfen.
Anwälte fordern lebenslange Haft
Pikes Anwälte verlangen inzwischen, ihre Todesstrafe in eine lebenslange Freiheitsstrafe ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung umzuwandeln. Sie kündigten zudem weitere rechtliche Schritte an.
In einer neuen Stellungnahme bekräftigte das Anwaltsteam seine Forderung an den Gouverneur von Tennessee, die Todesstrafe entsprechend umzuwandeln.
Christa Pike wurde 1996 wegen des Mordes an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt. Pike war zum Zeitpunkt der Tat 18 Jahre alt.
Nach den Gerichtsakten lockte Pike Slemmer gemeinsam mit ihrem Freund und einer Bekannten aus Eifersucht in ein stillgelegtes Kraftwerk. Dort wurde Slemmer gefoltert und erschlagen. Pike nahm anschließend ein Stück des Schädels des Opfers als Trophäe mit.